Autor: ek

Skoda-Kauba Sk 257

Skoda-Kauba Sk 257
Anfang 1942 beschäftigte sich Otto Kauba mit der Konstruktion einer fliegenden Bombe. Dieses Projekt stieß auf das Interesse des Reichsluftfahrtministeriums und sicherte Kauba dessen Unterstützung.
Als Vorstufen wurden verschieden Leichtflugzeuge SK V1 gebaut und erprobt, bis 1943 das Projekt der fliegenden Bombe bei Fieseler mit der FZG 76 oder Fi 103, besser als V1 bekannt, verwirklicht wurde. In Čakovice bei Prag entstanden so die Skoda-Kauba Flugzeugwerke, wo man 1942 an der Ausschreibung für ein modernes Eindeckerschulflugzeug, das die im Einsatz befindlichen Schuldoppeldecker ersetzen sollte, beteiligte. Die eingereichte Studie SK-V4 überzeugte durch ihre moderne Auslegung und es wurden folgerichtig zwei Prototypen gebaut, die 1943 erprobt wurde, wobei die erreichten Leistungen überdurchschnittlich waren. Der erste Prototyp, später Sk 257V1, erhielt noch die zivile Zulassung D-EZWA und hatte noch eine glatte Propellernabe und die Kabine war stark ausgebuchtet.
Der zweite Prototyp erhielt schon die patentierte Propellerverstellung von Argus mit den charakteristischen Windmühlenflügeln. Anfang 1944 schlug das Reichsluftfahrtsministerium Otto Kauba vor, bei Skoda-Kauba die Weiterentwicklung der Sk 257 zu einem einsitzigen Übungsflugzeug für die Jagdfliegerschulen vor, dass auf der SK.V4 aufbauen sollte. zu beginnen.
Die daraufhin entwickelte Sk 257 war ein aerodynamisch hochwertiger Tiefdecker mit einziehbarem Heckradfahrwerk in Gemischtbauweise, wobei das Spornrad nicht einziehbar war. Der Rumpf bestand aus einer Stahlrohrkonstruktion
die mit Formschalen aus Sperrholz verkleidet war. Die Tragflügel war eine zweiteilige Ganzholzkonstruktion mit einem Kastenholm und Spreizklappen zwischen Querruder und Rumpf.
Das Leitwerk war ebenfalls eine Ganzholzkonstruktion, wobei die Höhenflosse elektrisch verstellbar war. Lediglich die Ruder waren stoffbespannt.
Das Fahrwerk wurde ebenfalls elektrisch nach innen in die Flügel eingezogen, während das Spornrad nur aerodynamisch verkleidet war. Als Antrieb sollte später in der Serie der luftgekühlte 12 Zylinder V Motor Argus 410 mit einer Startleistung von 485 PS verwendet werden. Als Fertigungsort hatte man eine Fabrik in Trencin, Slowakei, bestimmt. Die Erprobung der Prototypen sollte dann auf der Luftwaffenbasis Biskupice in Polen erfolgen. Während die ersten Prototypen mit dem Argus As 10c mit nur 240 PS Startleistung ausgerüstet werden konnten, zeigten sie doch sehr gute Leistungen. Die ersten Maschinen der Nullserie hatten ebenfalls den Argus As 10c waren schlecht verarbeitet und wiesen so große Fertigungsmängel auf, dass man sich entschloss, die Fertigung vorerst abzubrechen, um die Mängel abzustellen. Dies geschah im Herbst 1944. Bis dahin waren fünf Nullserienmaschinen gebaut worden. Zu einem späteren Neuanlauf der Produktion kam es nicht mehr. Die gebauten Prototypen und Nullserienmaschinen wurden schließlich verschrottet. Von der Sk 257 sind lediglich noch Teile eines Rumpfes und einer Tragfläche im Luftfahrtmuseum Prag-Kbely zu besichtigen.
Skoda-Kauba Sk 257 (Archiv: Eberhard Kranz)
Technische Daten: Skoda-Kauba Sk 257
Verwendung: Übungsflugzeug zur Jagdfliegerausbildung
Baujahr: 1944
Besatzung: 1 Mann
Triebwerk: ein luftgekühlter hängender Achtzylinder Reihenmotor Argus As 10 c mit verstellbaren Zweiblatt-Holz-Propeller System Argus
Startleistung: 240 PS (177 kW)
Dauerleistung: 200 PS (148 kW) in 3.500 m
Spannweite: 7,60 m
Länge: 5,60 m
größte Höhe: 2,90 m
Propellerdurchmesser: 2,00 m
Propellerfläche: 3,14 m²
Spurweite: 3,02 m
Flügelfläche: 8,40 m²
V-Form:
Streckung: 6,88
Leermasse: 1.020 kg
Startmasse normal: 1.270 kg
Startmasse maximal: 1.350 kg
Tankinhalt: 200 Liter
Flächenbelastung: 160,71 kg/m²
Leistungsbelastung: 5,63 kg/PS (7,65 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 406 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 3.500 m: 433 km/h
Reisegeschwindigkeit in 3.000 m: 350 km/h
Landegeschwindigkeit: 120 km/h
Gipfelhöhe: 7.500 m
Steigleistung: 10,2 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 1,7 min
Steigzeit auf 3.000 m: 6,5 min
Reichweite normal: 880 km
Reichweite maximal: 960 km
Flugdauer: 2,75 h

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