Erstellt am: 10.05.2009, Autor: rk

Lufthansa: Verletzte nach heftigen Turbulenzen

CR Lufthansa, A320

Ein Lufthansa Flug von München nach Lissabon wurde durch heftige Turbulenzen durchgeschüttelt, der Kapitän entschied sich für eine Zwischenlandung in Genf.

Der Zwischenfall ist am Samstag, dem 9. Mai 2009, passiert. Ein Airbus A321 geriet während dem Flug von München nach Lissabon in heftige Turbulenzen. Nach Angaben von Lufthansa befanden sich 147 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder an Bord des Airbus. Vierzehn Insassen, die nicht angeschnallt waren, trugen leichte Verletzungen davon. Die Cockpitbesatzung entschied sich zu einer Zwischenlandung in Genf, dort wurden die Verletzten ärztlich versorgt, nach unterschiedlichen Berichten mussten zwei Fluggäste in ein nahegelegenes Spital gebracht werden. Die Lufthansa schickte eine Ersatzmaschine nach Genf, die anschließend zum Weiterflug nach Lissabon startete. Der durchgeschüttelte A321 musste vor dem nächsten Flug durch Techniker auf Schäden überprüft werden.

 

FliegerWeb Wochenschau mit folgenden Themen: IATA sieht Besserung. Cessna Columbus, Entwicklung wird ausgesetzt. Piper weiterverkauft. Austrian mit grossem Verlust unterwegs. A380 Produktion wird revidiert.

 

 

In diesem Fall ist nicht klar wo und warum der Airbus A321 von Lufthansa in die heftigen Turbulenzen geraten ist, über der Schweiz war das Wetter am Samstag ziemlich labil und gegen Abend sind lokal heftige Gewitter mit Hagel übers Land gezogen.

Anmerkungen Clear Air Turbulence CAT

Wie kann es auf einem solchen Flug, bei schönstem Wetter zu solchen Turbulenzen kommen?
 
In der Region über dem Pazifik treffen zwei unterschiedliche Luftmassen aufeinander. Aus dem Norden fliesst kalte maritime Polarluft ein und trifft nördlich von Hawaii auf maritime Tropikluft aus südwestlicher Richtung. An solchen Luftmassengrenzen können bei speziellen Umständen heftige Turbulenzzonen entstehen, die in seltenen Fällen zu solchen Zwischenfällen führen können.
 
Die Vorhersage von solchen Turbulenzen ist nicht einfach, die Flugsicherung und die Wetterdienste sind meistens auf PIREPs angewiesen, das heisst die Piloten erstatten an die Flugsicherung eine Meldung, falls sie solche Turbulenzbänder durchflogen haben. Die Flugsicherung wiederum leitet die Meldung an den Wetterdienst weiter und der kann dann eine Meldung herausgeben.
 
Deutliche Zeichen für starke Turbulenzen, die bei strahlend blauem Himmel zu erwarten sind, diese Turbulenzen werden in der Fachsprache als Clear Air Turbulences bezeichnet, sind starke Richtungsänderungen des Windes auf den Windkarten, grosse Temperaturänderungen über eine kurze Distanz oder starke Windänderungen.
 
Bild 1: Windkarte Severe Turbulence
Beispiel 1: Kartenausschnitt zwischen Nordamerika und Europa auf Flugfläche 320 (32.000 Fuss)  das Turbulenzband ist mit einer gestrichelten Linie bereits eingezeichnet. Hier trifft eine starke Windänderung von 80 Knoten auf zudem wechselt die Windrichtung um mehr als 90 Grad und die Temperatur verändert sich um 6 Grad. Hier ist mit mittleren bis starken Turbulenzen zu rechnen.

 

 

 

 

 

Bild 2, Severe Turbulence

Beispiel 2: Über dem Nordatlantik trifft Polarluft auf Tropenluft Karte auf Flugfläche 380 (38.000 Fuss), hier ändert sich die Temperatur der Luftmassen um mehr als 10 Grad, in diesem Fall ist mit stärksten Turbulenzen zu rechnen.

 

 

 

 

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