Autor: ek

Miles M.20

Miles M.20
Während der Luftschlacht um England im Sommer 1940 schwanden die Bestände der britischen Jagdflugverbände schneller, als Neubauten nachgeschoben werden konnten. Um der wachsenden Bedrohung durch die Luftwaffe entgegenzuwirken, erging an Miles der Auftrag einen schnell zu bauenden, einfachen Jäger gemäß der Spezifikation F.19/40 zu entwickeln, der trotzdem im Luftkampf mit den deutschen Verbänden bestehen konnte. Am 19.Juli 1940 erhielt Miles den Entwicklungsauftrag und am 15.September startete der Prototyp der M.20 mit der Seriennummer U-9 und der Kennzeichnung AX 834 zum Erstflug. Miles hatte für Konstruktion und Bau nur neun Wochen und zwei Tage gebraucht. Das Flugzeug war eine komplette Holzkonstruktion, ohne Hydraulik und hatte ein festes, stromlinienförmig verkleidetes Fahrwerk. Ein Rolls-Royce Merlin XX, der in der Avro Lancaster und später bei einigen Serien der Bristol Beaufighter verwendet wurde, diente als Triebwerk. Als Besonderheit hatte die Maschine eine tropfenförmige Kabinenverkleidung, um dem Piloten einen ausgezeichneten Rundumblick zu ermöglichen. Die Bewaffnung war mit der der Hawker Hurricane identisch. Bei den Testflügen stellte sich heraus, dass die M.20 schneller als die Hurricane, aber langsamer als die Spitfire war, konnte aber mehr Munition mitführen und hatte eine wesentlich größere Reichweite. Mittlerweile hatte die Luftwaffe die Luftschlacht um England nach hohen Verlusten abgebrochen, der Bedarf nach der M.20 war nicht mehr vorhanden und die Erprobung wurde eingestellt. Ein zweiter Prototyp, die Seriennummer U-0228, mit der Kennzeichnung DR 616 wurde von der Fleet Air Arm als bordgestützter Jäger getestet. Dementsprechend wurde die Konstruktion geändert und die Maschine erhielt einen Fanghaken und Katapultbeschläge. Der Einsatz sollte auf mit Katapulten versehenen Handelsschiffen erfolgen, nur hatten diese kein Flugdeck. Dies hätte bedeutet, nach dem Katapultstart und dem Kampfeinsatz hätten die Maschinen auf dem Wasser niedergehen müssen, was gleichbedeutend mit dem Verlust des Flugzeuges gewesen wäre. Dazu verwendete man später abgeflogene Hurricanes, so war die M.20 auch hier überflüssig. Auch diese Entwicklung wurde gestoppt und beide Prototypen später verschrottet.
Miles M.20
Archiv: Eberhard Kranz
Technische Daten: Miles M.20
Verwendung: Jagdflugzeug
Baujahr: 1940
Besatzung: 1 Mann
Triebwerk: ein flüssigkeitsgekühlter stehender 12 Zylinder Reihemotor mit Lader Rolls-Royce Merlin XX mit verstellbarem Dreiblatt-Holzpropeller
Startleistung: 1.390 PS (1.036 kW)
Dauerleistung: 1.180 PS (kW) in 4.000 m
Spannweite: 9,35 m
Länge: 10,54 m
größte Höhe: 3,81 m
Propellerdurchmesser: 3,06 m
Propellerfläche: 7,35 m²
Spurweite: 3,14 m
Flügelfläche: 21,74 m²
V-Form: +2°
Leermasse: 2.665 kg
Startmasse normal: 3.375 kg
Startmasse maximal: 3.630 kg
Tankinhalt: 910 Liter
Flächenbelastung: 167,0 kg/m²
Leistungsbelastung: 2,61 kg/PS
Höchstgeschwindigkeit in Bodennähe: 495 km/h
Höchstgeschwindigkeit in 4.000m: 536 km/h
Reisegeschwindigkeit in 4.000m: 400 km/h
Gipfelhöhe: 10.000 m
Steigleistung: 11,8 m/s
Steigzeit auf 1.000 m: 1,4 min
Steigzeit auf 5.000 m: 7,5 min
Steigzeit auf 6.100 m: 9,4 min
Reichweite normal: 1.670 km
Reichweite maximal: 1.930 km
Flugdauer maximal: 5 h
Bewaffnung: acht 7,92 mm Maschinengewehre Browning.303 mit je 1.500 Schuß Munition
Bombenlast: keine

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