Erstellt am: 06.01.2022, Autor: rk

So sieht Eurocontrol die Luftfahrterholung

British Airways Boeing 747-400 letzter Flug

British Airways Boeing 747-400 letzter Flug (Foto: via Facebook)

Die Europäische Organisation für die Flugverkehrsdienstleistungen Eurocontrol zeigt im neusten Think Paper, wie sich der Luftverkehr während und nach Corona erholen könnte.

Auf der Grundlage ihrer neuesten Luftfahrtdaten biete das 15. Think Paper von Eurocontrol eine zuverlässige Zusammenfassung aller Schlüsselindikatoren für die europäische Luftfahrt im Jahr 2021, teilt Eurocontrol mit. Für 2022 erwartet die europäische Flugsicherungsorganisation eine Fortsetzung der 2021 gestarteten Erholung von der Pandemie, wonach gegen Ende Jahr 70 bis 90 Prozent des Verkehrs von 2019 erreichen werden sollte.

Eigenen Angaben zufolge erwartet Eurocontrol eine partielle und nachhaltige Erholung des Verkehrs in Europa. Das Verkehrsaufkommen lag zu Beginn des Jahres 2021 im Januar bei 36 Prozent des Niveaus von 2019, erholte sich aber im Laufe des Sommers dank der Massenimpfungen und des digitalen Covid-Zertifikats der EU auf rund 70 Prozent und erreichte am 27. August 2021 mit 26’773 Flügen ein Zweijahreshoch. Die Ferienflüge zogen sich bis in den Herbst hinein, wobei das Verkehrsaufkommen Ende Oktober auf 81 Prozent anstieg, und trotz Omikron und zusätzlicher Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen für viele Reiseziele lag das Verkehrsaufkommen im Dezember bei 78 Prozent des Niveaus von 2019. Insgesamt erreichte das jährliche Verkehrsaufkommen im gesamten europäischen Luftverkehrsnetz 56 Prozent des Niveaus von 2019.

Eurocontrol geht davon aus, dass sich dieses Wachstum 2022 nicht abschwächen wird und dass sich das Verkehrsaufkommen bis zum Jahresende 2022 auf 70 bis 90 Prozent des Niveaus von 2019 erholen wird – auch wenn die sich entwickelnde Pandemie das Verkehrsaufkommen derzeit viel näher an die Basisprognose von Eurocontrol heranbringe, welche nicht optimistischste sei, hält Eurocontrol weiter fest. Die finanziellen und soziologischen Auswirkungen seien nach wie vor enorm und nicht wesentlich besser als im ersten Jahr der Pandemie. Schätzungen des internationalen Flughafenverbandes ACI zufolge sind 2021 etwa 1,5 Milliarden Passagiere weniger von europäischen Flughäfen abgeflogen als 2019. Das wäre nur geringfügig besser ist als die 1,7 Milliarden des Jahres 2020 und entspricht nur etwa 55 Prozent des Flugangebots in Europa vor der Pandemie. Insgesamt gab es im Jahr 2021 im gesamten Eurocontrol-Netz 4,9 Millionen weniger Flüge als 2019, gegenüber 6,1 Millionen weniger im Jahr 2020. Auch die Verluste der europäischen Fluggesellschaften beliefen sich 2021 auf 18,5 Milliarden Euro, verglichen mit 22,2 Milliarden im Vorjahr.

Für Eamonn Brennan, Generaldirektor von Eurocontrol, bleibt die Situation im Moment enorm herausfordernd. Das Verkehrsaufkommen mag derzeit bei 78 Prozent des Niveaus von 2019 liegen, aber die sich entwickelnde Omikron-Situation zwinge viele der führenden europäischen Fluggesellschaften dazu, ihre Kapazitäten im Januar um bis zu 30 Prozent zu kürzen – und parallel dazu beginnen sie, Flüge aufgrund des krankheitsbedingten Ausfalls von Besatzungsmitgliedern zu streichen.

Dennoch ist Eamonn Brennan zuversichtlich, dass das Jahr 2022 auf der Widerstandsfähigkeit aufbauen werde, welche die Luftfahrt 2021 in einer Krise gezeigt habe, die 2020 die Wirtschaft lahmgelegt hatte. „Sobald sich die Lage bessert, erwarten wir einen raschen Aufschwung, der die europäische Luftfahrt dem Verkehrsaufkommen von 2019 deutlich näher bringen wird. Gleichzeitig müssen alle Akteure in diesem Jahr ihre Pläne für einen nachhaltigen Luftverkehr dringend beschleunigen und mit umfangreichen Investitionen in neue technologische Lösungen wieder nachhaltig aufbauen“, mahnt Eamonn Brennan.

SkyNews, hjb

Das Think Paper 15 von Eurocontrol als PDF

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