Erstellt am: 16.03.2016, Autor: rk

Gripen Technologietransfer nach Brasilien

Gripen NG

Gripen NG (Foto: Saab)

Mit den 36 gekauften Saab Gripen NG Kampfflugzeugen hat sich Brasilien auch für einen hohen Technologietransfer entschieden.

Schweden baut zweifellos Kampfflugzeuge der Spitzenklasse. Mit dem Saab Gripen ist es der schwedischen Industrie gelungen, einen erschwinglichen Kampfjet der vierten Generation zu bauen. Mit dem Lansen baute Saab in den 1950er Jahren den ersten Kampfjet, Ende der 1950er Jahre folgte dann der Draken, ein Kampfjet der zweiten Generation. Der Saab Viggen kam Ende der 1960er Jahre in drei Varianten auf den Markt und mauserte sich über die Jahre neben der F/A-18, der F-16 und der Mirage 2000 zu einem der ersten Kampfjets der dritten Generation.

Schweden hat schon anfangs der 1980er Jahre den Grundstein für den Gripen gelegt und dieses Programm bis heute durchgezogen und wird dies während der nächsten vierzig Jahre mit dem modernsten Gripen NG gezielt weiter ausbauen. Der Saab Gripen ist ein kleiner, einmotoriger Multirole-Swingrole Kampfjet, der für alle Rollen in der modernen Luftkriegsführung geeignet ist. Die Maschine kann als Jagdflugzeug, Angriffsflugzeug oder Aufklärer eingesetzt werden. Die Luftwaffe Schwedens übernahm ihren ersten Gripen in der A/B Version bereits 1993 , ab 2005 wurde der verbesserte Gripen C/D eingeführt und jetzt entwickelt man mit der dritten Iteration die F/F Variante. Die Gripen E/F oder auch NG genannt ist leicht grösser als die beiden Vorgängervarianten.

Brasilien wird nun als Zweitkunde des Gripen E/F zu einem wichtigen Teil im Gripen Puzzle. Der Gripen NG verhilft Brasilien zu einem enormen Wissensgewinn in der Entwicklung und dem Bau modernster Kampfflugzeuge, auch die ganze Rüstungsindustrie dieses rasch wachsenden Schwellenlandes kann von dieser High Tech Waffe profitieren. Dem brasilianischen Flugzeugbauer Embraer fehlt dieses Know-how noch, nun kann es dieses mit dem Gripen E/F aufbauen. Saab hat die Verträge mit Brasilien nun finalisiert, so wird die Doppelsitzervariante Gripen D zu einem grossen Teil durch Ingenieure von Embraer entwickelt. Schweden wollte ursprünglich keinen Doppelsitzer bauen. Embraer wird laut Saab zu 60 Prozent an der Entwicklung des Zweisitzers beteiligt sein, auch das Flugtestprogramm wird zu 80 Prozent in Brasilien stattfinden.

Saab bildet bereits seit Herbst 2015 brasilianisches Personal in Linköping zu Gripen Spezialisten aus, diese werden dann bei Embraer in Brasilien zu Know-how Trägern bei der Endfertigung der Gripen NG für Brasiliens Luftstreitkräfte.

Wir sind überzeugt, dass Saab mit Brasilien und im speziellen mit Embraer einen zuverlässigen Partner für das Gripen Programm gefunden hat. Embraer wird zum wichtigen Gripen Promoter in Lateinamerika. Brasilien wird in naher Zukunft weitere Gripen beschaffen, wir gehen von einem weiteren Bedarf von bis zu 100 Gripen alleine für Brasilien aus.

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