Erstellt am: 10.07.2011, Autor: rk

China, Chance für westliche Luftfahrtzulieferer

COMAC, C919

Chinas Luftfahrtindustrie muss ihre Leistungsfähigkeit erst noch unter Beweis stellen, mit der C919 entsteht für die westliche Luftfahrtindustrie ein zusätzlicher Absatzmarkt, der als Chance genutzt werden sollte.

Der ARJ21 Kurzstreckenjet für Strecken mit kleinerem Verkehrsaufkommen befindet sich nach wie vor in der Flugerprobung und sollte schon seit längerem am Markt verfügbar sein. Mit diesem ersten ambitiösen Flugzeugprogramm versucht Chinas Luftfahrtindustrie an die Konkurrenz aus Brasilien, Russland, Nordamerika und Europa aufzuschliessen und einen erstes Verkehrsflugzeug bis 100 Sitzplätze auf den hart umkämpften Markt zu bringen. Wie alle anderen Flugzeugproduzenten hat auch China bei seinem ersten Verkehrsjet mit grossen Verzögerungen zu kämpfen. Die westlichen Hightech Zulieferer bauen für den ARJ21 die Avionik und steuern neben anderen Teilsystemen auch die Triebwerke bei. Ohne diese westlichen Zutaten müssten sich die chinesischen Airlines wohl noch länger auf einen Regionaljet aus einheimischer Produktion gedulden. Mit dem COMAC C919 peilt China den grossen Single Aisle Markt an, der seit Jahren von Boeing und Airbus beherrscht wird und vor der Übernahme durch Boeing auch noch McDonnell Douglas mit der DC-9 und der MD-80 Serie mitreden konnte. AVIC wird auch beim C919 im grossen Stil mit mit westlichen Zulieferer zusammenarbeiten. General Electric Aviation Systems wird in Zusammenarbeit mit AVIC Aviation Systems die Avionik entwickeln und die einwandfreie Integration mit allen übrigen Teilsystemen sicherstellen. Honeywell wird zusammen mit Chinas Flight Automatic Control Research Institute die elektronische Flugsteuerung des C919 entwickeln und integrieren. Viele Teilsysteme, die in starker Abhängigkeit zu der Avionik und der Fly by Wire Steuerung stehen werden wahrscheinlich wie beim ARJ21 ebenfalls von westlichen Herstellern zugeliefert. Bei dem Triebwerk kommt AVIC um einen der beiden westlichen Triebwerkfabrikanten CFM oder Pratt & Whitney nicht umhin, die Entwicklung eines eigenen Hochleistungsantriebs würde den zeitlichen Rahmen sprengen und scheint für die ersten Maschinen zudem viel zu riskant zu sein. Für den C919 hat sich China vorerst auf das LEAP-X von CFM festgelegt. Pratt & Whitney hofft jedoch, dass AVIC als zweite Triebwerkoption in Zukunft auch den Geared Turbofan PW1000G anbieten wird. Neben dem Technologietransfer erhofft sich Chinas Luftfahrtindustrie durch die intensive Zusammenarbeit mit renommierten westlichen Zulieferbetrieben auch eine erhöhte Akzeptanz ihres Musters bei Fluggesellschaften, die haute auf Boeing und Airbus setzen. In China kann man über die nächsten zwanzig Jahre eine grosse Nachfrage nach Single Aisle Jets erwarten, deshalb ist es für die grossen westlichen Luftfahrtzulieferer unbedingt nötig bei dem C919 an vorderster Front dabei zu sein. Für Chinas C919 ist es unumgänglich mit diesen Luftfahrtzulieferbetrieben zusammenzuarbeiten, damit das verheissungsvolle Verkehrsflugzeug im Boeing, Airbus Duopol bestehen kann.

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