Erstellt am: 25.10.2009, Autor: rk

Iberia streicht Flüge

CR Airbus SA, Iberia A319

Die spanische Fluggesellschaft Iberia hat für Montag und Dienstag die Streichung von 400 Flügen angekündigt.

Betroffen sind hauptsächlich Inland- und Europaflüge von Iberia, Verbindungen, die von Vueling und Air Nostrum beflogen werden, werden voraussichtlich normal abgewickelt werden können. Die Flugstreichungen erfolgen auf Druck der Gewerkschaft des Kabinenpersonals, die dem spanischen Flag Carrier mit Streik drohen. Die Flugbegleiter verlangen von ihrem Arbeitgeber höhere Löhne und wollen dieser Forderung mit gezielter Arbeitsniederlegung Nachdruck verleihen. Iberia steht wie alle anderen Fluggesellschaften unter einem starken Kostendruck, der wegen der schlechten Nachfrage momentan nicht aufgewogen werden kann. Neben Kapazitätsanpassungen kann in der Regel nur bei den Personalkosten gespart werden, dies ist jedoch ein heikles Thema. Das fliegende Personal ist in der Regel sehr gut organisiert und kann auf das Management einer Airline einen gewaltigen Druck ausüben. Ein Streik beim Kabinen- oder Cockpitpersonal führt neben dem Imageverlust zu extrem hohen Kosten, die man als Geschäftsleitung wann immer möglich vermeiden sollte. Iberia will bei den Arbeitnehmern die Löhne für 2010 und 2011 eingefrieren und einen Einstellungsstopp bis 2012 verhängen. Diese Massnahmen tönen moderat und sind durchaus nachvollziehbar, viel schwerer wiegen die strategischen Planspiele der Geschäftsleitung, die den Aufbau einer neuen Tochtergesellschaft für Inland- und Europaflüge zum Thema haben. Eine neu zu gründende Fluggesellschaft kann nur ein Ziel verfolgen: Tiefere Kostenstrukturen durch eine Verjüngung des Personals. Diese Idee wird den Gewerkschaften momentan wohl mehr Sorgen bereiten als kleine Lohnverbesserungen.

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