Autor: ek

Westland P.14 Welkin

Westland P.14 Welkin
Im Sommer 1940 tauchten deutsche Höhenaufklärer Ju 86 P in 12.500 Meter Höhe erstmals über England auf. Die Flugzeuge waren praktisch unangreifbar, da es kein englischer Jäger bis auf diese Flughöhe schaffte. Deshalb erließ das Air Ministry die Spezifikation F.7/41, die einen einsitzigen, zweimotorigen Höhenjäger forderte, der dieses Manko überwinden sollte. Die Ausschreibung ging an die Firmen Vickers und Westland. Während man bei Vickers den Typ 432 entwickelte, begann bei Westland das Entwicklerteam unter der Leitung von W. E. Petter mit den Entwürfen zum Projekt P.14.
Westland P.14 Welkin (Archiv: Eberhard Kranz)
Entwurfsmerkmale der Westland P.14 Welkin
Der Entwurf sah einen zweimotorigen Mitteldecker großer Spannweite mit einziehbarem Heckradfahrwerk, Normalleitwerk mit hoch angesetzter Höhenflosse in Ganzmetall- Schalenbauweise vor. Die schwere Bewaffnung war im unteren Bereich des Rumpfbugs konzentriert. In der Rumpfnase war ein Radarsystem das auf cm Wellenlänge arbeitete, eingebaut. Die Vollsichtkanzel mit 80 mm Panzerglas-Frontscheibe war auf den Rumpf aufgesetzt und bot eine gute Sicht. Der Einbau einer Druckkabine bereitete technischen Probleme. Die Luft wurde mittels eines vom linken Triebwerk angetriebenen ?Rotol?? Laders mit 24 kPa in die Kabine gedrückt, die zweischichtig verglast war. Über der Panzerscheibe befand sich noch eine dünne Plexiglasscheibe. Die zwischen den Scheiben befindliche Luftschicht verhinderte das Vereisen oder Beschlagen der inneren Scheibe. Die Piloten hatten trotzdem immer ihre Sauerstoffmasken parat, auch trugen sie spezielle Anti-G- Anzüge, da die Gefahr des Versagens der Druckbelüftung ständig gegeben war.
Westland P.14 Welkin (Archiv: Eberhard Kranz)
Flugerprobung und Einsatz der Westland P.14 Welkin
Die P.14 wurde trotzdem vom Air Ministry als gut empfunden und Westland erhielt einen Auftrag über den Bau von vier Prototypen. Am 1. November 1942 fand der Erstflug unter Harald Penrose statt. Schon hier zeigten sich gravierende Mängel in der Flugstabilität und die großen Tragflächen neigten zum Schwingen. Trotzdem bestellte das Air Ministry eine erste Serie von 100 Maschinen. Inzwischen war die auf privater Basis entstandene de Havilland D.H. 98 Mosquito trotz aller Widerstände serienreif geworden. In mehreren Vergleichsflügen zeigte sie gegenüber der Welkin ihre Überlegenheit, sie war schneller und vor allem wendiger, hier erwies sich die große Spannweite der Welkin als gravierender Nachteil. Nach nur 75 gebauten Maschinen wurde der Serienbau der Welkin abgebrochen, weitere 26 bis auf den Motoreneinbau fertig gestellte Exemplare wurden sofort wieder verschrottet. Die vorhandenen Maschinen verbrauchte man als Schleppflugzeuge oder als Schulmaschinen. Ein Teil verblieb bei Westland. 1944 versuchte Westland mit einer zweisitzigen Version Welkin NF.Mk.II die in der Spezifikation F.9/43 gestellten Forderungen als Nachtjäger zu erfüllen. Es wurde aber nur eine N.F. Mk.II gebaut, die im Oktober 1944 zum Erstflug startete aber nicht einmal mehr in die Flugerprobung ging. Die Gloster Meteor zeigte nämlich, dass die Zukunft dem Strahljäger gehören würde.
Westland P.14 Welkin (Archiv: Eberhard Kranz)
Technische Daten: Westland P.14 Welkin
Land: Großbritannien
Verwendung: Höhenjagdflugzeug
Triebwerk: zwei flüssigkeitsgekühlte stehende 12 Zylinder V Motoren Rolls Royce Merlin 76/77 mit verstellbaren Vierblatt-Holzpropellern
Startleistung: 1.250 PS (920 kW)
Dauerleistung: 1.055 PS in 7.000 m (779 kW)
Besatzung: 1 Mann
Erstflug: 1. November 1942
Spannweite: 21,35 m
Länge: 12,68 m
größte Höhe: 4,80 m
Spurweite: 5,38 m
Propellerdurchmesser: 3,78 m
Propellerfläche: 11,22 m²
Flügelfläche: 42,73 m²
V-Form: +2,66 °
Flügelstreckung: 7.8
Massen: To Delete
Leermasse: 5.130 kg
Startmasse normal: 7.928 kg
Startmasse maximal: 8.320 kg
Tankinhalt: 1.460 Liter
Flächenbelastung: 194,71 kg/m²
Leistungsbelastung: 3,33 kg/PS (4,52 kg/kW)
Leistungen: To Delete
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 554 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 7.930 m: 619 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 12.000 m: 573 km/h
Reisegeschwindigkeit in 4.500 m: 480 km/h
Landegeschwindigkeit: 145 km/h
Gipfelhöhe: 13.420 m
Steigleistung: 19,5 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 0,9 min
Steigzeit auf 6.000 m: 7,0 min
Steigzeit auf 12.000 m: 17,5 min
Reichweite normal: 1.920 km
Reichweite maximal: 2.220 km
Flugdauer: 5 h
Bewaffnung: vier 20 mm Maschinenkanonen British Hispano mit je 200 Schuss
Bombenlast: keine
Text: Eberhard Kranz

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