Autor: ek

Potez 661

Potez 661
1935 waren die ersten Douglas DC-2, die bei Fokker in Holland montiert wurden, bei der KLM, der Swissair, der LOT und der CSA in Dienst gestellt worden und zwangen nun die anderen Luftverkehrsgesellschaften neue gleichwertige Maschinen zu beschaffen.
Um wettbewerbsfähig zu bleiben, gab die Air France 1935 einen Entwicklungsauftrag für ein leistungsmäßig der DC-2 entsprechenden Flugzeug heraus.
Allerdings wollte man aus Sicherheitsgründen vier leistungsschwächere Motoren statt zweier leistungsstärkerer als bei der DC-2. Dabei durften die vier Motoren aber nicht schwerer sein und auch nicht mehr Treibstoff verbrauchen als die beiden Wright Cyclone der DC-2.
Die Maschine sollte 12 Passagieren bequem Platz bieten können. Die Reichweite sollte nicht unter 1.000 km liegen und die Höchstgeschwindigkeit 300 km/h nicht unterschreiten.
Potez leitete aus seinem Entwurf eines viermotorigen Bombenflugzeuges für das B 5 Programm eine zivile Variante ab.
Als Antrieb sah man vier Renault 6Q-02 Reihenmotoren mit einer Startleistung von je 220 PS vor. Durch eine sorgfältige aerodynamische Ausbildung des Flugzeuges sollten die geforderten Leistungen trotz der relativ schwachen Triebwerke erreicht werden.
Die DC-2 hatte mit ihren beiden Wright Cyclone von je 730 PS Startleistung etwa 40% mehr Motorleistung als die Potez 661 zur Verfügung.
Der Entwurf sah
einen viermotorigen Tiefdecker mit einziehbarem Heckradfahrwerk vor in Gemischtbauweise vor, wobei die Hauptfahrwerksräder nur zur Hälfte in die inneren Motorgondeln eingefahren wurden, um Beschädigungen bei Notlandungen mit eingefahrenem Fahrwerk zu minimieren.
Das Seitenleitwerk war von dem militärischen Mehrzweckflugzeug Potez 63 übernommen und verfügte über zwei Endscheiben.
Der Rumpf war eine Ganzmetall-Schalenkonstruktion, die mit Duralblechen verkleidet war. Tragflächen und Leitwerk waren Metallkonstruktionen, die mit Sperrholz beplankt waren. Die Ruder waren stoffbespannt.
Der Entwurf fand die Billigung der Air France und es wurde über das Luftfahrtministerium ein Prototyp bestellt.
Am 18.November 1937 startete die Maschine mit der Kennzeichnung F-AQJB zu ihrem Erstflug. Die Flugeigenschaften wurden von den Testpiloten als gut bezeichnet. Lediglich eine leichte Kopflastigkeit wurde bemängelt.
Die erzielten Flugleistungen übertrafen die geforderten Werte. Nach einer kurzen Streckenerprobung wurde die Maschine bereits im September 1938 an die Regie Air Afrique verkauft, da die Passagierkapazität von 12 Personen als zu gering betrachtet wurde.
Die Potez 661 wurde in Bamako stationiert und flog auf den innerafrikanischen Strecken.
Anfang 1942 war die Maschine noch im Einsatz, über ihren weiteren Verbleib gibt es keine Informationen.
Potez 661 (Archiv: Eberhard Kranz)
Technische Daten: Potez 661
Verwendung: Verkehrsflugzeug
Baujahr: 1937
Besatzung: 2 Mann
Passagiere: maximal 12 Personen
Nutzlast: 1.250 kg
Triebwerk: vier luftgekühlte hängende Sechszylinder Reihenmotoren Renault 6Q-02/03 mit festem Zweiblatt-Holz-Propeller
Startleistung: je 220 PS (162 kW)
Dauerleistung: je 180 PS (133 kW) in 3.500 m
Spannweite: 22,50 m
Länge: 16,85 m
größte Höhe: 4,40 m
Propellerdurchmesser: 2,20 m
Propellerfläche: 3,80 m²
Spurweite: 4,25 m
Flügelfläche: 64,0 m²
V-Form: 6° an den Außenflügeln
Streckung: 7,91
Leermasse: 3.990 kg
Startmasse normal: 6.490 kg
Startmasse maximal: 6.660 kg
Tankinhalt: 800 Liter
Flächenbelastung: 104,1 kg/m²
Leistungsbelastung: 7,57 kg/PS (10,28 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 306 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 3.500 m: 326 km/h
Reisegeschwindigkeit in 3.500 m: 280 km/h
Landegeschwindigkeit: 115 km/h
Gipfelhöhe: 5.600 m
Steigleistung: 4,4 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 3,8 min
Steigzeit auf 3.000 m: 15,0 min
Reichweite normal: 1.050 km
Reichweite maximal: 1.500 km mit reduzierter Nutzlast
Flugdauer: 4 h

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