Autor: ek

Vickers 279 Venom

Vickers 279 Venom
Im Jahre 1934 erließ das Air Ministry die Ausschreibung F.5/34, die einen einsitzigen Jäger mit geschlossenem Cockpit, Sauerstoffgerät für den Piloten, Einziehfahrwerk und eine grundsätzliche Ausführung als Eindecker forderte.
Als Leistungsparameter forderte man eine Höchstgeschwindigkeit von 440 km/h in 4.570 m und 425 km/h in 6.100 m, 10.000 m Dienstgipfelhöhe und eine Flugdauer von 90 Minuten. Als Bewaffnung waren sechs oder acht 7,62 mm Browning 0.3 Maschinengewehre mit je 300 Schuß zu verwenden.
Auf diese Spezifikation hin entstanden die Typen Bristol 146, Hawker Hurricane, Martin-Baker MB.2, Vickers 279 Venon und Gloster F.5/34.
Die Vickers Konstrukteure Rex Pierson und John Bewsher überarbeiteten dafür den Typ 151 Jockey, ein Tiefdecker-Jagdflugzeug von 1930. Die neue Maschine wurde ursprünglich sogar Jockey II genannt, ehe sie die Bezeichnung Venom erhielt.
Die Venom war ein technisch aufwendiges Flugzeug. Sie war ein Ganzmetall-Tiefdecker mit rechteckigen Tragflächen, einziehbarem Heckradfahrwerk und einer in die Rumpfstruktur eingefügten, geschlossenen Kabine. Der Rumpf war eine Schalenkonstruktion aus Metall, die Beplankungsbleche wurden mit Senknieten befestigt. Der Motor, ein schiebergesteuerter Bristol Aquila AE.3S mit 625 PS Startleistung wurde auf einen seitlich abklappbaren Motorträger montiert, das die Wartung wesentlich erleichterte. Völlig neu waren die Landeklappen, die bis auf 90° ausgefahren werden konnten.
Die Bewaffnung, die aus acht 7,7
mm Maschinengewehren bestand, war in den Tragflügeln außerhalb des Propellerkreises eingebaut.
Nachdem der Entwurf eingereicht worden war, zusammen mit einem Modell im Maßstab 1:8, erhielt man den Auftrag zum Bau eines Prototyps.
Im Januar 1936 lieferte Bristol den Motor und im März 1936 erhielt man die Luftschraube. Seit dem Beginn der Konstruktionsarbeiten waren 14 Monate vergangen. Im Juni rollte die neue Maschine, die die Kennung PVO-10 erhalten hatte, aus der Halle.
Am 17. Juni 1936 führte Testpilot Matt Summers den Erstflug auf dem Flugplatz Brookland durch. Schon bei den ersten Flügen zeigte sich, dass die Maschine überaus wendig war, sie ließ sich sehr gut über die Längsachse steuern und konnte sehr enge Kurven fliegen.
Allerdings war sie mit dem Bristol Aquila AE.3S stark untermotorisiert, es fehlten mindestens 200 PS zu den anderen Mitbewerbern.
Die Erprobung durch die Royal Air Force fand im Testzentrum Martlesham Heath statt und bestätigte die Ergebnisse der ersten Testflüge. Um wettbewerbsfähig zu werden, hätte ein anderer, stärkerer Motor eingebaut werden müssen, was eine Änderung des gesamten Vorderrumpfes bedeutet hätte.
So wurde die Maschine an Vickers zurückgeben, wo man sich dann entschloss, das Projekt 279 Venom nicht weiter zu verfolgen, da die Sieger des Wettbewerbs, die Hurricane und die Spitfire bereits vor der Indienststellung standen.
Die Maschine blieb noch längere Zeit bei Vickers, bevor sie nach Kriegsbeginn 1939 dann verschrottet wurde.
Vickers 279 Venom (Archiv: Eberhard Kranz)
Technische Daten: Vickers 279 Venom
Verwendung: Tagjagdflugzeug
Baujahr: 1936
Besatzung: 1 Mann
Triebwerk: ein luftgekühlter 9 Zylinder Sternmotor Bristol Aquila AE.3S mit Schiebersteuerung und verstellbarem Dreiblatt-Metall-Propeller De Havilland - Hamilton
Startleistung: 620 PS (457 kW)
Dauerleistung: 584 PS (430 kW) in 3.000 m
Spannweite: 9,98 m
Länge: 7,36 m
größte Höhe: 3,27 m
Propellerfläche: 5,31 m²
Spurweite: 2,46 m
Flügelfläche: 13,56 m²
V-Form: +5,5°
Streckung: 7,35
Leermasse: 1.560 kg
Startmasse normal: 1.885 kg
Startmasse maximal: 2.060 kg
Tankinhalt: 400 Liter
Flächenbelastung: 151,92 kg/m²
Leistungsbelastung: 3,32 kg/PS (4,51 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 472 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 5.000 m: 502 km/h
Marschgeschwindigkeit in 4.000 m: 280 km/h
Landegeschwindigkeit: 100 km/h
Gipfelhöhe: 9.755 m
Steigleistung: 15,2 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 1,2 min
Steigzeit auf 3.000 m: 4,5 min
Steigzeit auf 6.000 m: 10,5 min
Reichweite normal: 500 km
Reichweite maximal: 660 km
Flugdauer: 2,5 h
Bewaffnung: acht 7,62 mm Maschinengewehre Browning 0.3 mit je 300 Schuss
Bombenlast maximal: 100 kg

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