Autor: ek

Tomashevich Pegas

Tomashevich Pegas
D.I. Tomashevich erhielt Anfang 1942 auf Grund einer Ausschreibung der sowjetischen Luftstreitkräfte den Auftrag, ein leichtes Schlachtflugzeug zu entwickeln. Es sollte die noch im Einsatz befindlichen Doppeldecker Polikarpov Po-2 WOM ablösen, da diese hinsichtlich ihrer Leistung und der unzureichenden Bewaffnung nicht mehr den Anforderungen entsprachen. Besonderer Wert wurde bei der ?Pegas? auf die Erhöhung der Kampfkraft durch eine starke Bewaffnung, der Beibehaltung der Kurzstarteigenschaften und der leichten Wartbarkeit und der einfachen Bauweise der Po-2 gelegt. Auch durften keine hochwertigen oder knappen Materialien verwendet werden. Zur Entwicklung der ?Pegas? hatte Tomashevich 3 Monate Zeit. Der Entwurf sollte am 31.08.1942 fertig sein, bis zum 01. November 1942 hatte dann das Flugzeugwerk 288 in Omsk fünf Prototypen zu liefern, die bis Juni 1943 erprobt und serienreif gemacht sein sollten. Der eigentliche Serienbaubeginn war am 01.August 1943 mit der geplanten Gesamtstückzahl von 15.000 Flugzeugen vorgesehen. Die Maschine war als Tiefdecker in Gemischtbauweise ausgelegt. Der Rumpf bestand aus einem Stahlrohrgerüst mit Stoffbespannung, während die Tragflügel aus Holz bestanden. Das Fahrwerk war ein festes Heckspornfahrwerk. Als Antrieb waren zwei 5 Zylinder Sternmotoren M11-F mit je140 PS Startleistung vorgesehen. Es wurden fünf Bewaffnungsvarianten vorgeschlagen, schließlich entschied man sich für eine Bewaffnung aus zwei 23 mm Maschinenkanonen und einem 12,7 mm Maschinengewehr. Waren die Kanonen ausgebaut, konnte stattdessen eine 500 kg Bombe mitgeführt werden. Der Erstflug fand November 1942 statt und verlief ohne Probleme. Es wurden bis Januar 1943 weitere drei Exemplare gefertigt. Die erreichten Leistungen in der anschließenden Erprobung wurden für die Verwendung als ausreichend gesehen. !943 gab es für der russischen Rüstungsindustrie nur zwei absolut lebensnotwendige Produktkreise: der Panzer T-34 und das Schlachtflugzeug Il-2. Diese banden etwa 70% der gesamten Fertigungskapazitäten. Wo wollte man 15.000 zusätzliche Flugzeuge und vor allem 30.000 zusätzliche Flugmotoren bauen? Deshalb blieb die Massenfertigung der ?Pegas? eine Utopie, zumal die Notwendigkeit durch die geänderte Kriegslage nicht mehr gegeben war. Von der eigentlich zu ersetzenden Po-2 WOM waren übrigens bei Kriegsende im Mai 1945 noch über 3.000 Stück im bestand der Roten Luftflotte.
Tomashevich Pegas
Archiv: Eberhard Kranz
Technische Daten: Tomashevich Pegas
Verwendung: leichtes Schlachtflugzeug
Baujahr: 1943
Besatzung: 1 Mann
Triebwerk: zwei luftgekühlter 5 Zylinder Sternmotor Klimov M-11F mit festem Zweiblatt-Holzpropeller
Startleistung: 140 PS (103 kW)
Dauerleistung: 125 PS (92 kW) in 3.000 m

Spannweite : 14,00 m
Länge: 10,30 m
größte Höhe: 3,68 m
Propellerfläche: 2,90 m²
Spurweite: 3,12 m
Flügelfläche: 26,60 m²
V-Form: +12°
Leermasse: 1.800 kg
Startmasse normal: 2.150 kg
Startmasse maximal: 2.320 kg
Tankinhalt: 209 Liter
Flächenbelastung: 87,2 kg/m²
Leistungsbelastung: 8,29 kg/PS (11,26 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 172 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 2.000 m: 180 km/h
Marschgeschwindigkeit in 2.000 m: 142 km/h
Gipfelhöhe: 2.620 m
Steigleistung: 6,4 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 3 min
Steigzeit auf 2.600 m: 10,0 min
Reichweite normal: 400 km
Reichweite maximal: 520 km
Startstrecke: 210 m
Landestrecke: 260 m
Flugdauer: 3,75 h
Bewaffnung: zwei 23 mm Maschinenkanonen WJa 23 mit je 60 Schuss und ein 12,7 mm Maschinengewehr UBK mit 600 Schuss
Bombenlast maximal: 2 x 250 kg (statt Maschinenkanonen WJa eine 500kg Bombe möglich)

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