Erstellt am: 26.11.2020, Autor: rk

Bodenverkehrsdienstleister schlagen Alarm

dnata Abfertigung in Zürich

dnata Bodenabfertigung in Zürich (Foto: dnata)

In der schwersten Luftfahrtkrise, die wegen des Corona Virus eingetreten ist, werden die Bodenabfertigungsdienste fast gänzlich vergessen, diese sollten wegen ihrer Systemrelevanz auch unterstützt werden.

Der Arbeitgeberverband der Bodenabfertigungsdienstleister im Luftverkehr (ABL) schlägt Alarm. Bei der aktuellen Debatte über finanzielle Unterstützung für die Luftverkehrsbranche werde ein unentbehrlicher Partner des ‚Systems Luftverkehr‘ völlig vergessen: die privaten Bodenverkehrsdienstleister an Flughäfen. „Ein großer Teil der rund 10.000 Arbeitsplätze ist in Gefahr, sollte es keine Zusagen für Sofortmaßnahmen seitens des Bundes und der Länder geben“, mahnt ABL-Vorsitzender Thomas Richter eindringlich.

Bodenverkehrsdienstleister sind systemrelevant

„Für den Transport von Tests und Impfstoffen in großem Umfang ist ein funktionierendes Luftverkehrssystem unabdingbare Voraussetzung. Die Bodenverkehrsdienstleister an den Flughäfen sind hierbei ein unentbehrlicher Prozesspartner: Sie stellen das erforderliche Equipment auf dem Vorfeld bereit, be- und entladen sowie enteisen die Flugzeuge und sorgen für sichere Check-In- und Boardingprozesse“, betont Richter.

Um eine funktionierende Infrastruktur an Flughäfen jederzeit sicherstellen zu können, fordert der Verband die Erstattung der notwendigen Bereitstellungskosten. „Genau wie bei den Flughäfen fallen auch bei den privaten Bodenverkehrsdienstleistern Vorhaltekosten für spezifisches Equipment, Mieten und Versicherungen an. Diese Betriebsmittel müssen von den Unternehmen bereitgehalten werden, um bei steigendem Flugbetrieb jederzeit arbeitsfähig sein zu können. Aus eigner Kraft ist das nicht mehr zu leisten. Die privaten Dienstleister brauchen – genau wie Flughafengesellschaften und Airlines – finanzielle Unterstützung“, so der Vorsitzende des ABL.

Richter weist auf die Dringlichkeit der Finanzhilfen hin: „Es geht um tausende Arbeitsplätze, die aktuell aufs Spiel gesetzt werden. Damit würde ein Kollaps der systemrelevanten Infrastruktur an Flughäfen drohen.“ Einige der privaten Bodenverkehrsdienstleister mussten Corona-bedingt bereits Stellen abbauen.

Bodenabfertigungsdienste sind alle Dienstleistungen rund um Passagiere und Fluggerät, wie Check-In, Bordkartenkontrolle, die Beförderung von Passagieren und Crews, das Be- und Entladen der Flugzeuge mit Gepäck, Fracht und Post, das Betanken, das Enteisen, die Einweisung von Flugzeugen sowie Mobilitätshilfen für Passagiere mit eingeschränkter Mobilität. Bundesweit sind ca. 37.000 Arbeitnehmer mit Abfertigungsdienstleistungen beschäftigt.

Über den ABL

Der Arbeitgeberverband der Bodenabfertigungsdienstleister im Luftverkehr (ABL) e.V. wurde im April 2018 von den privaten Unternehmen Acciona, AHS, Aviapartner, Losch, Swissport Losch und WISAG gegründet. Die Gründungsmitglieder decken die gesamte Bandbreite der Dienstleistungen im Bodenverkehr ab und beschäftigen insgesamt rund 10.000 Mitarbeiter. Der ABL ist aus der Motivation heraus entstanden, einen engagierten und verlässlichen Verhandlungspartner für die Gewerkschaften zu etablieren, der sich für sichere Arbeitsplätze in der Bodenabfertigung einsetzt. Primäres Ziel der Verbandsarbeit ist die Einführung eines allgemeinverbindlichen Branchentarifvertrages zur nachhaltigen Gewährleistung fairer Löhne und Wettbewerbsbedingungen.

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