Autor: ek

Zeppelin-Staaken R.VI

Zeppelin-Staaken R.VI
Bereits Anfang 1915 war für den Grafen Zeppelin klar, dass seine Luftschiffe als Hauptträger eines strategischen Bombenkrieges mit dem rapiden Leistungsanstieg der Flugzeuge und deren Bewaffnung ungeeignet waren. Sie waren zu groß, zu schwerfällig, zu langsam und durch ihre Wasserstofffüllung bei Kampfhandlungen extrem gefährdet. So gründeten Graf Zeppelin, Robert Bosch und Gustav Klein die V.G.O. ? Zeppelin Versuchsbau GmbH Gotha Ost in einer überlassenen Halle der Gothaer Waggonfabrik. Ziel der Firma war die Entwicklung und Herstellung von Großkampfflugzeugen für den strategischen Luftkrieg. 1916 übersiedelte die Firma nach Staaken bei Berlin und nannte sich fortan Zeppelin-Staaken Flugzeugbau GmbH. 1917 entstand die Zeppelin-Staaken R.IV, nach dem das Vorgängermodell R.IV seine Verwendbarkeit nachgewiesen hatte. Die Maschine war ein verstrebter und verspannter Doppeldecker mit einem Kastenrumpf und einem Doppeldecker-Höhenleitwerk und zwei scheibenförmigen Seitenleitwerken. Die Triebwerke waren paarweise hintereinander auf Böcken über der unteren Tragfläche montiert und trieben je eine Zug- und eine Druckschraube an. Das Fahrwerk war als Bugradfahrwerk ausgelegt, wobei das Hauptfahrwerk jeweils auf Motorenhöhe angebaut war und über zwei dreifache Radsätze verfügte. Das Bugrad war mit zwei Einzelrädern bestückt. Die R.VI war in Gemischtbauweise ausgeführt, der Rumpf bestand aus einem Stahlrohrgerüst und war im vorderen Bereich mit Aluminium verkleidet, das Rumpfheck war stoffbespannt. Die Tragflügel waren eine Holzkonstruktion mit Stahl- rohrverstärkungen und waren stoffbespannt. Bis 1918 wurden 9 Maschinen gebaut, von den Weiterentwicklungen R. XIV, R. XIVa und R. XV entstanden bis Kriegende noch 10 Exemplare. Alle Maschinen gehörten zu den Riesenflugzeug- abteilungen 500 und 501. Am 17.September 1917 erfolgte der erste Angriff auf London und am 16. Februar 1918 wurde über Chelsea die erste 1.000 kg Bombe abgeworfen. Sie traf bezeichnenderweise das Krankenhaus. Bis Kriegsende wurden 11 Angriffe gegen England geflogen, wobei insgesamt etwa 30 t Bomben abgeworfen wurden. Nach Kriegsende wurden die meisten Maschinen zerstört, zwei kamen noch im Osten zur Unterstützung von Freikorps und Aufständischen in der Ukraine bis 1919 zum Einsatz.
Zeppelin Staaken, Riesenbomber
Archiv: Eberhard Kranz
Technische Daten: Zeppelin-Staaken R.VI
Verwendung: Großkampfflugzeug
Baujahr: 1917
Besatzung: 7 Mann
Triebwerk: vier wassergekühlte stehende 6 Zylinder Reihenmotoren Mercedes D.IVa paarweise hinter einander aufgestellt mit je einen Druck- und Zugpropeller als festen Zweiblatt-Holzpropeller
Startleistung: 260 PS (191 kW)
Dauerleistung 240 PS (173 kW) in 2.000 m
Erstflug: 11. April 1915
Spannweite oberer Tragflügel: 42,20 m
Spannweite unterer Tragflügel: 41,90 m
Spannweite Höhenleitwerk: 9.42 m
Länge: 22,10 m
größte Höhe: 6,30 m
Propellerfläche: 13,33 m²
Spurweite: 8,25 m
Spurweite des einzelnen Fahrwerks: 3,36 m
Flügelfläche: 332,00 m²
V-Form: oberer Tragflügel -1°, unterer Tragflügel + 2,5°
Leermasse: 7.680 kg
Startmasse normal: 11.460 kg
Startmasse maximal: 12.250 kg
Tankinhalt: 1.940 Liter
Ölvorrat: 200 Liter
Flächenbelastung: 36,90 kg/m²
Leistungsbelastung: 11,78 kg/PS (16,00 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 130 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 1.000 m: 141 km/h
Marschgeschwindigkeit in 1.000 m: 120 km/h
Landegeschwindigkeit: 95 km/h
Gipfelhöhe: 3.800 m
Steigleistung: 1,55 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 11,0 min
Reichweite normal: 680 km
Reichweite maximal: 8000 km
Flugdauer: 7 h
Bewaffnung: vier bis sechs bewegliche 7,92 mm Maschinengewehre LMG Spandau 08/15 auf Drehzapfen gelagert mit je 500 Schuss
Bombenlast: 2.000 kg (18 x 100 kg Bomben im Rumpf oder zwei 1.000 kg Bomben unter den Tragflächen)

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