Erstellt am: 21.02.2013, Autor: rk

Airbus kehrt Lithium-Ionen Batterien den Rücken

Airbus A350 XWB

Nach den Problemen mit den Lithium-Ionen Batterien bei der Boeing 787 nimmt Airbus von diesen Stromspeichern für die ersten A350 Kundenmaschinen Abstand und wird beim neuen A350 vorläufig Nickel-Cadmium Akkumulatoren als Hauptstromspeicher einsetzen.
 
Als in den 1970er Jahren die Nickel-Cadmium Akkumulatoren die leistungsschwächeren Bleiakkumulatoren ersetzen sollten, traten ähnliche Probleme auf, wie sie bei den viel leistungsstärkeren Lithium-Ionen Akkumulatoren jetzt beim Dreamliner aufgetreten sind. Die Nickel-Cadmium Akkus haben sich in der Flugzeugindustrie gegen die älteren und viel schwereren Bleiakkus durchgesetzt und gelten in der Flugzeugindustrie seit mehr als dreissig Jahren als Standard.
 
Die Lithium-Ionen Batterien sind bis zu viermal leistungsfähiger als Nickel-Cadmium Akkus und werden sich über kurz oder lang im Flugzeugbau durchsetzen. Airbus will momentan jedoch keine Risiken eingehen und wird in den ersten Airbus A350 Kundenmaschinen vom Einbau der moderneren Lithium-Ionen Akkus absehen und vorläufig bewährte Nickel-Cadmium Akkus einsetzen. Der Hersteller kann diesen Wechsel jetzt noch problemlos vornehmen, in einem fortgeschrittenen Stadium im Flugtestprogramm wäre ein erzwungener Wechsel wohl mit Verzögerungen verbunden gewesen.
 
Die A350 Programmverantwortlichen bei Airbus betonen jedoch, dass beim A350 weiterhin auf Lithium-Ionen Batterien gesetzt würde, da diese Technologie in ihren Grundsätzen als sicher eingestuft werde. Momentan scheint es für den europäischen Flugzeugbauer jedoch angebrachter zu sein, bei den ersten Maschinen (Entry Into Service EIS Standard) auf die bewährten Nickel-Cadmium Akkus zurückzugreifen, solange die Batterieproblematik bei der Boeing 787 nicht vollständig gelöst ist. Airbus wird ihrerseits weitere Testreihen mit den neuen Lithium-Ionen Batterien durchführen, damit die Technologiesicherheit bei diesen leistungsstarken Stromspeichern vorwärtsgetrieben werden kann, auch das Flugtestprogramm wird zum grössten Teil mit Lithium-Ionen Batterien bestritten.
 
 
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