Erstellt am: 15.01.2020, Autor: ps

Flybe muss erneut gerettet werden

flybe Bombardier Q400

flybe Bombardier Q400 (Foto: Bombardier)

Flybe muss schon wieder unterstützt werden, British Airways beschwert sich, die britische Pilotengewerkschaft BALPA begrüßt die erneute Rettung der Airline.

Anfangs letztem Jahr musste für Flybe ein Rettungspaket geschnürt werden, jetzt braucht die Fluggesellschaft aus Großbritannien schon wieder Geld. Flybe ist in Europa die letzte, große Regionalfluggesellschaft, welche das starke Wachstum der Low-Cost-Airlines überlebt hat. Bereits im vergangenen Frühjahr ging Flybe das Geld aus, damals wurde die Airline durch Virgin Atlantic und der Stobart Group gerettet und in die Firma Connect Airways überführt. Virgin Atlantic beabsichtigte Flybe als Virgin Connect neu auszurichten und vermehrt als Zubringer für ihre Langstreckenflüge ab London Gatwick, London Heathrow und Manchester einzusetzen.

Flybe hat neben den Interessen von Virgin Atlantic auch ein nationales Interesse für Großbritannien zu erfüllen, die Regionalfluggesellschaft ist ein wichtiges Puzzleteil bei dem Betrieb von staatlich subventionierten Nebenrouten. Diese marktschwächeren Linien können nur mit kleinerem Fluggerät bedient werden und sind für Low-Cost-Airlines nicht interessant. Die Anbindung von kleineren Regionalflugplätzen an die großen Zentren wie London, Manchester und Birmingham ist für die Wirtschaft Großbritanniens sehr wichtig, daher können wir eine staatlich verordnete Finanzspritze für Flybe durchaus verstehen.

Die Regierung in England wird Flybe dahingehend unterstützen, dass die Fluggesellschaft nicht in einen ungeordneten Bankrott schlittert und dadurch tausende von Passagieren auf ihren wertlosen Tickets sitzen bleiben würden. Dabei werden unterschiedliche Ansätze diskutiert, diese gehen hin zu einer Rückerstattung der Umwelttaxe von 13 Pfund pro Flugpassagier, bis zur Vergabe von Überbrückungskrediten, die es ermöglichen würden, fällige Schulden zu bedienen. British Airways ist natürlich gegen diese staatliche Unterstützung und möchten den unbeliebten Marktteilnehmer am liebsten weg haben. Die britische Pilotengewerkschaft BALPA, in der auch die British Airways Piloten organisiert sind, begrüßt das Vorgehen der britischen Regierung, im Vordergrund steht bei der Pilotengewerkschaft die Sicherung der 2.400 Arbeitsplätzen von Flybe.

Flybe betreibt mit 2.400 Angestellten momentan rund 70 Flugzeuge und fliegt 71 Destinationen an.

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