Autor: jkla

Mein Flug zum Säntis

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Mein Flug zum Säntis

Am 2.Mai 2008 fand auf dem Flugplatz Speck-Fehraltorf in Kooperation mit der Segelfluggruppe Winterthur ein Streckenflugtag statt. Morgens um 8:30 traf man sich vor dem Hangar zum Briefing. Der Wetterbericht sagte mässige Thermik voraus. Von Winterthur war der Cheffluglehrer mit einem Duo-Discus angereist. Dazu kam noch ein Discus und ein Junior. Von der Segelfluggruppe Speck waren 2 Ls-4, eine DG-300 und eine DG-500 am Start. Am Briefing wurde die Strecke geplant: Speck-Hausen am Albis-Birrfeld-Jura-Speck. Nach dem Briefing wurden voller Vorfreude die Flugzeuge aufgebaut und die Schleppmaschine zurecht gemacht.

Alle Piloten wurden in Teams eingeteilt, wobei ein erfahrener Pilot, 2 noch nicht so erfahrene Piloten begleitete. Hierbei wurde auch noch einmal das Teamfliegen erklärt, was in der Theorie recht einfach klingt, kann in der Praxis zu Schwierigkeiten führen. Endlich ist alles aufgebaut, die Flugzeuge sind an der Start geschoben, die Strecke gut vorbereitet. Doch dann zieht ein riesiges Wolkenfeld genau in die Richtung in die wir fliegen wollen. Es wird viel diskutiert, Streckenänderungen vorgeschlagen, aber schliesslich wird doch gestartet. Als erstes die DG-500 mit einem Flugschüler und einem Fluglehrer. Sie können sich jedoch kaum oben halten und landen kurz darauf schon wieder. Ich bin an der Reihe und versuche mein Glück. Das Schleppflugzeug zieht mich auf circa 1000m über Grund Richtung Wetzikon. Nach erfolglosem suchen der Thermik, muss aber auch ich wieder landen. Währendessen ist der Duo-Discus und der Junior gestartet. Sie lassen sich Richtung Norden schleppen. Im Norden sind viel versprechende Cumulus Wolken zu sehen. Vielleicht haben die beiden Glück und wir können Richtung Norden, anstatt Richtung Jura fliegen. Der Duo-Discus meldet Steigen und zwar gleich 3 m/s. Der Junior auch. Für mich beginnt der nächste Versuch. Ich klinke ein paar Kilometer nordwestlich des Platzes und fliege unter die nächste Wolke. Tatsächlich 3,5 m/s! Neben mir fliegt die DG-300, die kurz vor mir gestartet ist. Wir gewinnen immer mehr an Höhe. Als wir an der Basis sind, fliegen wir Richtung Norden und treffen auf die anderen in der Nähe von Uzwil. Der Jura ist zwar nichts geworden, doch dafür sind wir jetzt in einem Gebiet mit guter Thermik.

Ich war noch nie in diesem Gebiet, fand mich aber relativ schnell zurecht. Aber zum Glück waren da ja noch die anderen da. Die DG-300 flog Richtung Toggenburg. Der Junior Richtung Appenzell. Der Duo-Discus war inzwischen wieder gelandet, da es dem Flugschüler schlecht wurde. Ich entschied mich, mit der DG-300 zu weiter zu fliegen. Die Landschaft in der Gegend des Toggenburgs ist sehr abwechslungsreich und Thermik mit bis zu 3 m/s machen den Flug spannend.

Ich fliege immer leicht versetzt der DG-300 hinterher. Mit hoher Geschwindigkeit gleiten wir das Toggenburg entlang. Doch leider kam ich in starke Abwinde und der Abstand zwischen mir und der DG-300 wurde immer grösser. Doch die Thermik lies mich auch ganz tief unten nicht im Stich und ich war bald wieder auf der Arbeitshöhe angelant. Ich fliege Richtung Säntis. Majestätisch erhebt sich seine schneebedeckte Kuppe aus dem Toggenburg hervor.

Nach 3,5 Stunden Flugzeit bin ich wieder heil auf dem Speck gelandet. Ein wunderschöner Flug ist zu Ende. Er war sehr lehrreich, vor allem, weil ich noch nie in diesem Gebiet unterwegs war. Ich habe aber auch gelernt mich aus schwierigen Situationen in geringer Höhe wieder herauszuarbeiten. Ein paar mal ist mir das passiert, da ich falsche Entscheidungen getroffen habe und zu lange Gleitflug-Abschnitte in meinem Flug gemacht habe.

 

© Johannes Klaiber, fliegerweb.com

 

 

 

 

 

 

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