Autor: ek

Sack A.S.6

Sack A.S.6
Während des ersten nationalen Wettbewerbs für Flugmodelle im Juni 1939 in Leipzig-Mockau stellte Arthur Sack ein Modell einer fliegenden Scheibe vor. Das Modell war nicht eigenstartfähig und musste aus der Hand gestartet werden. Die Flugeigenschaften waren miserabel, trotzdem war Ernst Udet von dem Modell fasziniert und riet Arthur Sack seine Forschungen fortzusetzen und stellte ihm eine offizielle Förderung durch das Reichsluftfahrtsministerium in Aussicht.
So entstanden bis Ende 1943 vier Maschinen mit größeren Abmessungen. Anfang 1944 entwarf Arthur Sack mit der A.S.6 das erste bemannte Flugzeug mit kreisförmiger Tragfläche.
Die Maschine wurde in den Mitteldeutschen Motorenwerken in Leipzig gebaut und war eigentlich ein Technologieträger. Um schneller zu Ergebnissen zu gelangen, hatte man zum Beispiel das Fahrwerk und das Cockpit einer Bf 109 B verwendet und der Motor stammte aus einer ausgemusterten Bf 108.
Die Maschine war in Gemischtbauweise ausgelegt. Der Rumpf bestand aus einer mit Sperrholz verkleideten Stahlrohrkonstruktion, die scheibenförmigen Tragflügel waren eine Holzkonstruktion mit dreieckigen Ouerruder. Als Profil verwendete Sack ein modifiziertes Göttingen.
Das Fahrwerk war fest am dritten Rumpfspant angeschlagen unter dem Heck war ein Schleifsporn aus Stahl angebracht.
Die Endmontage und die Abstimmung fanden auf dem Fliegerhorst Brandis bei Leipzig statt.
Am 5.Februar 1944 wurden von Paul .Baltopol von ATG/DFW Leipzig die ersten Rollversuche
durchgeführt.
Dabei merkte man, dass die Ruderwirkung kaum spürbar ist, was zu einer Beschädigung an der Maschine führte. Beim zweiten Versuch auf der 1.200 m langen Startbahn stellte man fest, dass die Ruder im Strömungsschatten der Tragflügelscheibe lagen und somit funktionslos waren. Bei einem weiteren Test brach das rechte Fahrwerksbein.
Arthur Sack vermutete, dass die Triebwerksleistung nicht ausreichend sei. Da aber kurzfristig kein stärkeres Triebwerk zu bekommen war, entschloss man sich, den Anströmwinkel durch Versetzen des Hauptfahrwerks zu vergrößern. Um eine Bodenberührung des Propellers zu vermeiden, wurden 70 kg Ballast im Heck untergebracht, das Fahrwerk mit Bremsen einer Ju 88 versehen und das Leitwerk vergrößert.
Am 16.April 1944 fand der dritte Startversuch statt, nach cirka 500 m machte die Maschine einen kleinen Hüpfer, hob aber nicht ab.
Beim vierten Startversuch war der Hüpfer größer, jedoch brach die Maschine beim Start nach links aus.
Man beschloss nun auf einen stärkeren Motor zu warten und zwischenzeitlich bei der DFS Windkanalversuche durchzuführen. Im Sommer 1944 wurde die I/JG 400 mit ihren Raketenjägern Me 163B nach Brandis verlegt. In den Kampfpausen versuchten die Piloten die A.S.6 in die Luft zu bekommen, dabei brach erneut das Fahrwerk ab. Um das weitere Schicksal der A.S.6V1 ranken sich Legenden. Als im April 1945 amerikanische Truppen den Fliegerhorst Brandis besetzten, war von dem geheimnisvollen Kreisflügler nichts mehr vorhanden.
Sack A.S.6 (Archiv: Eberhard Kranz)
Technische Daten: Sack A.S.6
Verwendung: Experimentalflugzeug
Baujahr: 1944
Besatzung: 1 Mann
Triebwerk: ein luftgekühlter hängender Achtzylinder Reihenmotor Argus As 10 C-3 mit festem Zweiblatt-Holzpropeller
Startleistung: 240 PS (177 kW)
Dauerleistung: 190 PS (140 kW) in 3.000 m
Spannweite: 5,00 m
Länge: 6,40 m
größte Höhe: 2,56 m
Propellerdurchmesser: 2,50 m
Propellerfläche: 4,91 m²
Spurweite: 1,82 m
Flügelfläche: 19,62 m²
V-Form: +0,5°
Streckung: 1,27
Wurzeltiefe: 4,85 m
Leermasse: 550 kg
Startmasse normal: 880 kg
Startmasse maximal: 990 kg
Tankinhalt: 80 Liter
Schmierstofftank: 5 Liter
Flächenbelastung: 50,46 kg/m²
Leistungsbelastung: 4,13 kg/PS (5,61 kg/kW)
Kraftstoffverbrauch: 35 l/100 km
Schmierstoffverbrauch: 0,3 l/100 km
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 195 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 3.000 m: 255 km/h
Reisegeschwindigkeit in 3.000 m: 170 km/h
Startgeschwindigkeit: 150 km/h
Startrollstrecke: 800 m
Gipfelhöhe: 3.500 m
Steigleistung: unbekannt
Steigzeit auf 1.000 m: unbekannt
Steigzeit auf 3.000 m: unbekannt
Reichweite normal: 400 km
Reichweite maximal: 500 km
Flugdauer: 2 h

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