Autor: ek

Vickers 480 Windsor

Vickers 480 Windsor
Mit der Spezifikation B.5/41 forderte das Air Ministry einen Langstreckenbomber. Gefordert wurden eine viermotorige Ausführung mit einer Höchstgeschwindigkeit von 555 km/h, einer Reichweite von 3.218 km und einer Bombenlast von 3.629 kg. Auf Grund dieser Ausschreibung begann Rex Pierson aus dem momentanen Projekt Vickers Type 405, das von Barnes Wallis bearbeitet wurde, eine viermotorige Ausführung abzuleiten. Als Motoren wollte er Rolls Royce Merlin verwenden. Die Maschine erhielt die interne Bezeichnung Typ 433 und den Eigennamen Warwick Mk.III. Am 15.Juli 1941 löste das Air Ministry einen Auftrag über zwei Maschinen aus, die DW506 und die DW512, gleichzeitig erhielten sie nun den Namen Windsor. Es standen übrigens auch Worchester und Wentworth zur Wahl. Im Sommer 1942 erließ das Air Ministry eine neue Spezifikation B.3/42, die einen schweren Bomber mit einer Geschwindigkeit von 555 km/h einer Flughöhe von 9.450 m forderte. Die Besatzung sollte in einer Druckkabine unterbracht werden, zum Antrieb waren vier Rolls Royce Merlin 65 vorgesehen. Der Entwurf wurde auf diese neue Spezifikation hin geringfügig umgeändert, indem man eine Druckkabine, die auf den Rumpf aufgesetzt wurde, vorsah. Beibehalten wurde die Auslegung als Mitteldecker mit ovalem Tragflächenumriss in Gemischtbauweise, die bekannte geodätische Bauweise Barnes Wallis, indem über ein Leichtmetallgerüst ein Gewebe aus Textil- und Metallfäden gespannt wurde. Das Fahrwerk bestand aus vier Haupträdern, die je in eine Motorengondel eingefahren wurden. Die Maschine konnte auch bei Ausfall je eines Rades pro Seite noch sicher landen. Die äußeren Triebwerkgondeln verfügten über je einen ferngesteuerten Waffenstand mit zwei 20 mm Maschinenkanonen Hispano. Die Steuerung erfolgte vom bemannten Heckstand aus. Am 23.Januar 1943 fand der Erstflug der DW506, die jetzt Vickers Typ 443 hieß, statt. Während der Erprobung erreichte man eine Höchstgeschwindigkeit von 483 km/h in 7.620 m Höhe. Als Ergebnis dieser Erprobung bestellte das Air Ministry eine Serie von 300 Exemplaren Windsor B Mk.I (Vickers Typ 483), die als Antrieb den Rolls Royce Merlin 100 oder Griffon erhalten sollten. Die Auslieferung der ersten Maschinen sollte im Sommer 1945 erfolgen. Zwischenzeitlich war die DW506 abgestürzt und die Erprobung lief nur mit der DW512 weiter. Der dritte Prototyp, der gleichzeitig die erste Vorserienmaschine sein sollte, startete am 11.Juli 1944 mit der Kennung NK136 als Vickers Typ 480 zu seinem Erstflug. Als die Serienfertigung bei Kriegsende gestoppt wurde, befanden sich weitere vier Maschinen im Bau. Die Prototypen DW512 und NK136 wurden 1946 verschrottet.
Vickers 480 Windsor
Archiv: Eberhard Kranz
Technische Daten: Vickers 480 Windsor
Verwendung: schweres Bombenflugzeug
Baujahr: 1944
Besatzung: 4 Mann
Triebwerk: vier flüssigkeitsgekühlte stehende12 Zylinder Reihenmotoren Rolls Royce Merlin 85 mit Vierblatt-Metall-Verstellpropeller
Startleistung: 1.635 PS (1.204 kW)
Dauerleistung: 1.490 PS (1097 kW) in 5.000 m
Spannweite : 35,73 m
Länge: 23,43 m
größte Höhe: 7,01 m
Propellerfläche: 11,34 m²
Spurweite außen: 15,20 m
Spurweite innen: 6,72 m
Flügelfläche: 115,94 m²
V-Form: +3°
Leermasse: 17.590 kg
Startmasse normal: 24.500 kg
Startmasse maximal: 28.940 kg
Tankinhalt: 5.520 Liter
Flächenbelastung: 249,61 kg/m²
Leistungsbelastung: 4,43 kg/PS (6,02 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 472 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 7.000 m: 510 km/h
Reisegeschwindigkeit in 5.000 m: 460 km/h
Landegeschwindigkeit: 148 km/h
Gipfelhöhe: 8.300 m
Steigleistung: 4,9 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 3,4 min
Steigzeit auf 3.000 m: 10,5 min
Steigzeit auf 7.000 m: 24,0 min
Reichweite normal: 3.750 km
Reichweite maximal: 4.650 km
Flugdauer: 10,0 h
Bewaffnung: vier ferngesteuerte 20 mm Maschinenkanonen Hispano und zwei 7,62 mm Maschinengewehre Browning 0.3 im Bugstand
Bombenlast maximal: 6.804 kg
Bombenlast normal: 5.450 kg

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