Erstellt am: 29.04.2022, Autor: ps

Flughafen Erfurt-Weimar wird Remote kontrolliert

Flughafen Erfurt-Weimar

Flughafen Erfurt-Weimar (Foto: Flughafen Erfurt-Weimar)

Seit dem 28. April 2022 wird der Verkehr am Flughafen Erfurt-Weimar von Leipzig aus kontrolliert.

In Leipzig betreibt die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH ihr Remote Tower Control (RTC) Center, von dem bereits der Flugverkehr des Airports Saarbrücken erfolgreich überwacht wird.

Ein aufwendiges Kamerasystem auf dem Erfurter Kontrollturm sorgt dafür, dass die Fluglotsen den Verkehr auch ohne den Blick aus dem Tower kontrollieren können. Hochauflösende Video- und Infrarotkameras liefern ihnen permanent ein 360-Grad-Bild des Airports. Außerdem wurden statische Vorfeldkameras sowie schwenkbare Video- und Infrarotkameras installiert, mit denen sich Details heranzoomen lassen. Durch die Infrarottechnik haben die Lotsen eine deutlich verbesserte Sicht, vor allem bei Dunkelheit. Mithilfe des RTC-Systems lassen sich außerdem Bewegungen von Flug- und Fahrzeugen manuell oder automatisch verfolgen und auf den Monitoren hervorheben.

„Unser Remote-Tower-Control-System steht für Innovation, Effizienz und unverändert hohe Sicherheitsanforderungen“, sagt Arndt Schoenemann, Vorsitzender der DFS-Geschäftsführung. „Das Gesamtkonzept aus Infrarot, Farbsensorik sowie automatischer Objekteverfolgung und -erkennung unterscheidet uns von anderen Flugsicherungsorganisationen. Damit haben wir die fortschrittlichste Remote Tower Technologie weltweit im Einsatz.“

Die DFS hat das RTC-System bereits erfolgreich eingesetzt. Seit Dezember 2018 wird der Saarbrücker Flugverkehr aus Leipzig kontrolliert. „Seitdem wurden mehr als 36.000 Flüge kontrolliert und mehr als 600.000 Passagiere transportiert, ohne dass es Auswirkungen auf die Luftraumnutzer gegeben hätte. Darauf sind wir stolz“, so Schoenemann.

Prof. Gerd Stöwer, Geschäftsführer/ CEO der Flughafen Erfurt GmbH, lobt ebenfalls den Einsatz von RTC: „Als internationaler Verkehrsflughafen unterstützen wir das innovative Projekt, die Flugverkehrskontrolle für Starts und Landungen am Flughafen von einem zentralen Standort durchführen zu lassen. Mit der Teilnahme an diesem Projekt leisten wir einen guten Beitrag zur weiteren Steigerung der Effizienz des deutschen Flugverkehrssystems. Dank des Einsatzes modernster Technik lassen sich die Flugsicherungskontrolldienste im Nahbereich des Flughafens auch weiterhin sicher umsetzen. Die bisherige exzellente Zusammenarbeit zwischen dem Flughafenbetreiber und der Deutschen Flugsicherung wird auch mit RTC erfolgreich fortgeführt.“

Im Vergleich zu Saarbrücken wurde das Erfurter RTC-System nur minimal angepasst. „Es war uns wichtig, nichts Gravierendes zu ändern. Grundsätzlich sollen beide Systeme möglichst identisch sein, um die Arbeit für diejenigen Lotsen zu erleichtern, die künftig für beide Flughäfen ausgebildet werden“, erläutert DFS-Chef Arndt Schoenemann. Und der nächste Standort ist bereits in Planung: Nach aktuellem Stand soll Ende 2023 auch der Flughafen Dresden von Leipzig aus überwacht werden.

In dem Remote Tower Control Center in Leipzig arbeiten bereits zehn Fluglotsen, die 2018 von Saarbrücken nach Sachsen gewechselt sind. Hinzu kommen alle elf Kolleginnen und Kollegen, die bisher im Tower am Flughafen Erfurt-Weimar tätig waren.

Ihr Remote-Tower-System hat die DFS gemeinsam mit dem österreichischen Technologieunternehmen Frequentis entwickelt; die Video- und Infrarotsensoren stammen vom deutschen Konzern Rheinmetall Defence Electronics. Für die nationale und internationale Vermarktung des DFS-Remote-Tower-Systems haben die DFS-Tochter DFS Aviation Services GmbH und Frequentis das gemeinsame Tochterunternehmen Frequentis DFS Aerosense GmbH gegründet.

DFS

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