Autor: ek

Nakajima J8N1 Kikka

Nakajima J8N1 Kikka
Das erste japanische Kampfflugzeug mit Turbinenluftstrahltriebwerk entstand nach Konstruktionsunterlagen der deutschen Messerschmitt Me 262, während die Triebwerke aus dem deutschen TL-Triebwerk BMW 003 abgeleitet wurden. Im Juni 1944 erwarb Japan durch Initiative seines Militärattaches in Deutschland unter anderem die Lizenzen für die Flugzeuge Messerschmitt Me 163 und Me 262, sowie für die dafür notwendigen Triebwerke HWK 109-509 und BMW 003. Im Juli 1944 wurden die Konstruktionsunterlagen und je zwei Produktionsmuster auf einen deutschen Blockadebrecher eingeschifft und unbeschadet nach Singapur gebracht, das japanisch besetzt war. Die Dokumentationen wurden nun per Flugzeug nach Tokio gebracht, während die Produktionsmuster mit dem Schiff dorthin gebracht werden sollten. Das Schiff geriet jedoch in alliierten Luftangriff und wurde versenkt. So begann man bei Mitsubishi mit Nachkonstruktion der Me 163 als J8M1(Ki-200) Während sich Nakajima mit der Me 262 beschäftigte Es entstand keine bloße Kopie, sondern es war ein hoher Anteil eigener Entwicklungsarbeit notwendig. Der Nachbau der BMW Triebwerke bereitete größere Schwierigkeiten, das daraus entstandene japanische Triebwerk Ishikawajima Ne-20 brachte nur reichlich die Hälfte der Schubleistung des deutschen Vorbildes. So mußte die J8N, Armeebezeichnung Ki-201 Karyu, bedeutend kleiner und leichter gebaut werden, um den Verlust an Leistung zu kompensieren. Man änderte den Tragflügel komplett, indem man einen Trapezflügel statt des Pfeilflügels verwendete, der Rumpfquerschnitt wurde abgerundeter und das Seitenleitwerk erhielt auch eine einfachere Form. Das Hauptfahrwerk übernahm man von der Zero und das Bugrad war des Heckrad der Yokosuka P1Y. Trotz ständiger alliierter Luftangriffe konnte im Mai 1945 mit der Bodenerprobung begonnen werden, die am 30.Juni 1945 abgeschlossen wurde. Am 7.August 1945 fand der zwanzigminütige Erstflug des Prototypen statt, der zufriedenstellend verlief. Beim zweiten Flug am 11.August ging die Maschine durch Fehler der verwendeten Starthilfsraketen zu Bruch, indem sie ohne abzuheben über die Startbahn hinausschoss. Bis zur japanischen Kapitulation am 16.August 1945 stellte man bei Nakajima noch einen zweiten Prototyp fertig, der aber nicht mehr flog. Weitere 25 Maschinen befanden sich in unterschiedlichen Bauzuständen. Ein Exemplar und zwei Ne-20 Triebwerke wurden als Kriegsbeute nach den USA verbracht. Diese Kikka scheint aber aus Teilen mehrerer Maschinen zusammen- gesetzt zu sein und ist heute im National Air and Space Museum ausgestellt.
Nakajima J8N1 Kikka
Archiv: Eberhard Kranz
Technische Daten: Nakajima J8N1 Kikka
Verwendung: Jagdflugzeug, Jagdbomber
Baujahr: 1945
Besatzung: 1 Mann
Triebwerk: zwei TL Triebwerke Ishikawajima Ne20-Kai mit Ringbrennkammer und siebenstufigen Axialverdichter
Startleistung: 615 kp Schub (6,06 kN)
Dauerleistung: 570 kp Schub (5,59 kN) in 8.000 m
Spannweite: 9,65 m
Länge: 9,25 m
größte Höhe: 3,95 m
Spurweite: 3,14 m
Flügelfläche: 13,20 m²
V-Form: +5,5°
Leermasse: 2.300 kg
Startmasse normal: 3.550 kg
Startmasse maximal: 4.080 kg
Tankinhalt: 1.220 Liter
Flächenbelastung: 309,7 kg/m²
Leistungsbelastung: 3,32 kg/kp
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 675 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 6.000 m: 695 km/h
Marschgeschwindigkeit in 5.000 m: 600 km/h
Landegeschwindigkeit: 148 km/h
Gipfelhöhe: 12.300 m
Steigleistung: 6,45 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 2,6 min
Steigzeit auf 3.000 m: 8,0 min
Startstrecke: 720 m
Landestrecke: 400 m
Reichweite normal: 550 km
Reichweite maximal: 920 km
Flugdauer: 1,5 h
Bewaffnung: zwei 30 mm Maschinenkanonen Ho-155II mit je 80 Schuss
Bombenlast maximal: 800 kg

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