Autor: rk

Sopwith F.1 Camel, eines der besten Jagdflugzeuge im Ersten Weltkrieg

 

Sopwith F.1 Camel

   
 

Geschichte

Die Sopwith F.1 war eine Weiterentwicklung der Sopwith Pup. Die erste Maschine verliess die Werkhalle am 22. Dezember 1916. Wegen der höckerförmigen Maschinengewehr-Verkleidung wurde sie auf den Spitznamen Camel getauft. Der Erstflug erfolgte um die Jahreswende 1916/17. Die F.1 löste ab Sommer 1917 die Sopwith Pup an der Westfront ab. Die Camel wurde auf sämtlichen Kriegsschauplätzen erfolgreich eingesetzt.
 

Sopwith F.1 Camel

Archiv Robert Kühni

Hauptkonstruktionsmerkmale

Es gelang dem Konstruktionsteam den Motor, die Treibstofftanks, zwei Maschinengewehre und die Pilotenkabine im vorderen Rumpf auf engstem Raum unterzubringen, die kompakte Bauweise führte zu der überragenden Wendigkeit der Camel. Das Drehmoment des Sternmotors unterstützte die Manövrierbarkeit zusätzlich. Der Doppeldecker war konventionell Aufgebaut. Der Rumpf bestand aus einem rechteckigen, drahtverspannten Holzrahmen. Der vordere Rumpfbereich wurde mit Leichtmetall beplankt, der Cockpitbereich mit Sperrholz ausgekleidet und die restliche Rumpfpartie konventionell mit Leine bespannt. Die untere Tragfläche hatte eine leichte V-Stellung, bei dem oberen Flügel wurde darauf verzichtet um den Auf- und Einbau zu vereinfachen. Die Tragfläche war vollständig mit Stoff bespannt.

 

Sopwith F.1 Camel

   
 

Motorisierung

Das neue Muster wurde mit einem Neunzylinder Umlaufmotor Clerget 9B mit einer Startleistung von 130 PS ausgerüstet. In die Serienmaschinen wurden auch Sternmotoren von LeRhone, Gnome und Bentley eingebaut. Die Triebwerke gaben eine Leistung zwischen 110 und 150 PS ab.

Bewaffnung

Mit zwei nach vorne, durch die Propellerebene feuernden 7,7 mm Vickers Maschinengewehren machten es die Engländer erstmals den Deutschen gleich. Die MGs waren mit je 250 Schuss versehen und verliehen der Camel eine gute Feuerkraft. Um den Druck auf die feindlichen Bodentruppen noch zu erhöhen, konnten die Jagdflugzeuge bis zu vier 11 kg Bomben unter dem Rumpf mitführen.

 

Sopwith F.1 Camel

Archiv Robert Kühni

Produktionszahlen

5490 Camels verliessen die Produktionshallen, sie dienten beim RFC, RNAC (Trägergestützte Version 2F.1), bei den Luftstreitkräften Belgiens, Kanadas und Griechenlands. Das amerikanische Expeditionskorps wurde auch mit Camels ausgerüstet, zudem wurde die F.1 bei der in Russland operierenden Slavo-British Aviation Group eingesetzt.

 

Sopwith F.1 Camel

   
 

Flugeigenschaften

Bei voller Motorleistung war das Flugzeug deutlich schwanzlastig und neigte zu einer gewissen Instabilität, die nur von erfahrenen Piloten in jeder Fluglage sicher kontrolliert werden konnte. Die Camel war neben dem Focker Dreidecker das wendigste Flugzeug im Krieg. Unterstützt durch das Drehmoment des Umlaufmotors waren die Rechtskurven sehr schnell und eng, einige erfahrene Piloten zogen es vor, statt einer Linkskurve um 90 Grad, eine Rechtskurve um 270 Grad zu fliegen, jeder Jagdflieger kann sich lebhaft vorstellen, dass ein solch’ taktischer Schachzug im Luftkampf für den Widersacher ziemlich unberechenbar war. Die Geschwindigkeit liess leider zu wünschen übrig, ihre Stärke lag eindeutig beim Überraschungsangriff. Die Camel war ein ausgezeichnetes Jagdflugzeug bis auf Einsatzhöhen von etwa 4000 Metern.

 

Sopwith F.1 Camel

Archiv Robert Kühni

Erfolge im Luftkampf

Die Sopwith F.1 Camel war das erfolgreichste Jagdflugzeug im Ersten Weltkrieg, 1294 Feinde fielen ihr während des Krieges zum Opfer. Eine gewissenhafte Studie von Chaz Bowyer korrigierte die Abschusszahlen der Camel, 70 Jahre nach den grossen Luftkämpfen während des Ersten Weltkrieges, auf rund 3000 feindliche Maschinen.

 

Sopwith F.1 Camel

   
 

Technische Daten Sopwith F.1 Camel


Hersteller: Sopwith Aviation Company, Kingston upon Thames.
Verwendung: Jagdflugzeug.
Besatzung: 1 Pilot
Antrieb: Umlaufmotoren von Clerget, Gnome, Le Rhone und Bentley, Motorleistungen zwischen 110 PS und 150 PS.

 

Sopwith F.1 Camel

Archiv Robert Kühni

Spannweite

8,53 m

Länge:

5,72 m

Höhe:

2,59 m

Flügelfläche:

21,46 m²

Leergewicht

421 kg

Startgewicht:

659 kg

Maximale Geschwindigkeit auf 2000 m:

156-185 km/h

Steigleistung auf 2000 m:

6 Minuten

Steigleistung auf 5000 m:

22 Minuten

Dienstgipfelhöhe:

7'300 m

Flugdauer:

2 Stunden 30 Minuten

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