Autor: ek

Vickers 432

Vickers 432
Die 432 war das letzte Jagdflugzeug der Firma Vickers-Armstrong Ltd. In der Spezifikation F.22/39 forderte das Air Ministry ein schwer bewaffnetes, hochfliegendes Jagdflugzeug. Das von Vickers eingereichte Projekt genügte nicht den Anforderungen der inzwischen zur F.16/40 überarbeiteten Spezifikation. Vickers änderte darauf hin die projektierte Maschine. Zwischenzeitlich war die Luftschlacht um England mit hohen Verlusten der deutschen Bombergeschwader abgebrochen worden und man fürchte, dass zukünftig die Luftwaffe mit neu entwickelten Höhenbombern die Angriffe wieder aufnehmen würde. Deshalb entstand die Spezifikation F.7/41, die einen einsitzigen, zweimotorigen Höhenjäger forderte. Vickers änderte erneut sein Projekt und erhielt diesmal den Auftrag zum Bau zweier Prototypen. Der Typ 432 war als zweimotoriger Mitteldecker in Ganzmetall-Schalenbauweise mit einziehbarem Heckradfahrwerk ausgelegt. Neu waren die Verwendung einer Druckkabine, die Flügelgeometrie und der Aufbau des Tragflügels. Dicke, durch chemischen Abtrag geformte Metallplatten bildeten das Profil des Tragflügels und trugen über die gesamte Spannweite verlaufende Holmgurte und statt Rippen gurtartige Versteifungen. Der so entstandene Torsionskasten war außerordentlich stabil. Der Rumpf bestand aus geformten Metallschalen, die auf die eng stehenden Spanten aufgenietet waren. Zur Reduzierung des Luftwiderstandes wurden nur Senkniete verwendet. Außerdem wurde die Außenhaut poliert. Aus demselben Grund hatte man die Kühler in das Flügelinnere verlegt. Die gesamte Bewaffnung von sechs Maschinenkanonen war in einer Unterrumpfgondel konzentriert. Der Erstflug des ersten Prototypen, der die Kennzeichnung DZ 217 trug, fand am 24.12.1942 statt. Die folgende Flugerprobung zeigte Probleme beim Rollen, beim Starten und beim Landen, die durch Änderungen am Fahrwerk, dem Leitwerk und den Querrudern beseitigt wurden. Die verwendeten Rolls Royce Merlin 61 bereiteten bei Flughöhen über 7.000 m nicht zu beseitigende Probleme. Da die erwarteten deutschen Höhenbomber ausblieben, wurde der zweite Prototyp 446 nicht mehr fertig gestellt und am 01. Mai 1943 wurde das Programm abgebrochen. Der erste Prototyp verblieb bis zu seiner Verschrottung im Herbst 1944 bei Vickers, wo er zur Erprobung der Querruder für die Vickers Windsor verwendet wurde. Insgesamt hatte er nur 28 Flüge durchgeführt. Das Wettbewerbsmuster Westland Welkin wurde stattdessen in Serie als Höhenjäger gebaut.
Vickers 432
Archiv: Eberhard Kranz
Technische Daten: Vickers 432
Verwendung: Höhenjagdflugzeug
Baujahr: 1942
Triebwerk: zwei flüssigkeitsgekühlte stehende 12 Zylinder V Motoren Rolls Royce Merlin 61 mit verstellbaren Vierblatt-Holzpropellern
Startleistung: 1.520 PS (1.120 kW)
Dauerleistung: 1.255 PS in 7.000 m (924 kW)
Besatzung: 1 Mann
Erstflug: 24. Dezember 1942
Spannweite: 17,34 m
Länge: 12,38 m
größte Höhe: 4,20 m
Spurweite: 5,98 m
Propellerdurchmesser: 3,34 m
Propellerfläche: 8,76 m²
Flügelfläche: 40,96 m²
V-Form: +3 °
Flügelstreckung: 5.6
Leermasse: 7.430 kg
Startmasse normal: 9.155 kg
Startmasse maximal: 10.020 kg
Tankinhalt: 1.460 Liter
Flächenbelastung: 244,63 kg/m²
Leistungsbelastung: 3,30 kg/PS (4,48 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 564 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 4.570 m: 612 km/h
Reisegeschwindigkeit in 4.500 m: 530 km/h
Landegeschwindigkeit: 145 km/h
Gipfelhöhe: 11.280 m
Steigleistung: 14,0 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 1,25 min
Steigzeit auf 3.000 m: 4,0 min
Steigzeit auf 8.000 m: 12,5 min
Reichweite normal: 1.840 km
Reichweite maximal: 2.415 km
Flugdauer: 5 h
Bewaffnung: sechs 20 mm Maschinenkanonen British Hispano mit je 200 Schuss
Bombenlast: keine

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