Autor: ek

Yakovlev Yak-5

Yakovlev Yak-5
1944 forderte das Oberkommando der Luftstreitkräfte ein effektives, einsitziges Schulflugzeug für die Anfangsausbildung von Jagdfliegern, das aus nicht kriegswichtigen Materialien bestehen sollte. Die Maschine war als Bindeglied zwischen der Anfängerschulung auf zweisitzigen Übungsflugzeugen Po-2 und UT-2 und der folgenden Ausbildung auf zweisitzigen Ausführungen der Frontjäger, wie Yak-7UTI oder Yak-9UTI, deren Bau aber auf Kosten der Frontmaschinen ging und die deshalb nur in geringen Stückzahlen vorhanden waren, gedacht. Um schnell zu einem brauchbaren Result zu kommen, übernahm man bei Yakovlev die Grundkonstruktion des Schulflugzeuges UT-2L und änderte sie für die geforderte Aufgabe ab. Die so entstandene Yak-5 war ein einsitziger Tiefdecker mit trapezförmigen, am Ende abgerundeten Tragflächen, einziehbarem Heckradfahrwerk und einem Normalleitwerk, wobei die Höhenleitwerksflosse gegen den Rumpf abgestrebt und zusätzlich noch mit Stahlseilen verspannt war. Die einsitzige Kabine war auf den Rumpf aufgesetzt und bot so gute Sicht nach allen Seiten. Nach hinten ging sie in die Rumpfkontur über. Das Fahrwerk wurde manuell mittels Handkurbel nach hinten in die Tragflächen eingezogen, wobei die Haupträder zu einem Drittel aus der Flügelkontur ragten, um bei Notlandungen die Beschädigung der Tragflächen und Rumpfunterseiten zu minimieren. Da die Maschine auch bei Nacht und unter schlechten Witterungsbedingungen verwendet werden sollte, erhielt sie eine entsprechende Ausrüstung mit Funkgerät und Funkkompass. Auch wurde ein starres 7,62 mm Maschinengewehr ShKAS mit 600 Schuss so in den Rumpf eingebaut, dass es zwischen den beiden obenliegenden Zylindern des Motors hindurch schoss. Als Triebwerk verwendete man den M-11D, der auch bei der Po-2 und der UT-2L zum Einsatz kam. Da die Yak-5 zu fast 80% aus Teilen der UT-?l bestand, war die Fertigung und die Wartung relativ einfach. Der Erstflug der Yak-5 fand im Sommer 1944 statt, die Flugeigenschaften entsprachen denen der UT-2L. Zur schnellen Erprobung wurden ca. 10 Maschinen Yak-5 in einer Nullserie gebaut.
Nach deren Beendigung entschied man sich trotz der gutmütigen Flugeigenschaften gegen einen Serienbau der Yak-5, da man ein leistungsfähigeres Übungsflugzeug als Zwischenstufe zu den Einsatzmaschinen brauchte. So begann im Winter 1944/45 bei Yakovlev bereits die intensive Entwicklung des Übungsjagdflugzeuges Yak-11, das über einen 7 Zylinder Sternmotor Ash-21 mit 570 PS Startleistung verfügte und eine Höchstgeschwindigkeit von 465 km/h erreichte. Die wenigen gebauten Yak-5 wurden bei der Pilotenausbildung verbraucht.
Yak-5 (Archiv: Eberhard Kranz)
Technische Daten: Yakovlev Yak-5
Land: ehemalige Sowjetunion
Verwendung: Übungsflugzeug zur Jagdfliegerausbildung
Triebwerk: ein luftgekühlter 5 Zylinder Sternmotor M-11 mit verstellbarem Zweiblatt-Holz-Propeller
Startleistung: je 145 PS (107 kW)
Dauerleistung: je 115 PS (85 kW) in 2.500 m
Baujahr: 1944
Besatzung: 1 Mann
Spannweite: 10,50 m
Länge: 7,30 m
größte Höhe: 2,35 m
Propellerdurchmesser: 2,00 m
Propellerfläche: 3,14 m²
Spurweite: 1,86 m
Flügelfläche: 17,0 m²
V-Form: 2,5°
Streckung: 6,49
Leermasse: 770 kg
Startmasse normal: 940 kg
Startmasse maximal: 1.060 kg
Tankinhalt: 100 Liter
Flächenbelastung: 62,35 kg/m²
Leistungsbelastung: 7,31 kg/PS (9,93 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 227 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 3.000 m: 246 km/h
Reisegeschwindigkeit in 3.000 m: 200 km/h
Landegeschwindigkeit: 85 km/h
Gipfelhöhe: 5.800 m
Steigleistung: 5,3 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 3,25 min
Steigzeit auf 3.000 m: 14,0 min
Reichweite normal: 450 km
Reichweite maximal: 580 km
Flugdauer: 3 h
Bewaffnung: ein 7,62 mm Maschinengewehr ShKAS mit 600 Schuss im oberen Rumpfvorderteil vor der Pilotenkabine

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