Erstellt am: 21.08.2013, Autor: rk

Accident Debrief: Let L-410 Absturz in Recife

Accident Debrief: Let L-410 in Recife

Am 13. Juli 2011 ist im brasilianischen Recife eine Let L-410 kurz nach dem Start abgestürzt, dabei kamen alle 16 Insassen ums Leben. Mitte Juli hat Brasiliens Flugunfallbehörde den Abschlussbericht veröffentlicht.
Das zweimotorige Turbopropellerflugzeug von NOAR Airlines startete auf der Piste 18 zu einem Flug nach Natal. An Bord des kleinen Zubringerflugzeuges aus Tschechien befanden sich neben den beiden Piloten vierzehn Passagiere. Kurz nach dem Start auf einer Höhe von 20 Fuss (6 m) steigt das linke Triebwerk aus. Die Piloten waren leider nicht in der Lage, die Situation unter Kontrolle zu bringen, die Zusammenarbeit war unkoordiniert und führte schliesslich zu dem unkontrollierten Absturz mit sechzehn Todesopfern.
Trotz einer Überladung von 130 Kilogramm wäre die Let L-410 durch eine koordinierte und sorgfältige Arbeitsweise der Piloten problemlos zu retten gewesen. Die beiden Flugzeugführer versäumten es bereits nach dem Triebwerkausfall, die Maschine auf einen geraden Steigflug zu lenken. Das Flugzeug driftete wegen der fehlenden Triebwerkleistung am linken Motor nach links weg. Diese Linksbewegung hätten die Piloten mit einer Seitenruderaussteuerung und einer leichten Querrudereingabe nach rechts stoppen müssen, dann wäre die Maschine problemlos mit rund 450 Fuss pro Minute gestiegen. Nach rund einer Minuten hätte man dann beschleunigen müssen, um danach die Klappen einzufahren und die Checklisten abzuarbeiten.
Anstatt die vorgeschriebenen und bewährten Verfahren anzuwenden, hat der Kapitän viel zu früh eine Rechtskurve eingeleitet und ist kurz danach in eine viel zu steile Linkskurve übergegangen, um auf die entgegengesetzte Landebahn 36 zurückzukehren. Die Maschine fängt an zu sinken und wird immer langsamer, da der Pilot an der Steuersäule zieht und dadurch den Sinkflug stoppen will. In dieser Phase hätte man noch eine Notlandung am Strand machen können, dies schlägt der Copilot auch vor. Der Kapitän findet kein Gehör, zieht weiter an der Steuersäule bis die Maschine in einen überzogenen Flugzustand gerät und in der Nähe des Strandes rund 1700 Meter von der Piste 36 entfernt abstürzte und vollständig ausbrannte.
Die Unfallermittler rügen die mangelhafte Zusammenarbeit im Cockpit, die neben dem Triebwerkausfall massgebend für den tragischen Absturz verantwortlich war.
Capt. Robert Kühni

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