Erstellt am: 22.01.2021, Autor: rk

Comac C919 schliesst Kältetests ab

Comac C919 cold weather testing

Comac C919 cold weather testing (Foto: Comac)

Der chinesische Single Aisle Jet Comac C919 hat in der Mongolei die Kältetests abgeschlossen und damit einen wichtigen Meilenstein im Flugtestprogramm erreicht.

Bei diesen Tests wurde der Prototyp Nummer fünf mit der Baunummer 105 verwendet. Die Boden- und Flugtests fanden auf dem Hulunbuir Hailar Airport in der Mongolei statt, hier erreichen die Temperaturen im Winter häufig bis zu 40 Grad unter null. Die Versuche unter winterlichen Wetterbedingungen erstreckten sich laut Comac über zwanzig tage und verliefen erfolgreich. Das Schmalrumpfflugzeug aus chinesischer Produktion kommt damit seiner Zulassung einen weiteren Schritt näher, Comac strebt die Zertifizierung noch in diesem Jahr an. Dies würde den Weg für die ersten Auslieferungen an China Eastern ebnen.

Die Kältetests haben gezeigt, dass der Comac C919 Jet sowohl nach kurzen Umschlagzeiten als auch nach längeren Abstellzeiten sicher wieder in Betrieb genommen werden kann. Bei grossen Minus Temperaturen müssen die Piloten und Bodenbesatzungen in den meisten Fällen genaue Vorgaben befolgen, damit das Flugzeug vor der Inbetriebnahme auf eine akzeptable Temperatur gebracht werden kann, um Schäden an Teilsystemen zu vermeiden. Bei den extremen Kältetests gilt es, die ausgearbeiteten Verfahren zu überprüfen, damit die Flugzeuge auch nach längeren Standzeiten in den kältesten Regionen unserer Erde sicher in Betrieb genommen werden können. Als Temperatur kritische Komponenten gelten die Hilfsturbine, die Triebwerke und das Treibstoffsystem, im Betrieb müssen die Klimaanlagen zeigen, dass sie bei dieser Kälte auch am Boden optimal funktionieren.

C919 Konkurrenz für Boeing und Airbus

Die C919 ist das erste chinesische Verkehrsflugzeug in dieser Größenklasse und bietet Platz für 156 bis 168 Passagiere und soll bis zu 4.075 Kilometer weit fliegen können. In einer Spezialausführung beträgt die Reichweite sogar 5.555 Kilometer. COMAC hat laut eigenen Angaben bereits 305 Festbestellungen und insgesamt mehr als 700 Kaufabsichtserklärungen für den neuen Airliner erhalten. Die Zulassung war für Ende 2020 geplant und wurde kürzlich in dieses Jahr verschoben.

China rechnet mit guten Absatzchancen

COMAC rechnet für den C919 Airliner mit guten Absatzchancen. Ab 2035 möchte COMAC einen Drittel der Single Aisle Jets in China aus einheimischer Produktion stellen. Im Weltmarkt visiert man einen Fünftel des Absatzes an und würde damit zu den beiden ganz großen Airbus und Boeing aufschließen.

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