Erstellt am: 13.06.2013, Autor: rk

Flight Test: Was plant Airbus beim A350 Erstflug?

Flight Test: Airbus A350-900

Falls das Wetter mitmacht, wird Airbus mit ihrem neusten Paradepferd, dem zweimotorigen A350-900, am Freitagmorgen zum Jungfernflug starten, erste Details zum Flugtestprogramm hat der europäische Flugzeugbauer bereits bekanntgegeben. Airbus Testpilot Frank Chapman sprach mit Aviation Week über den Flugtestablauf beim A350.

Der erfahrene Experimental Testpilot Frank Chapman wird selber nicht an Bord des A350-900 sein, den Flug kann er gleichwohl aus nächster Nähe dank einer live Übertragung mitverfolgen. Als Kapitän am Steuer des A350-900 wird Cheftestpilot Peter Chandler und Experimental Testpilot Guy Magrin sitzen, begleitet werden die zwei Piloten durch vier weitere hoch erfahrene Flugtestingenieure.
 
Gestartet wird der A350-900 mit einem mittelschweren Abfluggewicht, der Schwerpunktbereich wird in der Mitte des zulässigen Minimal- und Maximalbereichs liegen, so können negative Einflüsse von dieser Seite her praktisch ausgeschlossen werden. Das Flugzeug wird im direct law mode gestartet, die elektronische Flugsteuerungsüberwachung bleibt dabei ausgeschaltet.
 
Nach gelungenem Takeoff werden die Piloten mit dem Airbus A350-900 auf eine Flughöhe von rund 10.000 Fuss (3.000 m) steigen und in den Horizontalflug übergehen, das Geschwindigkeitsprofil wird während dem Steigflug bei etwa 200 Knoten (370 km/h) liegen. Nach dem „level off“ werden dann Konfigurationsänderungen vorgenommen, die Klappen und wahrscheinlich auch das Fahrwerk eingefahren. Jetzt kann die Crew auch die Geschwindigkeit erhöhen und die elektronischen Flugsteuerungscomputer dazu schalten.
 
Falls alles problemlos verläuft, wird die Erstflugbesatzung mit dem A350 auf eine Flughöhe von rund 25.000 Fuss steigen, hier werden weitere Tests geflogen, bevor man auf eine maximale Flughöhe von 43.000 Fuss steigen könnte. Ob die Testpiloten die Geschwindigkeitsenveloppe bis auf Mach 0,89 ausfliegen werden, wagen wir zu bezweifeln, Testpilot Frank Chapman haltet dies bei einem problemlosen Flugverlauf jedoch für möglich.
 
Nach dem Sinkflug wird in den Anflug auf Toulouse gegangen, vor der Landung wird ein tiefer Überflug in Landekonfiguration geflogen. Ein sanfter Durchstart wird den A350-900 in einen zweiten Anflug führen, der mit einer Landung mit „full stop“ abgeschlossen wird.
 
Der Erstflug wird nach Aussagen von Airbus rund vier Stunden dauern, das Wetter muss dabei mitspielen, bei starkem Wind, tiefer Wolkenbasis und schlechter Sicht kann wahrscheinlich nicht geflogen werden. Gewitter sind während einem Erstflug ebenfalls nicht erwünscht.
 
Airbus rechnet für das Flugtestprogramm mit rund 2.500 Flugstunden, fünf Maschinen werden dabei im Einsatz stehen. Falls alles nach Plan verlaufen wird, könnte der A350 in einem Jahr bereits zugelassen sein. Erste Kundenauslieferungen wären dann ab der zweiten Jahreshälfte 2014 möglich.
 
Interview: Frank Chapman Experimental Testpilot im Gespräch mit Aviation Week.
 

FliegerWeb Wochenschau mit folgenden Themen: Lufthansa mit zweiter A380 Verbindung nach China. Boeing 787 Dreamliner darf wieder fliegen. EBACE 2013. Gulfstream lieferte mehr Jets aus. Australien kauft EA-18G Growler. Thailand übernimmt weitere Saab Gripen.

Kommentare

Anzeige
FliegerWeb on Facebook:
empfohlen
 
 

Back to Top