Autor: ek

Supermarine Walrus

Supermarine Walrus
Im Jahre 1932 entstand auf Privatinitiative der britischen Firma Supermarine das Amphibienflugzeug Seagull V. Konstrukteur war Reginald J. Mitchell, der später als Schöpfer der Spitfire weltberühmt wurde. Die Maschine wurde als einstieliger Doppeldecker in Gemischtbauweise ausgeführt. Der verwendete Bristol Pegasus Sternmotor trieb eine vierblättrige Druckschraube an. Um dem Drehmoment der Luftschraube entgegenzuwirken, war der Motor um 5,5° zur Längsachse geschwenkt. Das Fahrwerk war einziehbar und fuhr in die unteren Tragflächen ein. Der Erstflug fand am 21.Juni 1933 statt und verlief ohne Probleme. Als Verwendungszweck war hauptsächlich der Einsatz als Bordflugzeug vorgesehen. Deshalb wurden die Tragflächen klappbar gestaltet, so dass die Breite sich auf 5,52 m reduzierte, was für die Unterbringung an Bord wichtig war. Die Maschine war das erste katapultstartfähige Amphibienflugzeug Großbritanniens. Als Bordflugzeug sollte die Walrus zur Feuerleitung der schweren Schiffsartillerie, als Nahaufklärer, Seenot-Rettungsflugzeug und U-Boot-Jagdflugzeug verwendet werden. Nach einer ausgiebigen Testphase wurde 1936 mit der Serienfertigung bei Supermarine begonnen. Die Serienausführung erhielt die Bezeichnung Walrus Mk.I und unterschied sich von den Vorserienmaschinen durch die durchgängige Metallbauweise. Lediglich die Ruder blieben stoffbespannt. Nach 288 Maschinen ging die Produktion Ende 1940 an Saunders Roe über, da Supermarine mit der Spitfire Fertigung ausgelastet war. Bei Saunders Roe wurden bis Mitte 1944 nochmals 453 Walrus Mk.II gefertigt, bei denen Tragflügel und Leitwerk aus Holz bestanden. Während des Krieges wurden die Walrus bei der Royal Air Force, der Royal Army Air Force, der Fleet Air Arm sowie bei der kanadischen, der neuseeländischen und der australischen Marine eingesetzt. Nach Kriegsende erhielten Irland, Argentinien, Ägypten und die Türkei überschüssige Walrus. 1947 wurden in Großbritannien die letzten Walrus außer Dienst gestellt. Insgesamt wurden 741 Walrus Mk.I und Mk.II gebaut, damit war die Maschine eines der meistgebauten britischen Seeflugzeuge.
Supermarine Walrus
Archiv: Eberhard Kranz
Technische Daten: Supermarine Walrus Mk.II
Verwendung: Mehrzweck-See-Amphibienflugzeug
Baujahr: 1941
Besatzung: 2-4 Mann
Triebwerk: ein luftgekühlter 9 Zylinder Sternmotor Bristol Pegasus VI N2 mit starrem Vierblatt-Holzpropeller als Druckschraube wirkend
Startleistung: 775 PS (571 kW)
Dauerleistung: 710 PS (523 kW) in 3.500 m
Spannweite: 13,97 m
Länge: 11,43 m
größte Höhe: 4,65 m
Propellerfläche: 7,55 m²
Spurweite: 2,40 m
Flügelfläche: 56,67 m²
Flügelpfeilung:
V-Form: +5°
Staffelung: 0
Leermasse: 2.210 kg
Startmasse normal: 3260 kg
Startmasse maximal: 3.360 kg
Tankinhalt: 690 Liter
Flächenbelastung: 59,30 kg/m²
Leistungsbelastung: 4,34 kg/PS (6,01 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 202 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 1.600 m: 216 km/h
Marschgeschwindigkeit in 2.000 m: 152 km/h
Landegeschwindigkeit: 90 km/h
Gipfelhöhe: 5.620 m
Steigleistung: 4,1 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 4,2 min
Steigzeit auf 3.000 m: 13,0 min
Startstrecke: 220 m
Landestrecke: 170 m
Reichweite normal: 870 km
Reichweite maximal: 960 km
Flugdauer: 6,5 h
Bewaffnung: drei 7,7 mm Maschinengewehre Vickers K mit je 550 Schuss
Bombenlast maximal: 272 kg oder vier 48 kg Wasserbomben Mk.VIII

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