Erstellt am: 27.04.2009, Autor: rk

Air Canada: Verletzte nach heftigen Turbulenzen

CR Air Canada, Boeing 777-300

Eine Boeing 777 von Air Canada wurde am Freitag, dem 24. April 2009, über dem Pazifik von heftigen Turbulenzen durchgeschüttelt, 15 Personen erlitten leichte Verletzungen.

Flug Air Canada AC34 startete am Freitag, dem 24. April 2009, zu seinem regulären Linienflug von Sydney nach Vancouver. Der zweistrahlige Grossraumjet wurde über dem Pazifik von heftigen Turbulenzen erfasst und musste auf Honolulu eine Zwischenlandung machen, um elf Fluggäste und vier Besatzungsmitglieder medizinisch versorgen zu lassen. An Bord des Grossraumflugzeuges befanden sich 256 Passagiere und 17 Besatzungsmitglieder. Nach einer technischen Inspektion der Maschine und der ärztlichen Konsultation der 15 leicht Verletzten, konnte die Boeing 777-200LR nach zwei Stunden erneut nach Vancouver starten, wo sie Gleichentags ohne weitere Vorkommnisse landen konnte. Zwei Passagiere und zwei Mitglieder des Kabinenpersonals mussten aus vorsorglichen Gründen in Hawaii bleiben.
Das Grossraumflugzeug vom Typ Boeing 777-200LR geriet nordöstlich von Hawaii in eine heftige Turbulenz, nach Angaben von Air Canada war das Anschnallzeichen eingeschaltet, das heisst, dass die Piloten in dieser Region mit Turbulenzen rechneten.
 
Wie kann es auf einem solchen Flug, bei schönstem Wetter zu solchen Turbulenzen kommen?
 
In der Region über dem Pazifik treffen zwei unterschiedliche Luftmassen aufeinander. Aus dem Norden fliesst kalte maritime Polarluft ein und trifft nördlich von Hawaii auf maritime Tropikluft aus südwestlicher Richtung. An solchen Luftmassengrenzen können bei speziellen Umständen heftige Turbulenzzonen entstehen, die in seltenen Fällen zu solchen Zwischenfällen führen können.
 
Die Vorhersage von solchen Turbulenzen ist nicht einfach, die Flugsicherung und die Wetterdienste sind meistens auf PIREPs angewiesen, das heisst die Piloten erstatten an die Flugsicherung eine Meldung, falls sie solche Turbulenzbänder durchflogen haben. Die Flugsicherung wiederum leitet die Meldung an den Wetterdienst weiter und der kann dann eine Meldung herausgeben.
 
Deutliche Zeichen für starke Turbulenzen, die bei strahlend blauem Himmel zu erwarten sind, diese Turbulenzen werden in der Fachsprache als Clear Air Turbulences bezeichnet, sind starke Richtungsänderungen des Windes auf den Windkarten, grosse Temperaturänderungen über eine kurze Distanz oder starke Windänderungen.
 
Bild 1: Windkarte Severe Turbulence
Beispiel 1: Kartenausschnitt zwischen Nordamerika und Europa auf Flugfläche 320 (32.000 Fuss)  das Turbulenzband ist mit einer gestrichelten Linie bereits eingezeichnet. Hier trifft eine starke Windänderung von 80 Knoten auf zudem wechselt die Windrichtung um mehr als 90 Grad und die Temperatur verändert sich um 6 Grad. Hier ist mit mittleren bis starken Turbulenzen zu rechnen.

 

 

 

 

 

Bild 2, Severe Turbulence

Beispiel 2: Über dem Nordatlantik trifft Polarluft auf Tropenluft Karte auf Flugfläche 380 (38.000 Fuss), hier ändert sich die Temperatur der Luftmassen um mehr als 10 Grad, in diesem Fall ist mit stärksten Turbulenzen zu rechnen.

 

 

 

 

 

 

FliegerWeb Wochenschau mit folgenden Themen: Passagierzahlen bei den grossen Airlines in Europa weiterhin rückläufig. Testprogramm F-35 Lightning II.

 

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