Erstellt am: 22.06.2016, Autor: rk

Argentinien will französische Kampfjets kaufen

Dassault Mirage 2000

Dassault Mirage 2000 (Foto: Armée de l'air)

Laut französischen Medienberichten soll sich der argentinische Verteidigungsminister mit seinem französischen Kollegen getroffen haben, dabei ging es auch um Kampfjets aus Frankreich.

Argentiniens Luftwaffe ist hoffnungslos veraltet, mit Skyhawk und Super Etendard Jets kann man heute kaum noch einen Konflikt austragen, diese Kampfflugzeuge aus den 1960er Jahren gehen höchstens noch als Museumsstücke, Zieldarsteller oder Vintage-Jets durch. Für ein neues Kampfflugzeug reichen die finanziellen Mittel in Argentinien jedoch nicht aus, daher sucht das Land seit Jahren nach kostengünstigen Alternativen. Im Sommer 2014 wollte man Mirage F1 Jets aus Beständen der spanischen Luftwaffe kaufen, ein Kaufvertrag kam jedoch nie zustande. In Israel stand man in Verhandlungen mit Israel Aerospace Industries und wollte eingemottete Kfir Kampfjets aus israelischen Beständen beschaffen, diese wären für Argentinien auf den Block 60 Standard modernisierte worden. Der Block 60 Standard hätte einen modernen AESA Radar, ein aufgebohrtes Cockpit und moderne Waffenrechner enthalten. Bei dem Kfir handelt es sich um ein leistungsstarkes Jagdflugzeug, das aus der Mirage III abgeleitet wurde und von einem J79 Triebwerk angetrieben wird. Nach Aussagen von IAI könnten noch bis zu 50 ausgemusterte Kfir zu neuem Leben erweckt werden, ein modernisierter Kfir Kampfjet würde etwa 20 Millionen US Dollar kosten. Eine Bestellung ist aus Kostengründen oder Exporteinschränkungen jedoch nie zustande gekommen.

Jetzt nimmt Argentinien einen neuen Anlauf und möchte Kampfjets aus französischen Beständen kaufen, dabei geht es um Mirage F1, die in Frankreich vor zwei Jahren ausgemustert worden sind und um Mirage 2000. Laut Verteidigungsminister Julio Martinez würde es dabei um zwölf Mirage F1 gehen, die zu einem guten Preis aus Beständen der französischen Luftwaffe gekauft werden könnten. Auch der Kauf von gebrauchten Mirage 2000 wäre eine Option. Zudem möchte Argentinien auch Triebwerke für bis zu zwanzig IA-58 Pucará in Frankreich kaufen, die französischen Turbomeca Astazou XVIG Triebwerke müssen dringend ersetzt werden. Momentan läuft jedoch eine Flugerprobung mit der IA-58H Pucará II mit zwei PT6A-62-Triebwerken von Pratt & Whitney Canada, diese könnten in Zukunft ebenfalls die Turboméca Astazou XVIG ersetzen. Die argentinische IA-58 Pucará Flotte ist momentan nicht betriebsbereit, Argentinien hat noch rund 30 Pucará im Bestand.

Auch wenn Argentinien neue Kampfjets vermögen würde, könnte die Beschaffung zum Problem werden. Zu tief sitzt die Angst der Briten, dass sich ein Konflikt um die Falkland Inseln wiederholen könnte. Der Gripen kommt nicht in Frage, da die USA einen Technologietransfer von Brasilien und Schweden nach Argentinien nicht unterstützt. Im Gripen E/F ist viel amerikanische Technologie verbaut, als Hauptexporthindernis gilt das moderne General-Electric F414GE-39E, F414G Triebwerk.

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