Autor: ek

Short S.17 L Scylla

Short S.17/L Scylla
 
Die britische Fluggesellschaft Imperial Airways benötigte Anfang der 1930-iger Jahre ein geräumiges Verkehrsflugzeug für seine europäischen Linien, besonders für die Linie London-Paris. Die Maschine sollte mindestens 30 Passagiere bei höchstem Komfort befördern können. Mit dieser Forderung trat man 1933 an Short heran und bat in kürzester Zeit einige der als Doppeldecker auszulegenden Flugzeuge zu bauen. Die Passagierkapazität hatte man inzwischen auf 39 erhöht. Die schnellste Lösung war auf der Basis des schon vorhandenen Flugbootes S.17 Kent ein Landflugzeug abzuleiten. Der Entwurf erhielt die Bezeichnung S.17/L und übernahm die Tragflächen, den Motoreinbau und das Leitwerk der Kent. Rumpf und Fahrwerk wurden neu konstruiert. Die Maschine war in Gemischtbauweise ausgeführt, während der Rumpf als ein mit Dural verkleidetes Metallgerüst gebaut wurde, bestanden die Tragflächen aus Metallholmen mit Holzrippen und Sperrholzverkleidung und Leinwandbespannung. Die vier Sternmotoren waren mit NACA-Hauben versehen und befanden sich zwischen den beiden Tragflächen. Die Passagierkabine verfügte pro Seite über 10 große Fenster, hatte einen Rauchsalon und ein Sanitärbereich mit WC und Waschgelegenheit. Die Ausstattung war luxuriös und ließ keine Wünsche offen. Der Erstflug fand am 4.März 1934 statt und nach kurzer Erprobung erhielt die Maschine die offizielle Zulassung G-ACJJ. Imperial Airways gab ihr den Namen Scylla und am 16.Mai 1934 nahm sie auf der Strecke London/Croydon-Paris/Le Bourget den regelmäßigen Flugbetrieb auf. Im gleichen Monat folgte die zweite Maschine, die die Zulassung G-ACJK und den Namen Syrinx erhielt. Die Maschinen waren sehr zuverlässig, nur ließen sie sich wegen ihrer Größe am Boden nur schwer bewegen. !935 wurde die Syrinx in Brüssel bei einem schweren Sturm umgeworfen und beträchtlich beschädigt. Bei der Reparatur tauschte man die Motoren gegen vier stärkere Bristol Perseus XC mit je 920 PS Startleistung aus, änderte man die Kabine. Bis zum Kriegsbeginn September 1939 flogen beide Maschinen im regulären Liniendienst, dann wurden sie nach Whitchurch verlegt, wo man sie für Kriegszwecke als Transporter umrüstete. Die Scylla ging 1940 bei einer missglückten Landung zu Bruch, die Syrinx wurde noch im gleichen Jahr wegen Ersatzteilmangels abgewrackt.
 
Short S.17/L Scylla
Archiv: Eberhard Kranz
 
 
Technische Daten: Short S.17/L Scylla (G-ACJJ )
 
Verwendung: Verkehrsflugzeug
Baujahr: 1934
Besatzung: 5 Mann ( 2 Piloten, 1 Bordingenieur, 2 Stewards)
Passagiere: 39
Nutzlast: 1.200 kg
Triebwerk: vier 9 Zylinder Sternmotoren Bristol Jupiter XFBM mit starrem Vierblatt-Holz-Propeller
Startleistung: je 595 PS (438 kW)
Dauerleistung: 555 PS in 2.500 m (409 kW)
 
Spannweite oben: 40,24 m
Spannweite unten: 34,44 m
Länge: 25,55 m
größte Höhe: 8,17 m
Spurweite: 7,76 m
Propellerdurchmesser: 3,78 m
Propellerfläche: 11,22 m²
Flügelfläche: 184,80 m²
V-Form: +5° an den Außenflügeln
Leermasse: 10.860 kg
Startmasse normal: 20.760 kg
Startmasse maximal: 21.550 kg
Tankinhalt: 1.680 Liter
Schmierstoff: 220 Liter
Flächenbelastung: 116,6 kg/m²
Leistungsbelastung: 9,05 kg/PS (12,29 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 220 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 2.500 m: 231 km/h
Reisegeschwindigkeit in 2.500 m: 200 km/h
Landegeschwindigkeit: 110 km/h
Gipfelhöhe: 4.850 m
Steigleistung: 4,4 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 4 min
Steigzeit auf 2.500 m: 12,5 min
Reichweite normal: 1.280 km
Reichweite maximal: 1.600 km
Flugdauer: 8 h
 
 

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