Autor: ek

Siebel Fh 104 Hallore

Siebel Fh 104 Hallore
1935 schrieb das Amt für Technik und Beschaffung des Reichsluftfahrtsministeriums einen Wettbewerb zu einem zweimotorigen leichten Reise-, Verkehrs- und Verbindungsflugzeug für mindestens fünf Personen aus, an dem fünf Firmen teilnahmen. Eine Gruppe von Konstrukteuren der Firma Hanns Klemm Flugzeugbau GmbH im Zweigwerk Halle unter der Leitung von Friedrich Fischer begann im Herbst 1935 mit der Entwicklung eines aerodynamisch hochwertigen Tiefdeckers in Gemischtbauweise. Das Projekt erhielt die Bezeichnung Klemm Kl 104. Der Rumpf war in Ganzmetall-Schalenbauweise ausgeführt. Die schallisolierte Kabine verfügte über zwei Türen an der Backbordseite, der Pilot saß allein vorn in der Kabine, es folgten dahinter, paarweise angeordnet, die Sitze für die Passagiere.
Die Tragflügel waren mit Sperrholz beplankte Holzkonstruktionen und verfügten über große Landeklappen. Das Hauptfahrwerk, das über hydraulische Bremsen verfügte, wurde auch hydraulisch nach hinten in die Motorgondeln eingefahren. Das Leitwerk war eine freitragende Metallkonstruktion. Am 25.Februar 1937 startete mit der Bezeichnung Kl 104 V1 der Prototyp zu seinem Erstflug.
Inzwischen war aus dem Zweigwerk Halle die Siebel Flugzeugwerke GmbH geworden, so dass der zweite Prototyp, der stärkere Triebwerke und eine geänderte Kabine erhalten hatte,
nach seinem Chefkonstrukteur Friedrich Fischer als Fh 104 V2 (D-IMCH) bezeichnet wurde. Von dieser Ausführung wurde 1938 durch das RLM eine Nullserie von 10 Exemplaren unter der Bezeichnung Siebel Fh 104 A-0 Hallore mit Hirth HM 208 C Motoren (Startleistung 270 PS) in Auftrag gegeben.
Die Fh 104 war damals eines der modernsten und leistungsfähigsten Reiseflugzeuge. Zahlreiche internationale Rekorde wurden damit erflogen, zum Beispiel im Juli 1938 der Sieg beim III. Internationalen Raduno del Littorio in Italien oder im September 1938 ein eintägiger Europa-Rundflug über 12 Länder (6.200 km in 21 Stunden). Im März 1939 folgte noch ein 40.000 km Afrikarundflug.
Die folgenden Serienmaschinen Fh 104 A-1 erhielten den stärkeren Hirth HM 508 D und wurden ab Frühjahr 1939 in kleinen Stückzahlen in Halle gebaut.
Mit Beginn des zweiten Weltkrieges wurden alle Fh 104 der militärischen Verwendung als Verbindungs- oder Stabsreiseflugzeuge zugeführt. So war eine Fh 104 das persönliche Reiseflugzeug des Feldmarschalls Kesselring während des Frankreichfeldzuges 1940.
Im März 1942 wurde die Fertigung der Fh 104 nach 49 gebauten Exemplaren eingestellt.
Die Weiterentwicklung Siebel Si 204 kam als Verbindungsflugzeug und in der Version Si 204 D als Übungsflugzeug für Besatzungen zweimotoriger Kampfflugzeuge zum Einsatz.
Siebel Fh 104 Hallore
Technische Daten: Siebel Fh 104 Hallore
Baujahr: 1938
Besatzung: 1 Mann
Passagiere. vier
Nutzlast: 400 kg
Triebwerk: zwei luftgekühlte hängende Achtzylinder Reihenmotoren Hirth HM 508 D mit verstellbarem Zweiblatt-Holzpropeller
Startleistung: je 280 PS (206 kW)
Dauerleistung: je 235 PS (173 kW) in 3.500 m
Spannweite: 12,06 m
Länge: 9,50 m
größte Höhe: 2,64 m
Propellerdurchmesser: 2,35 m
Propellerfläche: 4,34 m²
Spurweite: 3,44 m
Flügelfläche: 22,30 m²
V-Form: +6°
Pfeilung der Tragflächenvorderkante: 6,5°
Streckung: 6,52
Wurzeltiefe: 2,47 m
Bruchlastvielfaches: 7,0
Kabinenlänge: 2,60 m
Kabinenbreite: 1,28 m
Kabinenhöhe: 1,28 m
Kabinenvolumen: 4,33 m³
Leermasse: 1.510 kg
Startmasse normal: 2.350 kg
Startmasse maximal: 2.500 kg
Tankinhalt: 320 Liter
Schmierstofftank: 25 Liter
Flächenbelastung: 112,11 kg/m²
Leistungsbelastung: 4,46 kg/PS (6,06 kg/kW)
Kraftstoffverbrauch: 35 l/100 km
Schmierstoffverbrauch: 0,8 l/100 km
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 338 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 3.500 m: 352 km/h
Reisegeschwindigkeit in 3.500 m: 312 km/h
Landegeschwindigkeit: 99 km/h
Startrollstrecke: 200 m
Landestrecke: 280 m
Gipfelhöhe: 6.600 m
Steigleistung: 9,5 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 1,9 min
Steigzeit auf 3.000 m: 7,2 min
Reichweite normal: 920 km
Reichweite maximal: 1.500 km (bei reduzierter Nutzlast)
Flugdauer: 3,75 h

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