Erstellt am: 12.09.2014, Autor: rk

skyguide fordert vereinfachte Luftraumstrukturen

skyguide

Nach der heutigen Veröffentlichung von zwei  Berichten der Schweizerischen Unfalluntersuchungsstelle (SUST) fordert skyguide vereinfachte Luftraumstrukturen.

Risiken entstehen insbesondere,  wenn Luftfahrzeuge im Instrumentenflug und im Sichtflug gleichzeitig den gleichen Luftraum benützen. Neben der Entflechtung dieses Mischverkehrs erwartet skyguide, dass alle Luftfahrzeuge standardmässig über eine Sicherheitsausstattung verfügen. Damit können gefährliche Annäherungen im Schweizer Luftraum deutlich reduzieren werden.

Vorfälle zeigen Lücken in der Aviatik auf

Am 2. Juni 2012 kam es auf dem Flughafen Bern-Belp zu einer gefährlichen  Annäherung zwischen einem Regionalverkehrsflugzeug der SkyWork und  einem Helikopter der Firma Mountain Flyers 80. Der Helikopter startete entlang des Rollweges parallel zur Startbahn. Eine festgelegte Abflugroute existiert nicht. Der Helikopter musste eine am Boden wartende Maschine umfliegen und geriet danach beim Abdrehen auf die ursprüngliche Achse zu nahe an den ebenfalls zum Start freigegebenen Regionalflug.

Am 11. August 2012 kam es in der Nähe von Waldshut zu einer gefährlichen  Annäherung zwischen einem Langstreckenflugzeug der Swiss und einem privaten Segelflugzeug. Das Segelflugzeug war ohne Freigabe in den kontrollierten Luftraum eingeflogen. Es war ohne das Identifikations- und Kommunikationsgerät Transponder unterwegs und für die Flugsicherung daher  nicht wahrnehmbar. Aufgrund einer frühzeitigen Sinkfreigabe durch die  Flugsicherung bewegte sich die Swiss Maschine zudem bereits im unteren Bereich ihres Luftraums in der Sicherheitspufferzone.

Die aus den beiden Vorfällen gewonnenen Erkenntnisse haben bereits zu einzelnen Verbesserungen geführt. Hinter den beschriebenen Ursachen sieht skyguide aber grundsätzliche Probleme beim Mischverkehr von Instrumenten- und Sichtflügen, die im Interesse der Flugsicherheit rasch behoben werden müssen.

Risiken des Mischverkehrs

Die Schweiz hat den komplexesten und am dichtest beflogenen Luftraum Europas. Die Luftraumstruktur und die Verfahren sind für alle Verkehrsteilnehmenden sehr anspruchsvoll. Dies wirkt sich vor allem im Mischverkehr aus, wenn Luftfahrzeuge nach Instrumentenflugregeln und nach Sichtflugregeln im gleichen Luftraum unterwegs sind. So stellen fehlende Standards oder Luftfahrzeuge ohne Transponder Risiken dar. Die Schweizerische Unfalluntersuchungsstelle (SUST) untersucht etwa 10 weitere Vorfälle, die sich seit 2012 zugetragen haben und die letztendlich auf den Mischverkehr von Sicht- und Instrumentenflügen zurückzuführen sind.

Diese Vorfälle haben in den letzten Jahren offensichtlich zugenommen. Es handelt sich bei den beteiligten Luftfahrzeugen um Passagierflugzeuge, Segelflieger, Sportflugzeuge, Helikopter, Ballone und Gleitschirme. Die Ereignisse beschränken sich nicht auf die Umgebung von Flughäfen, sondern sind überall dort möglich, wo dichter und gemischter Flugverkehr herrscht.

Nachhaltige Verbesserung zur Beseitigung blinder Flecken

Skyguide hat die Risiken des Mischverkehrs erkannt und arbeitet zusammen mit ihren Partnern (SUST, BAZL, Aviatik-Verbänden, Fluggesellschaften, Luftwaffe und Flughäfen) an nachhaltigen Verbesserungen.

Insbesondere setzt sich skyguide ein:

für eine Vereinfachung der Luftraumstrukturen;

für eine Entflechtung von Instrumenten- und Sichtflugverkehr;

für eine Transponderpflicht für nichtmotorisierte Luftfahrzeuge;

für die Sicherheitsausbildung von Luftfahrtprofis ebenso wie von FreizeitpilotInnen.

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