Erstellt am: 03.04.2012, Autor: rk

Die letzte Reise der Discovery

NASA, Space Shuttle on Boeing 747

Die fleißigste aller Raumfähren der NASA kommt jetzt ins Museum. Nach 39 Weltraumflügen geht die Discovery vom Kennedy Space Center in Florida auf ihre letzte Reise.

Am 17. April kommt sie am internationalen Flughafen Washington-Dulles an. Für den Flug nimmt eine aus diesem Anlass umgebaute Boeing 747 die Weltraumfähre huckepack. Der Transfer vom Flughafen zum nahegelegenen Museum Udvar Hazy Center zwei Tage später, also am 19. April, wird mit einem viertägigen „Welcome Discovery“-Festival groß gefeiert.
 
Ersatzteil für defekte Weltraum-Toilette
 
Benannt ist die Raumfähre Discovery (Entdeckung) nach einem der Schiffe, mit denen der Entdecker James Cook im 18. Jahrhundert die Südsee befuhr und unter anderem die Insel Hawaii entdeckte. Der offizielle Name ist prosaischer: Er lautet OV-103, OV steht für Orbiter Vehicle. Ihren Erstflug absolvierte die Discovery 1984. Nach dem Ende des Shuttle-Programms der NASA landete sie am 9. März vorigen Jahres zum letzten Male sanft auf der Landebahn im Kennedy Space Center. Ihre 39 Flüge absolvierte die Raumfähre zu ganz verschiedenen Aufgaben. Achtmal brachte sie Kommunikations-Satelliten ins All. Zwei Flüge führten die Discovery zur russischen Weltraum-Station Mir, 13 zur Internationalen Raumstation. Mal brachte sie wertvolle Ausrüstung in den Orbit, mal Ersatzteile für eine defekte Toilette der Weltraumstation.
 
Nachbarn im Museum: Concorde und „Tante Ju“
 
Im Museum wird die Discovery den Prototypen des Weltraum-Programms der NASA ersetzen, die Raumfähre Enterprise (OV-101). Sie wird sich im Udvar Hazy Center in bester Gesellschaft befinden. Denn im riesigen Ableger des National Air and Space Museums in Washington DC stehen zahlreiche Exemplare berühmter Fluggeräte. Zu den Nachbarn der Discovery gehören unter anderem eine Gemini 7-Kapsel, Bell- und Sikorsky-Hubschrauber und die Concorde. Auch die deutsche Flugzeugindustrie ist mit vielen historischen Exemplaren vertreten, unter anderem mit einer Junker Ju 52, genannt „Tante Ju“.
 

Das Udvar Hazy Center ist 2003 eröffnet worden, weil das Mutterhaus des National Air and Space Museums, das National Mall Museum in Washington DC, keinen Platz für einen Erweiterungsbau besaß. Das neue Museum ist nach Steven Ferencz Udvar-Hazy benannt, einem gebürtigen Ungarn, der in Amerika zum Milliardär wurde und seit jeher beruflich mit der Luftfahrt verbunden ist. 1999 spendete er für das Museum 65 Millionen US-Dollar – die bis dahin größte Spende eines einzelnen Sponsors an die Smithsonian Institution, in den USA nur Smithsonian genannt. Diese schon seit 1864 bestehende Forschungs- und Bildungseinrichtung in Washington DC unterhält u.a. den größten Museumskomplex der Welt. Zu ihren 18 Museen und Galerien gehört das National Air and Space Museum mit dem Udvar Hazy Center, der neuen Heimat der Discovery.

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