Autor: ek

Short Short-Bomber

Short Short-Bomber
Bei den britischen Fliegerkräften hatten die Marineflieger (RNAS) sich eher mit der Verwendung von Bombenflugzeugen zu Angriffen ins Hinterland des Gegners beschäftigt als die Heeresflieger (RFC). Ursache war, das man in den deutschen Marine-Luftschiffen eine starke Bedrohung der Home Fleet sah und nach Mitteln der Bekämpfung suchte. Eine Bombardierung der Luftschiffhallen schien das geeignete Mittel zu sein. So ließ die Britische Admiralität bei der Firma Short einen schweren einmotorigen Bomber entwickeln, der von Flugplätzen in England und Frankreich über weite Entfernungen hin operieren sollte. Der Einsatz war bereits für Ende 1914/ Anfang 1915 geplant. Eine einmotorige Ausführung wurde aus dem Grunde gewählt, da der britische Flugmotorenbau zu dieser Zeit noch nicht in der Lage war, große Mengen von Flugmotoren herzustellen. Der ?Short-Bomber? wurde aus dem Marineflugzeug S.184 als Landversion abgeleitet. Die Maschine war ein in Holzbauweise mit Stoff bespannter Doppeldecker mit auffällig großer Seitenflosse und einem Vierrad-Kastenfahrwerk. Ab 1915 wurden insgesamt 83 Maschinen von den Firmen Short, Parnal & Sons, Egerton, Phoenix Dynamo und Sunbeam gebaut. Sunbeam verwendete dabei das eigene Triebwerk von 225 PS, die anderen Firmen bauten den neuen Rolls Royce Eagle III ein. Die maschinen wurden im herbst 1916 in Dienst gestellt und die RNAS begann zusammen mit von Frankreich beschafften Caudron G.IV Angriffe auf Ziele in Ostende und Zeebrücke. Das war die erste strategische Bomberoffensive in der Geschichte des Luftkrieges. Die Bombenzuladung des Short-Bombers war doppelt so hoch wie die der Caudron, nur war die Geschwindigkeit sehr niedrig und die Abwehrbewaffnung mit nur einem MG mangelhaft. So konnte man die maschinen bald nur noch nachts einsetzen. Ab 1917 wurden die noch verbliebenen etwa 30 Exemplare durch Handley Page 0/100 ersetzt.
Short Short-Bomber
Archiv: Eberhard Kranz
Technische Daten: Short Short-Bomber
Verwendung: Bombenflugzeug
Baujahr: 1915
Triebwerk: ein wassergekühlter 12 Zylinder V Reihenmotor Rolls Royce Eagle III mit starrem Zweiblatt-Holz-Propeller
Startleistung: 250 PS (184 kW)
Dauerleistung: 220 PS (162 kW) in 2.000 m
Besatzung: 2 Mann
Spannweite oben: 25,91 m
Spannweite unten: 19,47 m
Länge: 13,72 m
größte Höhe: 4,57 m
Spurweite: 3,12 m
Propellerdurchmesser: 2,96 m
Propellerfläche: 6,88 m²
Flügelfläche: 62,25 m²
V-Form: +1,5° an den oberen Flügeln 2,5° an den unteren Flügeln
Leermasse: 2.085 kg
Startmasse normal: 3.085 kg
Startmasse maximal: 3.185 kg
Tankinhalt: 340 Liter
Schmierstoff: 42 Liter
Flächenbelastung: 51,16 kg/m²
Leistungsbelastung: 12,74 kg/PS (17,30 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 115 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 2.000 m: 123 km/h
Marschgeschwindigkeit: 102 km/h
Landegeschwindigkeit: 80 km/h
Gipfelhöhe: 2.900 m
Steigleistung: 1,3 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 13 min
Steigzeit auf 2.000 m: 27 min
Kraftstoffverbrauch: 55 Liter/h
Reichweite: 600 km
Flugdauer: 6 h
Bewaffnung: ein bewegliches 7,7 mm Maschinengewehr Lewis mit 550 Schuss
Bombenlast: 416 kg ( 4 x 104 kg oder 8 x 51 kg)

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