Autor: ek

Sud-Est SE 100

Sud-Est SE 100
1937 wurde seitens der der Armèe de l? Air eine Ausschreibung herausgeben, die ein zweimotoriges schweres Jagdflugzeug für den Tag- und Nachteinsatz als Ersatz für die im Einsatz befindlichen Potez 631 forderte. Bei der Sociètè Nationale de Constructions Aèronautiques de Sud-Est (SNCASE) schlugen die Konstrukteure P.-E. Mercier und Jacques Lecarme eine sehr moderne Maschine, die SE 100, vor.
Der Entwurf sah einen zweimotorigen Mitteldecker mit einziehbarem Bugradfahrwerk und tief angebrachter Höhenflosse vor. Als Seitenleitwerk dienten zwei abgerundete dreieckige Endscheiben. Das Bugradfahrwerk war eine völlig neue Konstruktion, aus einem groß dimensioniertem Bugrad und zwei kleinen Spornrädern, die sich unten an den Endscheiben des Leitwerks befanden. Die Kabine für die zwei bis dreiköpfige Besatzung war in die Rumpfstruktur eingestrakt. Die Maschine war in Gemischtbauweise ausgelegt.
Der Rumpf bestand aus einem mit Dural verkleideten Stahlrohrgerüst, während der zweiholmige Tragflügel eine mit Sperrholz verkleidete Holzkonstruktion war. Ebenso war das Leitwerk ausgeführt. Die Ruder waren mit Trimmklappen versehen und stoffbespannt. Das Bugradfahrwerk wurde hydraulisch eingezogen.
Für Tageinsätze sollte die Besatzung aus zwei Mann bestehen, bei Einsätzen als Nachtjäger dagegen aus drei Mann. Als Durchgang befand sich ein Kriechtunnel zwischen den Cockpits. Die Bewaffnung sollte aus vier im Rumpfbug eingebauten 20 mm Maschinenkanonen und einer 20 mm
Maschinenkanone, die elektropneumatisch gesteuert, nach hinten feuerte. Am 29.März 1939 startete der erste Prototyp zu seinem Erstflug. Als Ergebnis der ersten Flüge wurden zahlreiche Umbauten vorgenommen. So erhielt die Maschine eine einziehbare Rückenflosse zur Verbesserung der Stabilität beim Langsamflug. Am 5. April 1940 versagte die Propellerverstellung des Steuerbordmotors beim Landeanflug. Dabei wurde die Maschine total zerstört. Zwischenzeitlich befand sich aber schon der zweite Prototyp in Bau, der einige Veränderungen erfahren hatte. Er war insgesamt etwas größer geworden und der Kriechtunnel hatte einem zusätzlichen Tank Platz machen müssen. Die Bewaffnung war nochmals verstärkt worden und bestand nun aus sechs 20 mm Maschinenkanonen im Bug und zwei 20 mm Maschinenkanonen in einem Drehturm auf dem Rumpfrücken sowie ein nach unten aus einer Luke feuernden 20 mm Maschinenkanone. Die Tragflächen und das Leitwerk waren jetzt ebenfalls Metallkonstruktionen. Als Triebwerk sollte später bei der Variante SE 102 der Pratt&Whitney Twin Wasp mit 1.200 PS Startleistung verwendet werden.
Eine weitere Variante, die SE 103, sollte mit Gnome Rhone 14N-2/3 Doppelsternmotoren von 1.050 PS Startleistung ausgerüstet werden. Die Armèe de l Air bestellte 300 Exemplare der SE 100, die bei Citroen in Paris ab November 1940 gebaut werden sollten. Beim deutschen Einmarsch in Paris war der zweite Prototyp noch nicht vollendet und wurde zerstört, damit er nicht in deutsche Hände fiel.
Sud-Est SE 100 (Archiv: Eberhard Kranz)
Technische Daten: Sud-Est SE 100
Verwendung: schweres Tag- und Nachtjagdflugzeug
Baujahr: 1940
Besatzung: 2-3 Mann
Triebwerk: zwei luftgekühlte 14 Zylinder Doppelsternmotoren Gnome Rhone 14 N 20 mit verstellbarem Dreiblatt-Metall-Propeller Ratier
Startleistung: je 1.050 PS (773 kW)
Dauerleistung: je 880 PS (648 kW) in 4.000 m
Spannweite: 15,70 m
Länge: 11,80 m
größte Höhe: 4,28 m
Propellerdurchmesser: 3,20 m
Propellerfläche: 8,04 m²
Spurweite: 6,02 m
Flügelfläche: 33,06 m²
V-Form: 4,66°
Streckung: 7,46
Leermasse: 5.520 kg
Startmasse normal: 7.550 kg
Startmasse maximal: 7.700 kg
Tankinhalt: 960 Liter
Flächenbelastung: 232,91 kg/m²
Leistungsbelastung: 3,67 kg/PS (4,98 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 502 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 6.500 m: 580 km/h
Marschgeschwindigkeit in 4.000 m: 500 km/h
Landegeschwindigkeit: 148 km/h
Gipfelhöhe: 8.900 m
Steigleistung: 16,0 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 1,1 min
Steigzeit auf 4.000 m: 5,0 min
Reichweite: 900 km mit maximaler Zuladung
Reichweite maximal: 1.300 km mit
Bewaffnung: vier 20 mm Maschinenkanonen Hispano-Suiza mit je 60 Schuss im Rumpfbug und eine 20 mm Maschinenkanone Hispano-Suiza mit 120 Schuss elektropneumatisch gesteuert aus der hinteren Kabine feuernd
Bombenlast normal: 200 kg

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