Erstellt am: 05.05.2022, Autor: rk

Austrian fliegt Verlust ein

Austrian Airlines Boeing 777

Austrian Airlines Boeing 777 (Foto: Austrian Airlines)

Austrian Airlines erwirtschaftetet im ersten Quartal bei einem Umsatz von 201 Millionen Euro einen Verlust von 109 Millionen Euro, die Lufthansa Tochter erwartet eine starke Erholung.

Das traditionell schwächste Quartal war zum Jahresbeginn 2022 zunächst von den höchsten bisherigen Corona-Infektionszahlen und einem nach wie vor dünnen Flugplan gezeichnet.  Neben den Omikron-Beschränkungen führten in den ersten Monaten des Jahres auch die stark gestiegenen Treibstoffpreise zu einem erneuten Minus in der Bilanz von Austrian Airlines. Im März brachte die Verkündung großflächiger Lockerungen der Corona-Regeln in Österreich und ganz Europa einen seit Pandemiebeginn einzigartigen Buchungsboom bei der rot-weiß-roten Airline. Die große Reiselust der Austrian Fluggäste ist erstmals seit Ausbruch der Pandemie wieder durch ein langfristiges Buchungsverhalten erkennbar. „Aktuell verzeichnen wir für die Mai- und Junifeiertage sowie für die Sommerferien wöchentlich Buchungseingänge im sechsstelligen Bereich. Unsere Gäste buchen wieder länger im Voraus – die Sommerferienflieger füllen sich schon jetzt und auch Geschäftsreisen sind wieder im Kommen. Diese Dynamik stimmt uns sehr zuversichtlich!”, zeigt sich CCO Michael Trestl erfreut.

Das Ergebnis des ersten Quartals im Detail

Im ersten Jahresquartal 2022 war der Umsatz bei Austrian Airlines mit 201 Millionen Euro mehr als dreimal so hoch wie im Vorjahr (Q1 2021: 61 Mio. Euro), jedoch noch um ein Drittel geringer als im selben Zeitraum 2020 (Q1 2020: 287 Mio. Euro), in den der Beginn der Corona-Pandemie fiel. Ähnlich entwickelten sich die Gesamterlöse der heimischen Airline mit einem Anstieg gegenüber 2021 um 220 Prozent auf 208 Millionen Euro (Q1 2021: 65 Mio. Euro, Q1 2020: 304 Mio. Euro). Die Gesamtaufwendungen sind um 87 Prozent auf 316 Millionen Euro gestiegen (Q1 2021: 169 Mio. Euro, Q1 2020: 440 Mio. Euro). Das Adjusted EBIT, welches Bewertungsgewinne/-verluste aus Flugzeugverkäufen bzw. -bewertungen exkludiert, hat sich, u.a. aufgrund bestehender Reiserestriktionen und gestiegener Treibstoffkosten, mit -109 Millionen Euro gegenüber 2021 (Q1 2021: -105 Mio. Euro) leicht verschlechtert (-5%), gegenüber 2020 jedoch um 20% verbessert (Q1 2020: -136 Mio. Euro). Die Liquidität des Unternehmens bleibt weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Die nächste reguläre Kreditrate in Höhe von 30 Millionen Euro wird zum Ende des zweiten Quartals rückgezahlt.

In Summe wurden im ersten Quartal des Jahres 1,1 Millionen Passagiere befördert, und somit fast ein Vierfaches im Vergleich zu 2021 (Q1 2021: 308.000). Auch die angebotenen Sitzkilometer entwickelten sich mit 3,3 Milliarden entlang dieses Trends (Q1 2021: 831.000) und näherten sich jenen des ersten Quartals 2020 (Q1 2020: 4,5 Milliarden). Ebenso stieg auch die Auslastung der Austrian Airlines Flüge im ersten Jahresquartal um 10,6 Prozentpunkte gegenüber 2021 auf 63,2 Prozent (Q1 2021: 52,5%), was 5 Prozentpunkte unter der Auslastung im ersten Quartal 2020 liegt (Q2 2020: 68,2%).

Buchungseingänge in Millionenhöhe zeigen klaren Trend zurück zur langfristigeren Reiseplanung

Zum Ende des ersten Quartals zeichneten sich mit den Lockerungen bzw. dem Wegfallen vieler coronabedingten Restriktionen in vielen Teilen Europas und der Welt Neubuchungen in Millionenhöhe ab. Besonders erfreulich ist dabei die Rückkehr zu einem langfristigeren Buchungsverhalten für die Sommermonate. Für Flüge in den Monaten April bis September sind die Buchungseingänge bei Austrian Airlines derzeit fast viermal so hoch wie noch im Vorjahr. Die rot-weiß-rote Airline rüstet sich zu europäischen Feriendestinationen mit einem um 20 Prozent größeren Angebot als vor der Pandemie und Neueinstellungen von Mitarbeiter:innen in der Kabine für volle Flieger im Sommer. Auch Nordatlantik-Ziele, u.a. mit Los Angeles zurück im Streckenportfolio, werden für die Feiertage im Mai und Juni, die Sommerferien und darüber hinaus stark gebucht.

Austrian fliegt erstmals mit nachhaltigem Flugkraftstoff

Seit März 2022 tankt Austrian Airlines als erste österreichische Airline Sustainable Aviation Fuel (SAF) am Flughafen Wien im Umfang von 1.500 Tonnen. Der nachhaltige Flugkraftstoff wird regional von der OMV in der Raffinerie Schwechat aus österreichischem Altspeiseöl produziert und direkt ins Betankungssystem am Flughafen Wien eingespeist. Die Verwendung von SAF im Flugbetrieb von Austrian Airlines ist einer der größten Hebel zur Erreichung der CO2-Neutralität bis 2050.

Neue Herausforderungen und alte, die bleiben

Für Unsicherheit in der Branche sorgt vor allem die aktuelle Preissteigerung für Kerosin, die die gesamte Luftfahrt vor große Herausforderungen stellt. Während im touristischen Segment ein starker Aufwind herrscht, ist der Aufwärtstrend bei Geschäftsreisen zwar etwas flacher, dafür steigt aber die Nachfrage nach zusätzlichem Komfort zunehmend. Um dieser Entwicklung gerecht zu werden, hat Austrian Airlines im ersten Quartal die Buchungsklasse Premium Economy auf der gesamten B767-Flotte fast verdoppelt, um mehr Passagieren Extra-Komfort zu bieten. „Das gesamte Austrian Team ist bereit! Mit einer erweiterten Premium Economy Class und über 150 frisch rekrutierten Mitarbeiter:innen in der Kabine sind wir startklar für einen Sommer im Vollbetrieb“, so COO Francesco Sciortino.

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