Erstellt am: 30.11.2015, Autor: ps

Buchvorstellung im Dornier Museum

Dornier Museum Friedrichshafen

Dornier Museum Friedrichshafen (Foto: Dornier Museum)

Silvius J. Dornier präsentiert am 3. Dezember 2015 sein drei-bändiges Werk „Flugzeiten“ im Dornier Museum Friedrichshafen.

Er ist der Stifter des Dornier Museums und hält die Geschichte des ehemaligen Luft- und Raumfahrtkonzerns am Leben: Silvius J. Dornier. Am 3. Dezember 2015 wird „Flugzeiten“, das dreibändige Werk des ältesten Sohns aus zweiter Ehe des Flugzeugkonstrukteurs Claude Dornier, um 18 Uhr im Dornier Museum vorgestellt.

Silvius J. Dornier, geboren 1927, ist zurückhaltend, was über seine Lippen kommt, ist wohl überlegt. Auch wenn der Mann, der an der ETH in Zürich Luftfahrttechnik studiert hat, nicht laut spricht, ist ihm Aufmerksamkeit gewiss und man spürt: Silvius J. Dornier spricht nicht nur von Werten; er lebt sie auch. Die Achtsamkeit beispielsweise, mit der er auf frühere Dornier-Mitarbeiter zugeht, hat ihm der Vater, auf den alles zurückgeht, vermittelt: Der habe ihn, Silvius J. Dornier, bereits als Kind angewiesen, beim Betreten von Werkshallen die Kopfbedeckung abzunehmen und die Hände aus den Hosentaschen zu nehmen, erzählte er einmal.

Die Memoiren von Silvius J. Dornier tragen den Titel „Flugzeiten“, der Untertitel lautet „Aus dem  Leben und Werk meines Vaters Claude Dornier, seiner Mitarbeiter, Freunde und Konkurrenten für die Luftfahrt – in den Wirren und Umbrüchen des 20. Jahrhunderts. Insgesamt schlägt der Autor einen großen Bogen: Band I von „Flugzeiten“ trägt den Titel „Die frühen Jahre“, Band II „Ein Konzern entsteht und vergeht“ und Band III „Technische Anlagen“. Wobei er im Vorwort zum ersten Band einschränkt: „Nachdem ich in dem Zeitgeschehen persönlich nur teilweise involviert gewesen bin, kann ich nicht ausschließen, dass Wichtiges mir entgangen ist, es bei meiner Schilderung gelegentlich an kritischer Distanz fehlt oder die eigenen Erinnerungen an Vorkommnisse nur lückenhaft sind.“

Das leidenschaftliche Interesse für die Luftfahrttechnik, das Silvius J. Dornier schon früh entwickelt hat, ist in dem Werk spürbar. Auch auf die Rolle seiner Familie nach dem Tod von Claude Dornier  geht der Autor ein.

„Das Spannende an der Geschichte von Dornier ist ja, dass sich die Tätigkeit über so lange Zeit erstreckt, dass von den Anfängen noch im Zeppelinkonzern die Aktivitäten unter ganz unterschiedlichen Gesellschaftssystemen und Zeitbedingungen erfolgen mussten  – das deutsche Kaiserreich, der Erste Weltkrieg, die Weimarer Republik, der wirtschaftliche Zusammenbruch, also Börsenkrach, Inflation, große Arbeitslosigkeit“, sagte er in einem Interview kurz vor der Eröffnung des Dornier Museums in Friedrichshafen. Dann nach der Machtergreifung Hitlers das „Dritte Reich“ und der Zweite Weltkrieg. Wie nach dem Ersten Weltkrieg sei es danach der deutschen Luftfahrt verboten gewesen, in Deutschland zu arbeiten. Erst lange Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg sei  dann mit dem Kalten Krieg allmählich ein Neuanfang gekommen. „Es ist spannend, wie die Firma unter ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Systemen gearbeitet hat oder arbeiten musste“, so Silvius J. Dornier.

Im bereits erwähnten Interview sagte er auch: „Heute ist die Wirtschaft bisweilen sehr stark kurzfristig gewinnorientiert. Das war früher nicht in dem Maß der Fall. Bei Dornier ging es nicht primär ums Geldverdienen, sondern darum, bessere Produkte herzustellen. Natürlich brauchte man dafür Geld. Aber die Schwerpunkte waren andere. Ich möchte zeigen, was möglich ist, wenn Menschen koordiniert in respektvoller Weise miteinander umgehen, an einem Strang ziehen.“ Die Firma Dornier habe immer wieder große Krisen durchlebt. Manche Mitarbeiter hätten monatelang auf ihr Gehalt verzichtet. Teil des Dornier-Geistes sei auch ein gewisser Optimismus, Vertrauen, ganz nach dem Motto „Wir werden es schaffen“. „Wenn das der ein oder andere Besucher mitkriegt und es ihm in jetzigen oder künftigen Krisen hilfreich ist, dann ist ein großes Ziel erreicht“, sagte Silvius J. Dornier. „Mein Vater hat uns im Geist des Respekts vor arbeitenden Menschen erzogen. Diesen Respekt habe ich versucht weiterzutragen – auch im Museum.“

Jahre nach der Eröffnung des Dornier Museums spielt dieser Respekt erneut eine wichtige Rolle: in den Memoiren von Silvius J. Dornier.

Bei der Buchpräsentation wird Cornelius Dornier, jüngster Sohn von Silvius J. Dornier, über das Leben seines Vaters berichten. Sofern es der Gesundheitszustand von Silvius J. Dornier zulässt, wird er vor Ort einige seiner Bücher an diesem Abend signieren.

Die Buchvorstellung ist öffentlich und beginnt um 18 Uhr, der Eintritt ist frei.

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