Erstellt am: 13.05.2016, Autor: rk

Skyguide unterstützt Luftpolizeidienst rund um die Uhr

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skyguide (Foto: skyguide)

Die Entführung einer Maschine der Ethiopian Airlines durch den Co-Piloten sorgte im Februar 2014 weltweit für Schlagzeilen.

Am frühen Morgen des 17. Februar 2014 erreichte der entführte Flug 702 den Schweizer Luftraum, gemäß internationalen Abmachungen von italienischen, respektive französischen Kampfjets begleitet. Die Maschine landete schließlich mit professioneller Unterstützung der diensthabenden Flugverkehrsleiter sicher in Genf. Am Montag ist der Flugzeugentführer, der politisches Asyl in der Schweiz suchte, zu einer stationären Maßnahme verurteilt worden. Dieser Vorfall bestätigte die Notwendigkeit, rund um die Uhr über einen Luftpolizeidienst zu verfügen. Die Einführung dieses erweiterten Dienstes stellt auch die Schweizer Flugsicherung skyguide vor große Herausforderungen.

Vorgehen bei Flugzeugentführungen

Die Sicherheitsbehörden werden in einer solchen Situation unmittelbar informiert, und die zivile Flugsicherung von skyguide stellt die Verbindung zu den Flugzeugenführern sicher. Sie muss die Situation an Bord und die Flugtauglichkeit der Maschine abschätzen. Die Flugsicherung kümmert sich in solchen Situationen um die Sicherheit von Passagieren, Crew und der Bevölkerung am Boden, indem sie die Maschine – gemäß ihrer in internationalen Regulationen verankerten Mission – so rasch als möglich zur Landung bringt. Die Überwachung der Luftlage durch die Luftwaffe und die Flugsicherung durch skyguide sind rund um die Uhr sichergestellt und die FlugverkehrsleiterInnen sind auf solche Situationen trainiert.

Herausforderungen an den Luftpolizeidienst

Sind die Entführer nicht kooperativ, ist ein Luftpolizeieinsatz, eine sogenannte hot mission, nötig. Solche Luftpolizeieinsätze stellen auch große Anforderungen an skyguide. Die Piloten der Kampfjets werden vom Boden aus unterstützt von Tactical Fighter Controllern der skyguide. Diese helfen den Piloten, ihren Auftrag zu erfüllen, sei es Interzeption, Identifikation, Etablierung der Kommunikation (bei fehlendem Funkkontakt auf Sicht), Anweisung den Kurs zu ändern oder zu landen, nötigenfalls mit Waffeneinsatz.

Seit die Armee ein entsprechendes Budget zugesichert bekam, arbeitet die Luftwaffe am Ausbau des Luftpolizeidienstes. Bereits ab diesem Jahr steht der Luftpolizeidienst von 8 bis 18 Uhr während 50 Wochen bereit. 2017 wird diese Präsenz dann auf 365 Tage ausgeweitet. Ab 2019 wird der Dienst von 6 bis 22 Uhr bereitstehen und Ende 2020 erfolgt dann der Ausbau auf 24 Stunden. Geleitet werden die Kampfjets von der Einsatzzentrale, die in Friedenszeiten von Dübendorf aus betrieben wird. Skyguide betreibt europaweit als einzige Flugsicherungsgesellschaft sowohl die zivile Flugsicherung wie auch militärische Flugplätze und die militärische Jägerleitung.

Der Aufwand für die Ausweitung dieses Sicherheitsdispositivs ist nicht zu unterschätzen. Bei der Flugsicherung skyguide sind 16 neue Stellen vorgesehen, was bis zur vollständigen Umsetzung am 1. Januar 2021 für skyguide mit Kosten von 25 Mio. CHF verbunden ist. Die Ausbildung der neuen FlugverkehrsleiterInnen dauert – je nach Aufgabe – drei bis fünf Jahre. Entsprechend früh und zügig muss skyguide diesen Auftrag angehen.

Daniel Weder, CEO von skyguide, sagt: "Für skyguide ist dieser Auftrag zur Unterstützung von Behörden, Luftwaffe und Polizei vorrangig und eine große Herausforderung. Er stellt einen wesentlichen Beitrag im Sicherheitsverbund der Schweiz dar."

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