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Polikarpov I-153 Tchaika

Polikarpov I-153 Tchaika
Ende 1936 erhielt die Konstruktionsgruppe um N.N. Polikarpov die ersten ausführlichen Ergebnisse des Einsatzes der I-15 Jäger im spanischen Bürgerkriege Diese Resultate sollten bei der Überarbeitung der I-15, die seit 1935 nicht mehr in Serie gebaut wurde, berücksichtigt werden. Es war ursprünglich nur eine Überarbeitung der I-15 vorgesehen, da man das Konzept des Doppeldecker-Jagdeinsitzers noch für ausbaufähig hielt. I-153 bedeutet nichts anderes als I-15 3.Version. Nach Windkanalversuchen im ZAGI fand man heraus, das der Knickflügel der oberen Tragfläche unter bestimmten Anbaubedingungen aerodynamische Vorteile bot, so nahm mit steigender Geschwindigkeit die Richtungsstabilität zu, die bei der I-15 noch ein großes Manko gewesen war. Des Weiteren wurde zur Erhöhung der Leistungen ein Einziehfahrwerk und ein stärkeres Triebwerk M-62 vorgesehen Das so vorgeschlagene Projekt wurde am 11.November 1937 von den Luftstreitkräften bestätigt und im Spätsommer 1938 fand der erste Testflug statt, wobei noch der M25 W mit 750 PS Startleistung verwendet wurde. Die Maschine war in Gemischtbauweise ausgeführt, der Rumpf bestand aus einem Stahlrohrgerüst, dass am Rumpfbug mit Duraluminium beplankt war, während der Rest mit Stoff bespannt wurde, Die Tragflügel waren in Holzbauweise mit Stoffbespannung ausgeführt. Das Einzeihen des Fahrwerks führte der Pilot mittels einer Handkurbel durch, gleichzeitig dabei wurden die Räder um 90° gedreht. Die erflogenen Leistungen entsprachen nicht den Erwartungen, deshalb erhielt der zweite Prototyp neben zahllosen kleineren Änderungen als Antrieb den luftgekühlten 9 Zylinder Sternmotor Shvetsov M-62 mit 800 PS Startleistung und einem verstellbaren Zweiblatt-Metallpropeller. In dieser Ausführung ging die Maschine in die Serienfertigung, die im Herbst 1938 begann und bis Sommer 1941 fortdauerte. Insgesamt wurden 3.437 I-153 gebaut. Im Winterkrieg gegen Finnland 1939/40 wurden die I-153 noch wichtigster Typ der roten Luftflotte eingesetzt. Während des Krieges erbeuteten die Finnen 11 flugfähige Maschinen, die bei den finnischen Luftstreitkräften eingesetzt wurden. Später, nach Beginn des deutschen Einmarsches, kamen 1941 noch weitere 10 Stück hinzu. 1940 lieferte die Sowjetunion 903 I-153 an die chinesische Luftwaffe als Waffenhilfe im Kampf gegen Japan. Im zweiten Weltkrieg wurden die I-153 bis 1943 als Erdkampfflugzeuge eingesetzt, wobei es zu hohen Verlusten kam, da die Maschine dafür strukturell zu schwach war. Außerdem war der Tank ungeschützt zwischen Motor und Cockpit eingebaut. Versionen: I-153 BS Serienversion mit vier 12,7mm Maschinengewehren UBS statt der ursprünglichen 7,62 mm Maschinengewehre ShKAS I-153P Versuchsausführung mit vier 20mm Maschinenkanonen ShWAK. I-153 DM Versuchsmaschine mit zwei unter den unteren Tragflächen aufgehängten Staustrahltriebwerken DM-2, die je etwa 150 kp Schub abgaben. I-153 W zwei Versuchsmaschinen mit Druckkabine I-190 Versuchsmaschine mit 14 Zylinder Doppelsternmotor M?88 W mit 1.000 PS Startleistung, Höchstgeschwindigkeit 490km/h Absturz der Maschine im August 1939 I-195 Versuchsmaschine mit dem Motor M-90 (1.500PS) wurde aber nicht mehr fertig gestellt. Sie sollte 580km/h erreichen und wäre damit der schnellste Doppeldecker der Welt gewesen.
Polikarpov I-153 Tchaika
Archiv: Eberhard Kranz
Technische Daten: Polikarpov I-153 Tchaika
Verwendung: Jagdflugzeug
Baujahr: 1939
Besatzung: 1 Mann
Triebwerk: ein luftgekühlter 9-Zylinder ?Sternmotor Shvetsov M-62
Startleistung: 800 PS (588 kW)
Dauerleistung: 735 PS (541 kW) in 3.000 m
Spannweite oben: 10,00 m
Spannweite unten: 7,50 m
Länge: 7,18 m
größte Höhe: 2,80 m
Spurweite: 1,95 m
Propellerdurchmesser: 2,60 m
Propellerfläche: 5,31 m²
Flügelfläche: 22,20 m²
V-Form: +2,5°
Leermasse: 1.348 kg
Startmasse normal: 1.860 kg
Startmasse maximal: 2.010 kg
Tankinhalt: 230 Liter
Flächenbelastung: 90,5 kg/m²
Leistungsbelastung: 2,51 kg/PS (3,4 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 366 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 4.600m: 444 km/h
Reisegeschwindigkeit in 4.000m: 360 km/h
Gipfelhöhe: 11.000 m
Steigleistung: 14,6 m/s
Steigzeit auf 1000m: 1,1 min
Steigzeit auf 5.000m: 5,3 min
Reichweite normal: 470 km
Reichweite maximal: 880 km
Landestrecke: 150 m
Startstrecke: 110 m
Flugdauer: 1 h 20 min
Bewaffnung: vier 12,7 mm Maschinengewehre BS mit je 400 Schuss
Bombenlast : zwei 50 kg Splitterbomben oder sechs 82mm Raketengeschosse RS82 unter den unteren Tragflächen

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