Erstellt am: 01.03.2018, Autor: rk

Russland kauft Tu-160 Bomber

Tupolev Tu-160 (Foto: Russian Air Force)

Tupolev Tu-160 (Foto: Russian Air Force)

Die russischen Luftstreitkräfte haben bei der United Aircraft Corporation zehn Tupolev Tu-160M2 Blackjack Langstreckenbomber bestellt.

Die russischen Streitkräfte setzen momentan dreizehn überschallschnelle Tupolev Tu-160 Großbomber ein, dabei handelt es sich weltweit um das größte Kampfflugzeug. Der Atombomber kann bis zu Mach 1,9 schnell fliegen und hat eine Bombenzuladung von rund 35 Tonnen. Ohne Luftbetankung kann die Tu-160 bis zu 12.000 Kilometer weit fliegen. Nun will Russland zehn weitere Tu-160 Bomber bauen lassen. Das russische Verteidigungsministerium wollte bereits im Sommer 2015 mehr von diesen Vorzeigebombern beschaffen, das Vorhaben ist aber aus finanziellen Gründen gescheitert.

Laut russischen Medienberichten sind diese Beschaffungspläne nun wieder aus der Schublade hervor genommen worden. Ein Kaufvertrag ist anlässlich eines Besuches von Präsident Putin im UAC Werk Kazan unterzeichnet worden. Der russische Präsident besuchte am 25. Januar 2018 die Flugzeugfabrik in Kazan, hier ist über die letzten Jahre ein Tu-160 Bomber auf den Tu-160M Standard gebracht worden. Um einen großen Wurf handelt es sich dabei jedoch nicht, laut russischen Rüstungskreisen sind nur leichte Modifikationen gemacht worden. Dieser Bomber steht seit dem 16. November 2017 in der Erprobung. Im Beisein von Vladimir Putin absolvierte der Bomber am 25. Januar bei tiefhängenden Wolken und schlechtem Wetter seinen erfolgreichen Jungfernflug. Die Tu-160 Blackjack ist unbestritten ein eindrückliches Flugzeug, aber als Langstreckenbomber längst überholt.

Erstflug Tupolev Tu-160M in Kazan
 

Die Medienberichte aus Russland widersprechen sich in den Mengenangaben gewaltig, bis zu fünfzig der modernen Tu-160M2 Bomber sollen beschafft werden. Diese Zahl scheint uns aber überhaupt nicht realistisch zu sein. Keine halbwegs vernünftige Regierung kann so dumm sein und Milliarden in ein längst überholtes Bomberkonzept aus dem kalten Krieg zu investieren. Zehn Stück scheinen jedoch realistisch zu sein, aber auch nur deshalb, weil noch viele Bauteile vorhanden sind und nicht zugeliefert werden müssen. Die Kosten sollen sich auf 160 Milliarden Rubel (2,8 Milliarden US Dollar) belaufen, der letzte Bomber aus dieser Serie soll dann 2027 an die russischen Streitkräfte übergeben werden. Ursprünglich wollte Russland hunderte von diesen Bombern bauen, der Zusammenbruch der Sowjetunion besiegelte jedoch auch das Ende des ambitiösen Bomberprogramm Tu-160.

Berichte über einen Mach zwei schnellen Luxus Jet, der auf dem Tu-160 Bomber basieren soll, kann man nicht wirklich ernst nehmen, auch einige westlich Online Portale haben darüber geschrieben. Mit einem solchen Flugzeug hätte UAC keine Chance am Markt. Die immensen Entwicklungskosten könnten durch die russische Flugzeugindustrie nie aufgebracht werden. Zudem ist der Markt für ein so großes Überschallflugzeug gar nicht vorhanden, schon nur das Abbremsen mit den großen drei Bremsschirmen sollte man sich auf einem Großflughafen zuerst einmal bildlich vorstellen, bevor man sich an die Entwicklung macht.

Wir sind nun gespannt, wie sich der Bomberbau in Russland weiterentwickelt. Als einziges realistisches Szenario für Russland sehen wir die Entwicklung eines neuen, kleineren Bombers mit guten Stealth Fähigkeiten.

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