Autor: ek

PZL.37 Los

PZL.37 Los
Die PZL.37 wurde 1934 als Nachfolgemuster für die veralteten Fokker F.VII-b3m entwickelt. Im Gegensatz zu den meisten Bomberkonstruktionen am Anfang der dreißiger Jahre sollte die PZL.37 eine hohe Geschwindigkeit und eine leichte Bewaffnung erhalten. Jerzy Dabrowski entwarf einen schlanken und aerodynamisch sehr ansprechenden zweimotorigen Mitteldecker mit Heckrad-Einziehfahrwerk für ursprünglich drei Mann Besatzung und einer Bombenlast von 2.600 kg in Ganzmetallausführung. Es erfolgte eine Bestellung über drei Prototypen von denen der erste PZL.37/I am 13.Dezember 1936 zu seinem Erstflug startete. Dabei zeigte sich neben unbedeutenden Kleinigkeiten eine Instabilität um die Hochachse. Daraufhin änderte man das Seitenleitwerk vom Normalleitwerk auf zwei Endscheiben um. Diese Maschine PZL.37/II wurde akzeptiert und eine Vorserie von 30 Exemplaren für die polnischen Luftstreitkräfte bestellt. Als Triebwerk war der Bristol Pegasus XIIB mit 860 PS Startleistung, der in Polen in Lizenz gebaut wurde, vorgesehen. Die ersten 10 Maschinen mit der Bezeichnung PZL.37A erhielten aber wieder ein einfaches Seitenleitwerk, erst ab der 11. Maschine wurde das Doppelseitenleitwerk angebaut. Ernste Probleme gab es indes mit den automatisch verstellbaren Rudern, die in bei bestimmten Winkeln bei höheren Geschwindigkeiten klemmten, so dass acht PZL.37A dadurch zu Bruch gingen. Dies führte zur Nichterteilung eines Auftrages über 150 Stück für die polnischen Luftstreitkräfte. Erst nachdem die Probleme behoben waren, gleichzeitig wurden auch einige strukturelle Verstärkungen vorgenommen und das Hauptfahrwerk erhielt eine Zwillingsbereifung, wurde die Serie im Herbst 1938 als PZL.37B für die polnischen Luftstreitkräfte wieder aufgenommen. Die PZL.37A wurde 1938 auf den Luftfahrtsalons in Belgrad und Paris ausgestellt, was zu Auslandsaufträgen führte. Als Exportausführungen bot man die PZL.37 C mit Gnome Rhone 14N-0 und die PZL.37D mit Gnome Rhone 14N-20/21 an. Der erste Auftrag über 50 PZL.37C kam von der spanischen republikanischen Regierung, es kam aber nicht zur Auslieferung, weil zwischenzeitlich der Bürgerkrieg mit der Niederlage der Republikaner geendet hatte. 1939 bestellte Jugoslawien 20, Bulgarien 15, Rumänien 30 und die Türkei 25 Exemplare. Belgien war an einer Lizenzfertigung interessiert. Mit Beginn des zweiten Weltkrieges verfügte Polen über 86 PZl.37 A und B, wovon aber nur 36 zu Kampfeinsätzen verwendet wurde. Weitere 36 befanden sich in der Fertigung. Der erste Einsatz am 04.September 1939 richtete sich gegen deutsche Panzerspitzen bei Lodz, wobei sieben Maschinen verloren gingen, bei weiteren Einsätzen reduzierte sich die Anzahl der einsatzbereiten Maschinen weiter, so dass die Bestände aus der Ausbildungsschwadron aufgefüllt werden mußten. Am 16.September 1939 setzten sich die noch vorhandenen PZL.37 (zwischen 26-30 Maschinen) befehlsgemäß nach Rumänien ab. Diese Maschinen wurden in die rumänische Luftwaffe eingegliedert, es kam aber zu ziemlich vielen Unfällen, bei den acht Exemplare verloren gingen. Die deutsche und die sowjetische Luftwaffe erprobten einige erbeutete PZL.37, setzten sie aber nicht ein. Mangels Ersatzteilen wurden die rumänischen PZL.37 Ende 1941 aus den Frontverbänden gezogen und in Fliegerschulen abgeflogen. Eine geplante Weiterentwicklung PZL.49 Miś wurde nicht mehr fertig gestellt.
PZL.37
Archiv: Eberhard Kranz
Technische Daten: PZL.37B
Verwendung: mittleres Bombenflugzeug
Baujahr: 1939
Besatzung: 4 Mann
Triebwerk: zwei luftgekühlte 9 Zylinder Sternmotoren PZL- Bristol Pegasus XX B mit Dreiblatt-Metall-Verstellpropeller
Startleistung: 925 PS (689 kW)
Dauerleistung: 815 PS (607 kW) in 4.000 m
Spannweite : 17,93 m
Länge: 12,92 m
größte Höhe: 5,10 m
Propellerfläche: 7,55 m²
Spurweite: 5,18 m
Flügelfläche: 53,50 m²
V-Form: +5°
Leermasse: 4.935 kg
Startmasse normal: 7.940 kg
Startmasse maximal: 9.105 kg
Tankinhalt: 1.220 Liter
Flächenbelastung: 170,19 kg/m²
Leistungsbelastung: 4,92 kg/PS (6,68 kg/kW)
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 413 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 3.400 m: 445 km/h
Marschgeschwindigkeit in 4.000 m: 400 km/h
Landegeschwindigkeit: 140 km/h
Gipfelhöhe: 5.900 m
Steigleistung: 4,7 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 2,6 min
Steigzeit auf 3.000 m: 8,4 min
Steigzeit auf 5.000 m: 13,6 min
Reichweite normal: 1.450 km
Reichweite maximal: 1.750 km
Flugdauer: 4,5 h
Bewaffnung: zwei 7,62mm Maschinengewehre wz.37 und ein 7,7 mm Maschinengewehr Vickers mit je 550 Schuss
Bombenlast maximal: 2.580 kg

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