Autor: ek

Yatsenko I-28

Yatsenko I-28
Vladimir Yatsenko war mit seinem Konstruktionsbüro einer der ersten, die Ende der dreißiger Jahre den Auftrag erhielt, einen neuen modernen Jäger zu entwerfen. Dieser sollte die Polikarpov Konstruktionen I-15, I-153 und I-16, bei denen man spätestens gegen Ende des Spanischen Bürgerkriegs merkte, dass sie technisch und moralisch veraltet waren, ersetzen. Der Entwurf sah einen Tiefdecker mit hydraulisch einziehbarem Fahrwerk, geschlossener großzügig verglaster Kabine in Gemischtbauweise vor. Holme und Spanten waren aus Aluminium, die Beplankung aus Sperrholz und die Ruder stoffbespannt. Charakteristisch für den Entwurf war der Knickflügel, der als Resultat von Winkanalstudien im Zentralen Aerohydrodynamischen Institut (ZAGI) verwendet wurde. Man hatte festgestellt, daß dadurch ein günstigerer Strömungsverlauf im Übergangsbereich Rumpf zu Tragflächen erreicht wird. Durch den Knickflügel konnte man aber auch die Fahrwerkbeine kürzer gestalten, für die ersten Einziehfahrwerke durchaus ein positiver Effekt. Die Spurweite war allerdings dadurch ziemlich schmal. Als Triebwerke waren die Tumanskij M87A, M88 und M90 vorgesehen, alles luftgekühlte 14 Zylinder Doppelsternmotoren, die ihren Ursprung in dem französischen Gnome Rhone 14K hatten. Das Moskauer Flugzeugwerk wurde mit dem Bau von drei Prototypen beauftragt. Am 01.Juni 1939 fand der Erstflug statt, der problemlos verlief. Während der weiteren Erprobung zeigte die I-28 so gute Flugleistungen, dass sofort per Dekret die Aufnahme des Großserienbaus im Moskauer Flugzeugwerk verfügt wurde. Während der Erprobung im Sturzflug zerlegte die Maschine, wobei sich der Testpilot P. Stefanovsky mit dem Fallschirm retten konnte. Untersuchungen ergaben, das die Struktur der I-28 nicht stabil genug war. Die Vorbereitungen zum Serienbau wurden sofort gestoppt und der zweite Prototyp total umgebaut. Erst im Frühjahr 1940 konnte das Flugzeug fertiggestellt werden. Am 30.April 1940 startete es dann zu seinem Erstflug. Man plante nun eine Nullserie von 50 Maschinen, die aber im Juni 1940 nach dem Bau des dritten Prototyps, der gleichzeitig die erste Nullserienmaschine war und zweier weiterer I-28 gestoppt wurde. Als Gründe wurden die inzwischen entstandenen hoffnungsvolleren I-301(LaGG-1), I-26 (Yak-1) und I-200 (MiG-1 genannt, die über ein höheres Entwicklungspotential verfügten.
Yatsenko I-28
Archiv: Eberhard Kranz
Technische Daten: Yatsenko I-28
Verwendung: Jagdflugzeug
Baujahr: 1940
Besatzung: 1 Mann
Triebwerk: ein Tumanskij M88 luftgekühlter 14 Zylinder Doppelsternmotor mit Dreiblatt-Verstellpropeller
Startleistung: 1.100 PS (820 kW)
Dauerleistung: 890 PS (664 kW) in 5.000 m
Spannweite : 9,60 m
Länge: 8,54 m
größte Höhe: 3,12 m
Propellerfläche: 8,0 m²
Spurweite: 2,05 m
Flügelfläche: 16,53 m²
V-Form: +4°
Leermasse: 2.085 kg
Startmasse normal: 2.730 kg
Startmasse maximal: 2.990 kg
Tankinhalt: 400 Liter
Flächenbelastung: 180,9 kg/m²
Leistungsbelastung: 2,71 kg/PS
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 488 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 6.000 m: 545 km/h
Reisegeschwindigkeit in 6.000 m: 400 km/h
Gipfelhöhe: 10.400 m
Steigleistung: 18,9 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 0,9 min
Steigzeit auf 3.000 m: 3,0 min
Steigzeit auf 5.000 m: 6,3 min
Reichweite normal: 870 km
Reichweite maximal: 1.020 km
Startstrecke: 260 m
Landestrecke: 360 m
Flugdauer: 2 h
Bewaffnung: zwei 12,7 mm Maschinengewehre ShWAK mit je 800 Schuss und zwei 7,62 mm Maschinengewehre ShKAS mit je 1.200 Schuss
Bombenlast maximal: 100 kg oder vier Raketengeschosse RS-82

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