Autor: ek

Royal Aircraft Factory F.E. 8

Royal Aircraft Factory F.E. 8
1915 begann I. Kenworthy bei der Royal Aircraft Factory mit der Entwicklung eines kleinen, wendigen Jagdflugzeuges. Da man in Großbritannien noch nicht von der Wirksamkeit durch den Propellerkreis schießender Waffen überzeugt war, die Synchronisationsmechanik bei den Fokker Eindeckern war noch nicht gelüftet, entschied man sich für die Verwendung einer Druckschraube, um den Rumpfbug zum Einbau des Maschinengewehrs mit freiem Schussfeld zur Verfügung zu haben. Da aber die Waffe außerhalb der Reichweite des Piloten lag, mußte dieser sie mittels Hebel und Seilzüge fernbedienen. Neben der Schwierigkeit, im Luftkampf gleichzeitig das Flugzeug zu steuern und das MG zu bedienen, konnte die Waffe in der Luft kaum nachgeladen werden, war der Gurt leergeschossen, half nur noch der geordnete Rückzug. Im November 1915 wurde der Prototyp fertiggestellt und bereits im Dezember 1915 ging die Maschine durch Absturz verloren. Nach weiteren Versuchsflügen des zweiten Prototypen u.a. auch in Frankreich unter Gefechtsbedingungen, wurde die Serienfertigung im Februar 1916 aufgenommen. Allerdings neigte die F.E.8 zum Trudeln und so mußte der Testpilot Godden in zahllosen Vorführungen demonstrieren, wie man mit wenigen Steuerbewegungen wieder in eine normale Fluglage kam. Durch Schwierigkeiten in der Produktion konnten erst im August 1916 die ersten Jagdschwadronen der Royal Air Force mit der F.E.8 ausgerüstet werde. Zur gleichen Zeit kamen auf deutscher Seite die ersten Albatros DI zum Einsatz, die den F.E.8 deutlich überlegen waren. Die F.E.8 war zum Zeitpunkt ihres Einsatzes bereits veraltet und mußte nach schweren Verlusten von der Westfront abgezogen werden. So verlor in einem Luftkampf bei Verdun im September 1916 eine englische Schwadron von 10 Maschinen vier durch Abschuss und weitere fünf wurden so stark beschädigt, dass sie den Kampf abbrechen mußten. Vereinzelt wurden die Maschinen dann in Palästina eingesetzt. Insgesamt wurden knapp 300 F.E. 8 gebaut.
Royal Aircraft Factory F.E. 8
Archiv: Eberhard Kranz
Technische Daten: Royal Aircraft Factory F.E. 8
Verwendung: Jagdflugzeug
Baujahr: 1916
Besatzung: 1 Mann
Triebwerk: ein luftgekühlter 9 Zylinder Umlaufmotor Gnome Monosoupape mit starrem Vierblattblatt-Holzpropeller
Startleistung: 110 PS (81 kW)
Dauerleistung: 100 PS (74,6 kW) in 2.500 m
Spannweite: 9,61 m
Länge: 7,21 m
größte Höhe: 2,79 m
Propellerfläche: 5,07 m²
Spurweite: 1,56 m
Raddurchmesser: 0,72 m
Flügelfläche: 20,25 m²
V-Form: +3°
Staffelung: 0
Leermasse: 405 kg
Startmasse normal: 610 kg
Startmasse maximal: 655 kg
Tankinhalt: 142 Liter
Öltank: 29 Liter
Flächenbelastung: 32,34 kg/m²
Leistungsbelastung: 5,95 kg/PS (8,1 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 152 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 3.000 m: 164 km/h
Marschgeschwindigkeit in 3.000 m: 137 km/h
Landegeschwindigkeit: 75 km/h
Startgeschwindigkeit: 100 km/h
Gipfelhöhe: 4.420 m
Steigleistung: 5,1 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 3,4 min
Steigzeit auf 3.000 m: 11,0 min
Startstrecke: 110 m
Landestrecke: 180 m
Reichweite normal: 300 km
Reichweite maximal: 360 km
Flugdauer: 2,5 h
Bewaffnung: ein 7,62 mm Maschinengewehr Lewis 0.3 mit 255 Schuss

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