Autor: ek

Suchoi Su-15

Suchoi Su-15
1947 forderten die sowjetischen Luftstreitkräfte ein einsitziges Allwetter-Abfangjagdflugzeug höchster Leistung mit Bordradar. Die Maschine sollte eine Ganzmetallkonstruktion sein und als Antrieb mußten TL ?Triebwerke RD-45 F, ein Lizenzbau des Rolls Royce ?Nene? Mk.8, verwendet werden. Die konstruktive Umsetzung dieser Vorgaben war den Konstruktionsbüros freigestellt. Entwicklungsaufträge gingen Ende 1947 an die OKB Mikojan-Gurewitsch, Lavochkin und Suchoi. Etwas später kam noch Yakovlev dazu. Daraufhin entstanden die I-320 bei Mikojan-Gurewitsch, die La-200 bei Lavochkin, die Su-15(P) bei Suchoi und die Yak-120, die spätere Yak-25 bei Yakovlev. Suchois Projekt sah vor, die beiden Strahlturbinen im Rumpf einzubauen, um so einen sauberen Strömungsverlauf am Tragflügel zu erreichen und gleichzeitig den Stirnwiderstand des Flugzeuges so klein wie möglich zu halten. Um aber die Triebwerke im Rumpf unterbringen zu können, die Rolls Royce Nene hatten Radialverdichter mit entsprechend großem Durchmesser, entschied sich Suchoi für eine gestaffelte Unterbringung im Rumpf. Das erste Triebwerk brachte er vorn im Rumpfbug an, das zweite im Rumpfheck. Aus dieser Konfiguration heraus mußte die Kabine aus der Rumpfmitte nach links außen verlegt werden. Die Luftzufuhr erfolgte über eine gemeinsame Ansaugöffnung, die Schubdüsen waren getrennt unter der Rumpfunterseite und im Rumpfheck unterbebracht. Das Radargerät war in einer Nase über der Luftansaugöffnung eingebaut. Die beiden 37 mm Kanonen waren an den Seitenwänden im Rumpfbug montiert. Die Tragflügelpfeilung betrug 35°. Auf jeder Tragfläche befanden sich zwei Wirbelzäune, die ein Abreißen der Strömung im Hochgeschwindigkeitsbereich verhindern sollten. Der Erstflug fand am 11.Januar 1949 statt und verlief problemlos. Die weitere gründliche Erprobung der Su-15 dauerte fast ein Jahr. Bei einem Hochgeschwindigkeitsflug nahe 1.000 km/h bemerkte Testpilot Schijanov Vibrationen und brach den Flug ab. Man glaubte ihm nicht und übertrug die weitere Erprobung an den bekannten Testpiloten Anochin. Bei seinem zweiten Flug am 03.06.1049 wurde bei 1.032 km/h die Vibration so stark, dass die Maschine nicht mehr steuerbar war und Anochin sich katapultieren mußte. Nach dem Verlust des Flugzeuges wurde das Projekt Su-15(P) aufgegeben. Die geplante Weitentwicklung mit Fowlerklappen und die zweisitzige Schulvariante Su-15(P) UT kamen nicht mehr zur Ausführung.
Suchoi Su-15
Archiv: Eberhard Kranz
Technische Daten: Suchoi Su-15
Verwendung: Allwetter-Abfangjäger
Baujahr: 1946
Besatzung: 1 Mann
Triebwerk: zwei TL-Triebwerke RD 45F (Lizenzbau des Rolls Royce ?Nene? Mk.8) mit Radialverdichter
Startleistung: 2.316 kp (22,2 kN)
Dauerleistung: 2.150 kp (21,3 kN) in 7.000 m
Spannweite : 12,87 m
Länge: 15,45 m
größte Höhe: 5,92 m
Spurweite: 3,92 m
Flügelfläche: 36,0 m²
V-Form: -2°
Plügelpfeilung: 35°
Leermasse: 7.410 kg
Startmasse normal: 10.440 kg
Startmasse maximal: 10.760 kg
Tankinhalt: 2.350 Liter
Flächenbelastung: 299,4 kg/m²
Leistungsbelastung: 2,32 kg/kp
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 960 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 4.550 m: 1.032 km/h
Marschgeschwindigkeit in 5.000 m: 800 km/h
Gipfelhöhe: 14.000 m
Steigleistung: 35,1 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 0,5 min
Steigzeit auf 3.000 m: 1,6 min
Steigzeit auf 5.000 m: 2,5 min
Reichweite normal: 950 km
Reichweite maximal: 1.050 km
Flugdauer: 1,5 h
Bewaffnung: zwei 37 mm Maschinenkanonen NR 37 mit je 40 Schuss
Bombenlast: keine

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