Autor: ek

Seversky P-35

Seversky P-35
1931 gründete Alexander Seversky auf Long Island im Staat new York die Seversky Aircraft Corporation, eine kleine Firma mit nur 12 Mitarbeitern. Hier konstruierte und baute er bis 1935 den Versuchs-Jagdzweisitzer SEV-1XP. Im Sommer des gleichen Jahres wurde die Maschine dann an Army Air Corps übergeben, erprobt und anschließend als nicht geeignet abgelehnt. Damit stand die Existenz Severskys Firma und auch seine eigene auf dem Spiel, denn er hatte keine weiteren Aufträge. Um die Maschine doch noch verkaufen zu können, stellte er 1936 Alexander Kartveli als Konstrukteur ein, der das Modell zur einsitzigen AP-1 überarbeitete. Die Maschine war nun ein Ganzmetall-Tiefdecker mit luftgekühltem Sternmotor, geschlossener Kabine und halbeinziehbarem Heckradfahrwerk. Im März erprobte das Army Air Force die AP-1 in Wright Field und bereits im Mai 1937 erging eine Bestellung über 77 Exemplare. Gleichzeitig erhielt die Maschine die offizielle Bezeichnung P-35. Im weiteren Einsatz erwies sich die P-35 gutmütig und trotzdem leistungsfähig. Bis zum August 1938 hatte die Army Air Force 75 Maschinen in Dienst gestellt und damit die 1.Jäger Gruppe in Selfridge Field (Michigan) ausgerüstet. Noch während des Serienbaus entwickelte man bei Seversky eine Exportversion EP-106, die einen um 100 PS stärkeren Motor erhielt. Von Schweden ging dann auch eine Bestellung über 120 Maschinen ein, von denen bis Mai 1940 60 Stück ausgeliefert werden konnten. Die restlichen 60 wurden auf Grund eines Exportverbotes der amerikanischen Regierung an das Army Air Corps als P-35A geliefert. 48 dieser Maschinen wurden mit dem Kriegsbeginn Ende 1941 auf die Philippinen verlegt. Hier gingen aber binnen kürzester 40 Maschinen, meist durch japanische Jäger und Bombenangriffe auf die Flugplätze verloren. Das war der einzige militärische Einsatz der P-35. In Schweden blieb die P-35A als J9 bis 1944 im aktiven Dienst. Das Konzept, des kleinen wendigen Ganzmetall-Tiefdecker-Jagdflugzeuges beeinflusste auch weitere Entwicklungen. So entwickelte Roberto Longhi, unter Anlehnung an die P-35, den Jäger Reggiane 2000 und Wsiewolod Jakimiuk die PZL P-50 Jastrzab, die als Ersatz für die PZL P-11 gedacht war. Eine Schulversion, die 2PA, wurde in zwei Exemplaren an die Sowjetunion verkauft, 12 Stück erhielt Ecuador und von den bestellten 52 für Schweden, gingen nur zwei nach Skandinavien, die restlichen 50 wurden als AT-12 Guardman beim Army Air Corps eingesetzt. 20 2PA hatte man im Frühjahr 1941 an Japan geliefert, so daß die Maschinen den alliierten Codenamen “Dick“ erhielten. Die Seversky Aircraft Corp. nannte sich 1939 in Republic Aviation Corp. um, gleichzeitig verließ Seversky wegen der an Japan gelieferten 2PA die Firma. Bei Republic entwickelte man als erstes Muster unter dem neuen Namen mit der Bezeichnung P-43 Lancer ein auf der P-35 basierendes Jagdflugzeug.
Seversky P-35
Archiv: Eberhard Kranz
Technische Daten: Seversky P-35
Verwendung: Jagdflugzeug
Baujahr: 1938
Besatzung: 1 Mann
Triebwerk: ein luftgekühlter 14 Zylinder Doppelsternmotor Pratt&Whitney R-1830-9 Twin Wasp mit Dreiblatt-Verstellpropeller
Startleistung: 950 PS (708 kW)
Dauerleistung: 850 PS (633 kW) in 5.000 m
Spannweite : 10,98 m
Länge: 7,67 m
größte Höhe: 2,95 m
Propellerfläche: 6,98 m²
Spurweite: 2,56 m
Flügelfläche: 20,44 m²
V-Form: +3°
Leermasse: 1.956 kg
Startmasse normal: 2.540 kg
Startmasse maximal: 2.855 kg
Tankinhalt: 455 Liter
Flächenbelastung: 139,68 kg/m²
Leistungsbelastung: 3,00 kg/PS (3,53 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 406 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 3.400 m: 454 km/h
Reisegeschwindigkeit in 4.000 m: 350 km/h
Landegeschwindigkeit: 125 km/h
Gipfelhöhe: 9.320 m
Steigleistung: 10,9 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 1,6 min
Steigzeit auf 3.000 m: 5,5 min
Steigzeit auf 5.000 m: 9,3 min
Reichweite normal: 1.480 km
Reichweite maximal: 1.850 km
Flugdauer: 5,5 h
Bewaffnung: zwei 7,62mm Maschinengewehre Browning 0.3 und zwei 12,7mm Maschinengewehre Browning 0.5
Bombenlast maximal: 160 kg

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