Erstellt am: 11.03.2016, Autor: rk

Shoreham Hawker Hunter Absturz

Hawker Hunter T7 Shoreham Airshow

Hawker Hunter T7 Shoreham Airshow (Foto: John5199)

Die Flugshow Veranstalter waren über das Show Programm des verunglückten Hunters, der bei diesem tragischen Unfall elf Leute aus dem Leben riss, nicht informiert.

Die britische Unfalluntersuchungsbehörde AAIB hat einen Zwischenbericht über den Hunter Absturz an der letztjährigen Shoreham Air Show veröffentlicht und einige Mängel bei der Planung der Flugvorführungen aufgedeckt. Am Samstag, den 22. August 2015, stürzte an der Shoreham Air Show in Großbritannien ein Hawker Hunter T7 ab, dabei kamen elf Menschen ums Leben, der Pilot hat den Unfall mit schweren Verletzungen wie durch ein Wunder überlebt.

Video: Hawker Hunter T7 Crash auf der Shoreham Air Show 2015

Eigentlich sollte es bei solchen Air Shows eine Selbstverständlichkeit sein, dass man eine Risikobeurteilung für jeden geplanten Vorführungsflug macht, dies wurde laut AAIB bei der Shoreham Air Show leider nicht gemacht. Die Veranstalter haben zwar eine Risikoanalyse ausgearbeitet und die Risiken korrekt aufgezeigt, nur beurteilt wurden sie nicht richtig. Zusätzlich kommt dazu, dass die Vorführungen der einzelnen Flugzeuge nicht individuell beurteilt wurden. Eine solche Risikoüberprüfung hätte das riskante Manöver von Andy Hill mit dem Hunter nicht zugelassen, so hätte der schwere Unfall vermutlich verhindert werden können.

Hinterher ist man immer schlauer, die britische Luftaufsichtsbehörde wird bei den nächsten Flugshows bestimmt bessere Risikoeinschätzungen von den Veranstaltern einfordern. Mit einer gut durchgeführten Risikoanalyse können solch schwere Unfälle vermieden werden. Das Risiko wird bei Vorführungsflügen weiterhin mitfliegen, aber es kann gelindert werden. Es darf nicht sein, dass mit einem Vintage Jet solche Hochenergie-Manöver mit vertikalen Komponenten vorgeführt werden. Pistenüberflüge mit hohen Geschwindigkeiten in tiefer Flughöhe werden weiterhin problemlos machbar sein und gelten als weniger riskant. Mit modernen Fly-by-Wire Kampfjets können auch enge Kurvenmanöver mit hohen G-Beschleunigungen weiterhin vorgeflogen werden, dabei muss aufgepasst werden, dass der Jet nicht direkt mit hohen G-Kräften gegen das Publikum eindreht.

Wenn die von dem AAIB angeregten Risikoanalysen mit dem nötigen Augenmass durchgeführt werden, dann werden die Flugshows in Grossbritannien noch sicherer und für hunderttausende von Besuchern weiterhin interessant bleiben und viel Freude bereiten.

Zwischenbericht AAIB Bulletin S1/2016

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