Autor: ek

Petljakov Pe-8

Petljakov Pe-8
Anfang 1934 forderte die Rote Luftflotte ein Ersatzmodell für die momentan im Einsatz befindlichen Tupolev TB-3. Im ZAGI wurde Tupolev beauftragt, die Konstruktion eines modernen viermotorigen Bomben- und Transportflugzeuges zu übernehmen. Die ihm unterstellte Konstruktionsgruppe um Vladuimir M. Petljakov begann unverzüglich mit der Erarbeitung eines entsprechenden Entwurfs in Ganzmetallbauweise mit Einziehfahrwerk. Der Entwurf wurde akzeptiert und ein Prototyp ANT-42 in Aufrag gegeben. Der Erstflug fand am 27.Dezember 1936 in Moskau statt. Die erzielten Leistungen entsprachen nicht den Erwartungen, die mit vier Mikulin AM 34 FRN ( 840 PS Startleistung) ausgerüstete Maschine war schwerfällig und ab Höhen über 5.000 m ging die Leistung der Triebwerke rapide zurück, so dass eine Serienfertigung nicht in Frage kam. Als Zwischenlösung baute man bei zwei weiteren Prototypen als fünften Motor einen M-100 in den Bombenschacht ein, der als Lader diente und die vier M-34 mit Warmer, vorverdichteter Luft versorgte. Das System funktionierte, nur wurde ein beträchtlicher Teil der eigentlichen Nutzlast durch den zusätzlichen M-100 bereits in Anspruch genommen. Erst mit dem Einbau des flüssigkeitsgekühlten 12-Zylinder-V-Reihenmotor AM-35 mit einem zweistufigen Lader, der eigentlich für die Jägerproduktion vorgesehen war, erreichte die ANT-42 die errechneten Leistungen. Eine kleine Stückzahl erhielt auch den Klimov WK-105 (1.100 PS Startleistung). Die Serienfertigung begann im Herbst 1939 unter der Bezeichnung TB-7. 1943 wurden luftgekühlte 14-Zylinder-Doppelsternmotore Ash-82 FN mit 1.650 PS Startleistung eingebaut. Allerdings war die gefertigte Gesamtstückzahl sehr gering, bis zum Auslaufen der Produktion im Winter 1944/45 wurden nur insgesamt 79 Maschinen hergestellt. Nach dem Tode Petljakovs 1942 wurde die Maschine in Pe-8 umbenannt. 1941-42 flogen Pe-8 Bomber Bombenangriffe auf Berlin, wobei mindestens eine Maschine abgeschossen wurde. 1942 flog eine Maschine vermutlich den sowjetischen Aussenminister Molotov zu Geheimverhandlungen mit der amerikanischen Regierung von Moskau über Island nach Kanada weiter bis nach Washington. Nach dem Krieg dienten die noch vorhandenen Pe-8 als Versorgungsflugzeuge der verschiedenen sowjetischen Polarstationen.
Petljakov Pe-8
Archiv: Eberhard Kranz
Technische Daten: Petljakov Pe-8
Verwendung: Bombenflugzeug
Baujahr: 1940
Besatzung: 8 Mann
Triebwerk: 4 flüssigkeitsgekühlte 12-Zylinder-V-Reihenmotoren Mikulin AM-35 A
Startleistung: 1.340 PS (985 kW)
Dauerleistung: 1.200 PS in 3.500 m (882 kW)
Spannweite: 39,01 m
Länge: 23,59 m
größte Höhe: 6,20 m
Flügelfläche: 188,40 m²
V-Stellung: 9,5°
Spurweite: 7,58 m
Propellerfläche: 17,35 m²
Leermasse: 17.150 kg
Startmasse normal: 27.220 kg
Startmasse maximal: 27.850 kg
Kraftstoff: 5.550 Liter
Flächenbelastung: 147,8 kg/m²
Leistungsbelastung: 5,20 kg/PS (7,10 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 440 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 4.000 m: 452 km/h
Reisegeschwindigkeit in 3.000 m: 340 km/h
Landegeschwindigkeit: 160 km/h
Gipfelhöhe: 10.300 m
Steigleistung: 4,9 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 3,5 min
Steigzeit auf 5.000 m: 18,0 min
Reichweite normal: 3.040 km
Reichweite maximal: 4.720 km
maximale Flugdauer: 14 h
Bewaffnung: 2x 20 mm Maschinenkanonen ShVAK mit je 60 Schuß und 2 x 7,62 mm MG ShKAS und 2x 12,7 mm MG UBT
Bombenlast maximal: 4.000 kg
Bombenlast normal: 2500 kg
militärische Nutzlast: 4.000 kg

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