Erstellt am: 22.07.2019, Autor: rk

LAT bildet Flugdienstberater aus

Lufthansa Airbus A350-900

Lufthansa Airbus A350-900 (Foto: Airbus)

Lufthansa Aviation Training bildet in Zusammenarbeit mit der Lufthansa Group neu auch Flugdienstberater aus, die Ausbildung wird ab Juli 2019 angeboten.

LAT und LH Group entwickeln gemeinsam ein weltweit einzigartiges Konzept für die Ausbildung von Flugdienstberatern und standardisieren die Ausbildung erstmalig gruppenweit. Ausbildung zum Flugdienstberater bildet die Grundlage für die Arbeit in einer Verkehrsleitzentrale, wo von der Flugplanung bis zum Lösen von Irregularitäten umfassendes Wissen und Können gefragt ist. Erster LAT Ab-Initio-Ausbildungskurs für Flugdienstberater der LH Group nach neuem Format im Juli in Frankfurt gestartet

Ein Hurrikan rast auf Florida zu – was bedeutet das für die geplanten Flüge dorthin? Ein Luftraum wird gesperrt und ein Flug muss umgeleitet werden – welche Alternativrouten gibt es, wie viel Kerosin braucht es dafür und was passiert mit den Passagieren im Flieger und denen, die am eigentlichen Ankunftsort schon auf ihren Flug warten und nun dort festsitzen? Das Aufgabenspektrum der Flugdienstberater ist vielschichtig und ihre Rolle aus der Fliegerei nicht wegzudenken: Als Mitarbeiter von Fluggesellschaften sind sie für die Flugvorbereitung sowie die bodenseitige Betreuung von Flügen zuständig. Anfang Juli startete nun in Frankfurt der erste ganzheitliche Ausbildungskurs für Flugdienstberater. Die Ausbildung wird von Lufthansa Aviation Training für die gesamte Lufthansa Gruppe durchgeführt und basiert auf einem weltweit neuen, modularen Konzept – dem so genannten Competency-Based Training & Assessment (CBTA), welches auf Kompetenzvermittlung mit konkreten Beispielen aus der Praxis anstelle von reiner Wissensvermittlung setzt. So wird ein wesentlich schnellerer Einstieg in die Praxis ermöglicht.

Die angehenden Flugdienstberater – auch Flight Operations Officer (FOO) genannt – werden in 20 Wochen unter anderem in Fächern unterrichtet, die auch Teil der theoretischen Pilotenausbildung sind. Dazu gehören zum Beispiel Meteorology, Navigation, Operational Procedures und Flight Planning. Bis zum Start des neuen Ausbildungskonzeptes wurde das Training der FOOs aufgrund dieser Überschneidungen im Theorieunterricht sogar direkt an die Pilotenausbildung angedockt. Die Trainees bekamen darüber zwar viel theoretisches Wissen vermittelt, allerdings fehlte der konkrete Bezug zur Anwendung in der Ausübung ihres zukünftigen Berufes. Das ändert sich jetzt: „Der Beruf des Flugdienstberaters hat sich in den vergangenen Jahrzehnten enorm entwickelt und auch verändert. Diesen gewachsenen und sehr komplexen Verantwortungsbereich decken wir nun in der neuen Ausbildung adäquat ab. Dafür haben wir aus einem ursprünglich rein wissensbasierten Training, jetzt erstmalig einen kompetenzbasierten Ansatz entwickelt. Ein Kernelement ist dabei, dass wir in der Ausbildung auf erfahrene Flugdienstberater als Instruktoren setzen – darüber ermöglichen wir, dass die relevanten Kenntnisse mit konkreten Bezügen zur beruflichen Praxis vermittelt werden“, sagt Stephan Strobel, der bei LAT für die Entwicklung und Umsetzung der neuen Ausbildung verantwortlich ist.

Für das neue Ausbildungskonzept und seine Umsetzung erhielten Strobel und sein Team die Genehmigung des Luftfahrtbundesamtes (LBA) zur neuen „National Training Organisation“, der DE.NTO.007, unter dem Dach der LAT OPS DE. Damit ist das neue Training auch die erste CBTA-basierte FOO-Ausbildung weltweit sowie die erste seitens des LBA genehmigte CBTA-basierte Ausbildung in Deutschland.

Eine standardisierte FOO-Ausbildung für die gesamte LH Group

Die Ausbildung zum Flugdienstberater bildet die Grundlage für die Arbeit in einer Verkehrsleitzentrale (IOCC – „Integrated operations control center“), wo von der Flugplanung bis zum Lösen von Irregularitäten umfassendes Wissen und Können gefragt ist. Bisher erfolgte das Training von Flugdienstberatern innerhalb der Lufthansa Gruppe einzeln durch die jeweiligen Airlines und wurde über die Flugschulen mit abgedeckt. Nachdem diese sich aber bewusst auf ihr Kerngeschäft – das Ausbilden von Piloten – konzentrieren wollten, entstand der Bedarf das FOO-Training neu zu verorten und damit auch die Chance, das Training entsprechend der veränderten Rahmenbedingungen völlig neu aufzusetzen. Dazu Projektleiterin Nina Jirges, Senior Manager Training, Kommunikation & Change Management Lufthansa Group: „Wir sind ganz besonders stolz darauf, nicht nur ein weltweit sehr innovatives Konzept entwickelt zu haben, sondern vor allem auch erstmalig Lufthansa-Group-weit einen einheitlichen Standard für die FOO-Ausbildung geschaffen zu haben. Das war nur möglich, weil alle Akteure – die Gruppen Airlines, Instruktoren, aktive Flugdienstberater und viele mehr – Hand in Hand zusammengearbeitet und ihre jahrzehntelange Erfahrung und spezifischen Bedürfnisse zielgerichtet in die Konzeptentwicklung mit eingebracht haben. Die erfolgreiche Neuaufsetzung der FOO-Ausbildung ist für mich daher ein Paradebeispiel dafür, was in Zusammenarbeit über die verschiedenen Gesellschaften innerhalb der Lufthansa Group hinaus, möglich ist.“

LAT

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