Autor: jkla

Switzerland Professional X

Switzerland Professional X
Bild: fliegerweb.com
Als vor fünf Jahren das Switzerland Professional für den FS9 auf den Markt kam, war das Staunen in der Flusi Szene gross. Nun hat Flylogic am 6. August 2008 eine neue Version der Software auf den Markt gebracht, welche höhere Auflösungen, Autogen, Winter und Nachttexturen mit sich bringt.

Der folgende Testbericht bezieht sich auf die FSX Version.
Kauf & Installation
Das Add-On ist bei Mailsoft.com und bei diversen anderen Anbieter für rund 199 CHF Franken erhältlich. Wer die Vorgängerversion bereits besitzt, erhält die neue Version bei Mailsoft für 80 Franken oder 50 Euro. Der Preis erscheint auf den ersten Blick hoch, wenn man aber bedenkt, was das Add-On alles mit sich bringt und wie teuer die Luftaufnahmen waren, welche die Entwickler verwendet haben, ist das Add-On wirklich jeden ausgegebenen Franken wert. Die Szenerie kommt in einer Box im Format einer etwas dickeren DVD Hülle daher, darin befinden sich 5 DVD’s. 4 DVD’s sind für die Installation im FSX und eine DVD ist für die Installation im FS9. Natürlich ist auch ein Handbuch vorhanden.

Anleitung
Bild: Fabian Egli
DVD-Hülle
Bild: Fabian Egli

Die Installation verläuft vollautomatisch, das heisst DVD einlegen, auf Installieren klicken und alle paar Minuten die nächste DVD einlegen. Das Switzerland Pro X belegt rund 16 GB Platz auf der Festplatte. Die Installation verläuft relativ zügig. Nach etwa 15 Minuten war die Szenerie schon komplett installiert. Genug Zeit um während der Installation einen Blick in das kleine Handbuch zu werfen. Im Handbuch sind einige Tipps vorhanden, wie
man den FSX konfigurieren soll, um möglichst gute Resultate zu erzielen. Ich bin dem Handbuch Schritt für Schritt gefolgt und habe die Schieberegler in der jeweilig richtigen Position positioniert, wie es von Flylogic empfohlen wird. In der Praxis musste ich aber den Autogen Schieberegler etwas zurückziehen, da mein PC ansonsten nicht mitgespielt hätte.
Die Stadt Bern mit dem Stade de Suisse im Vordergrund und der Berner Altstadt im Hintergrund.
Screenshot: Fabian Egli

Erster Testflug
Der erste Flug...
Screenshot: Fabian Egli
Völlig neugierig startete ich den Flight Simulator X. Ich habe mich dazu entschieden den Testflug in Grenchen (LSZG) mit der Standard Cessna 172, welche mit einem Garmin G1000 ausgerüstet ist, zu starten. Erstmal war ich von der Ladezeit überrascht, sie ist um einiges kürzer als bei der Vorgängerversion des CH PRO X. Nach einer positiven Überraschung folgte sogleich ein kleiner Schock. Eine Framerate von rund 10-15 Bildern die Sekunde. Schnell wurde mir klar, dass dies an den 3D automatisch generierten Objekten liegt. Anstatt den Schieber auf „sehr dicht“ zu lassen, habe ich ihn zurück auf „dicht“ gezogen. Und schon habe ich eine akzeptable Framerate von etwa 20-30 Bildern die Sekunde erreicht. Die Szenerie hat meine Erwartungen bis jetzt mehr als erfüllt. Nach dem Take Off habe ich schnell bemerkt, dass die Texturen nur extrem langsam nachladen. So habe ich wieder das Handbuch zur Hand genommen, und die Konfigurationsdatei des FSX bearbeitet, wie im Handbuch erklärt.

Erster Flug...
Screenshot: Fabian Egli
Das Handbuch empfiehlt folgende Änderungen an der Konfigurationsdatei vorzunehmen:

• In der Sektion [DISPLAY] ist es ratsam zwischen der Grafikkarte und der Bildschirmauflösung eine neue Linie mit folgendem Befehl einzufügen: MipBias=5.
Sollte damit das Bild flimmern, kann der Wert 5 durch 4 ersetzt werden, wichtig ist, dass der MipBias Eintrag vorhanden ist.
• In der Sektion [TERRAIN] sollte man den LOD_Radius von 4.5 auf 6.5 erhöhen. Diese Einstellung bewirkt, dass Bergen und andere Texturen schon früher nachgeladen werden. Bei diesem Wert muss etwas experimentiert werden, da die optimale Einstellung systemabhängig ist.

In meinem Fall musste ich den MipBias auf 4 setzen, da bei dem Wert 5, das Bild zu flimmern begann.
Nach diesen zwei Änderungen waren bereits sichtbare positive Veränderungen zu sehen.
Für das Feintuning habe ich Flusi Fix von Wolfang Picheta verwendet. (Link)
Nach dem Feintuning waren sogar Flüge über der Schweiz mit 260 Knoten in 7000 Fuss Höhe mit scharfen Texturen möglich.
So etwas habe ich im alten Switzerland Pro nie erleben dürfen. Da Switzerland Pro X hauptsächlich eine Sichtflugszenerie ist, wurden 784 Landmarks gesetzt, diese sollen dem Sichtflugpiloten helfen, sich in der virtuellen Schweiz zu orientieren. Dazu gehören Sendemasten, Bergstationen von Gondelbahnen, Atomkraftwerke etc. Es sind zwar noch lange nicht alle Gebäude, Sendemasten und sonstige bekannte Landmarks vorhanden, jedoch reichen die vorhanden Landmarks vollkommen aus.

Der Säntis mit der Antenne und der Gondelbahnstation
Screenshot: Fabian Egli
Automatisch generierte Objekte geben der Scenery den letzten Schliff und verdecken manchmal die unscharfen Texturen – clever gemacht! Da nicht jedes Gebäude in Switzerland Pro manuell platziert wurde, sondern automatisch generiert wird, kann es mal vorkommen, dass an einem Ort ein völlig unpassendes Gebäude steht. Das zurzeit bekannteste Beispiel dafür ist, die Hörnlihütte am Matterhorn, welche eher einer modernen Villa ähnelt. Die wichtigsten Landmarks wurden meiner Meiunung nach gesetzt. Die Objekte, welche vorhanden sind, sind realitätsgetreu nachgebildet, man kann sogar Schriftzüge auf den Gebäuden lesen. Hier haben die Designer einen wirklich guten Kompromiss zwischen Qualität und Quantität getroffen.

Das Inselspital in Bern, sogar die Schriftzüge sind lesbar.
Screenshot: Fabian Egli
Aletsch Gletscher
Screenshot: Fabian Egli

Ein weiteres neues Feature ist, dass Autos durch die Schweiz fahren, dies erhöht den Flugspass enorm. Allerdings ist auch dies eine Funktion, welche dem Computer eine ziemliche Rechenleistung abverlangt und somit weniger Bilder pro Sekunde erreicht werden können.Was schade ist, dass die Autos nicht durch sondern über die Tunnels fahren. Mit dem neuen Switzerland Pro X ist es möglich Night VFR in der virtuellen Schweiz zu fliegen. Um dies zu ermöglichen, wurden Lichter in die Szenerie gesetzt, nachdem jedoch eine Fotoszenerie an sich keine Lichter hat, bleiben die Texturen dunkel, daher ist CH Pro X nur begrenzt Night VFR tauglich. Ich habe manchmal das Gefühl, dass die Lichter zu gross und zu hell sind. Ich würde nie auf die Idee kommen, Night VFR durch die Schweiz zu fliegen, nur schon, weil VFR fliegen am Tag viel schöner ist und daher werde ich in den Genuss der Lichter nur beim Landen, Starten oder beim Überflug mit einem Airliner kommen.
Luzern bei Nacht
Screenshot: Fabian Egli

Die Wintertexturen
Ich schätze die neue Funktion sehr, da nun endlich Flüge durch die zugeschneite Schweiz möglich sind. In der alten Version waren selbst im tiefsten Winter keine verschneiten Texturen vorhanden.
Das völlig zugeschneite Wengen
Screenshot: Fabian Egli

Switzerland Pro X in Verbinung mit der Payware Szenerie Zürich von FS Deamteam
Die Zürich Szenerie bettet sich sehr gut in das Switzerland Pro X ein. Siehe Bild.
Das einzige was mir aufgefallen ist, ist dass die Frames minim tiefer sind, als auf einem
Standard Flugplatz, was natürlich auch logisch ist da die Zürich Szenerie viel mehr Details zu bieten hat.
Die Texturen zwischen dem Zürcher Flughafen und CH Pro X verlaufen schön ineinander.
Screenshot: Fabian Egli

Hardware für Switzerland Pro X
Flylogic empfiehlt einen PC mit folgenden Komponenten um den FSX und das CH Pro X gut zu betreiben:

Dual Core Prozessor 3.0 GHZ
4 GB Ram
Grafikkarte mit 512 MB Speicher DX 10 fähig
16 GB Freier Speicherplatz Ich empfehle folgende Komponenten:
Intel Dual Core Prozessor E8500 3.16 GHZ
4 GB Ram
Nvidia 9800 GT oder besser
FSX + Accelaration Pack oder Service Pack 2 für den FSX.
Fazit
Das Switzerland Pro X überzeugt in ganzer Länge. Ich fand, dass die ältere Switzerland Pro Vesion schon eine Sensation und eine grosse Bereicherung für die Flusi Szene war. Jedoch ist das, was Flylogic hier entwickelt hat, einfach erste Sahne. Ich habe schon lange kein Add-On mehr gesehen, welches mir so viel Spass und Freude bereitet hat wie dieses. Die Szenerie dürfte selbst den Airlinepiloten dazu verführen, eine Runde in der Cessna durch die Schweizer Täler zu drehen.
Besten Dank an Mailsoft und Flylogic für das Zuverfügungsstellen der Software.
Das macht das CH Pro X so attraktiv:

• Viele Landmarks
• Wintertexturen
• Das Autogen funktioniert sehr gut, auch wenn zum Teil unpassende Objekte
• Gute Bildwiederholungsrate
• Upgrade vom alten Switzerland Pro X auf die neue Version für 80 Fr.
• Es wurde Rücksicht auf die stark verbreitete Szenerie Zürich von FS Dremteam genommen.


Flug mit Mooney über Switzerland Professional X von Flylogic
Switzerland Professional X
Film von Fabian Egli

 


Vielen Dank unserem FSIM Autoren Fabian Egli!

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