Autor: ek

Tupolev Tu-73

Tupolev Tu-73
Die Maschine wurde Ende 1946 als Nachfolger für den Frontbomber Tu-12, der eine mit Strahltriebwerken ausgerüstete Tu-2 war und ein einziges Provisorium darstellte, vom Generalstab der Luftstreitkräfte gefordert. Sie sollte folgende Leistungen bringen: Höchstgeschwindigkeit 850 km/h, Reichweite 3.000 km und Bombenlast 3.000 kg. Die sowjetische Seekriegsleitung drängte außerdem auf die Ablösung der mittlerweile veralteten Il-4 als Torpedoflugzeuge und wollte ebenfalls einen modernen, strahlgetriebenen Torpedobomber. Das Konstruktionsbüro Tupolev entwarf daraufhin die Tu-73, während Iljushin die Il-46, eine geometrisch vergrößerte Il-28, vorschlug. Der Tupolev Entwurf sah einen dreistrahligen Mitteldecker mit trapezförmigem Tragflächen und gepfeiltem Höhenleitwerk in Ganzmetallbauweise vor. Die Abwurfmunition sollte in einem großen Bombenschacht von 8 m Länge untergebracht werden, vorgesehen waren ja bis zu 3.000 kg. Anfang 1947 erhielt Tupolev den Auftrag bis zur Parade am 7.November 1947 eine Maschine zu bauen und diese dort fliegend vorzuführen. Die Herstellung sollte das Flugzeugwerk 23 übernehmen. Als Triebwerke waren die in Lizenz gefertigten Rolls Royce Derwent vorgesehen. Die Lizenztriebwerke wurden in Perm gefertigt, wobei RD-45 die Ausführung mit Nachbrenner bezeichnete, während das Triebwerk ohne Nachbrenner als RD-500 bezeichnet wurde. Die Herstellung verzögerte sich wegen Materialschwierigkeiten, es traten Risse an den Flügelwurzelspanten auf, auch waren die Triebwerke nicht rechtzeitig zur Stelle. Am 29. Dezember 1947 fand dann der Erstflug unter Leitung von F. F. Opadsche statt. Die anschließende Werkserprobung konnte im Juni 1948 abgeschlossen und die Maschine anschließend an die Luftstreitkräfte übergeben werden. In einem ausgiebigen Testprogramm wurde dann die Tu-73 in den verschiedensten Flugzuständen untersucht, wobei im Sturzflug Geschwindigkeiten bis 920 km/h erreicht wurden. Dabei traten aber starke Schwingungen auf, die teilweise die Außenhaut verformten. Die Maschine war von 12.000m auf 8.000 m durchgesackt, ehe sie wieder unter Kontrolle zu bringen war. Der Ministerrat der UdSSR beschloss bereits am 31.Mai 1947, eine Kleinserie von 10 Maschinen Tu-73 zur Truppenerprobung zu bauen. Gleichzeitig erhielt Tupolev die Weisung; die Maschine zweistrahlig auszuführen. Die zweistrahlige Version erhielt die Bezeichnung Tu-14 und wurde später im Flugzeugwerk 39 in Irkutsk in Serie gebaut. Die erste Tu -14 hatte dann am 11. August 1948 ihren Erstflug und erbrachte annähernd gleiche Leistungen wie die dreistrahlige Tu-73. Insgesamt wurden von der Tu-73 etwa 20 Exemplare gefertigt, die hauptsächlich zur Schulung der Frontbesatzungen auf strahlgetriebene Bombenflugzeuge dienten.
Tupolev Tu-73
Archiv: Eberhard Kranz
Technische Daten : Tupolev Tu-73
Land: ehemalige Sowjetunion
Verwendung: Front- und Torpedobomber
Baujahr: 1948
Triebwerk: zwei Strahlturbinen RD-45 mit Nachbrenner in Gondeln unter den Tragflächen und eine Strahlturbine RD-500 im Rumpfheck
Startleistung: je 1.590 kp (15,6 kN) Schub; mit Nachbrenner (RD-45) je 2.270 kp (22,3kN) Schub
Dauerleistung: je 1.450 kp (14,2 kN) Schub in 6.000 m; mit Nachbrenner je 2.040 kp (20 kN)
Besatzung: 4 Mann
Erstflug: 29. Dezember 1947
Spannweite: 20,32 m
Länge: 21,71 m
größte Höhe: 5,73 m
Spurweite: 6,10 m
Flügelfläche: 67,36 m²
V-Form: -0,5°
Leermasse: 13.610 kg
Startmasse normal: 21.140 kg
Startmasse maximal: 24.200 kg
Tankinhalt: 3.800 Liter
Flächenbelastung: 359,3 kg/m²
Leistungsbelastung: 3,95 kg/kp
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 805 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 5.000 m: 872 km/h
Marschgeschwindigkeit in 5.000 m: 650 km/h
Landegeschwindigkeit: 160 km/h
Gipfelhöhe: 11.500 m
Steigleistung: 26,8 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 0,7 min
Steigzeit auf 3.000 m: 3,0 min
Steigzeit auf 6.000 m: 6,5 min
Reichweite normal: 2.200 km
Reichweite maximal: 2.820 km
Flugdauer: 4,5 h
Bewaffnung: sechs 23 mm Maschinenkanonen Nudelman NS-23 mit je 400 Schuss
Bombenlast maximal: 3.000 kg

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